Joe Kaeser hat zum Ende seiner Siemens-Zeit kein gutes Händchen bei Umweltthemen bewiesen. Jetzt wünscht er sich ein grünes Kanzleramt. / Foto: Siemens

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Ex-Siemens-Chef Kaeser wünscht sich Baerbock als Kanzlerin

Joe Kaeser wirbt für die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Sie habe die größte Glaubwürdigkeit für eine nachhaltige und langfristige Erneuerung, sagte der er ehemalige Chef des Münchner Industrieriesen Siemens der "Süddeutschen Zeitung".

Er halte alle drei Kanzlerkandidaten für integer und geeignet, so Kaeser in dem Interview. Baerbock allerdings stehe für eine sozial-ökologische Marktwirtschaft, die Deutschland brauche. Er habe die Grüne Spitzenpolitikerin kennengelernt als eine Person, die auf die Wirtschaft zugehe und zuhöre. Zudem könne sie sich sehr schnell auch in traditionelle Industrie-Themen wie Stahl, Chemie oder Energietechnik einarbeiten und suche nach wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen.

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"Wichtig ist ihr Pragmatismus, wenn es um Zusammenhänge geht: Sie sieht die ökologischen Aspekte, weiß aber auch, dass wir ein Industrieland sind." Dass Baerbock Regierungserfahrung fehle, sei für ihn kein entscheidender Faktor. "Für die Zukunft ist die Vergangenheit auch nicht immer hilfreich", sagte Kaeser. Kanzlerkandidat der Union ist Armin Laschet (CDU), für die SPD geht Olaf Scholz ins Rennen.

Kaeser selbst hatte in Umweltfragen in den vergangenen Jahren eine schlechte Figur gemacht. Als noch amtierender Siemens-Chef hielt er trotz massiver Proteste von Umweltschützern an der Lieferung von Bahnsignaltechnik für eine neue, riesige Kohlemine in Australien fest. Aufgrund des Falls hatte ECOreporter die Position von Siemens als nachhaltige Favoriten-Aktie hinterfragt.

Aktuell ist Kaeser Aufsichtsratschef von Siemens Energy, der ausgegliederten ehemaligen Energiesparte von Siemens. Auch hier hat Kaeser aktuell Ärger: Der Konzern steht wegen umstrittener Geschäfte mit dem Regime in Belarus in der Kritik.

Radikaler Umbau

Die Siemens-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 134,96 Euro (Stand 2.6.2021, 10:40 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,7 Prozent im Minus, auf ein Jahr gesehen hat sie 34,3 Prozent zugelegt.

Siemens hatte für das letzte Geschäftsquartal bessere Zahlen als erwartet gemeldet und seine Jahresprognose erhöht (ECOreporter berichtete hier). Die neue Siemens-Strategie, verstärkt auf digitale Geschäftsfelder zu setzen, geht bislang auf. Allerdings ist die radikale Umstrukturierung des traditionsreichen Großkonzerns auch mit Unwägbarkeiten verbunden. ECOreporter rät daher aktuell nur risikofreudigen Anlegerinnen und Anlegern zum Einstieg. Immerhin: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2021 von 19 ist die Siemens-Aktie derzeit nicht zu teuer.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Dividendenkönige - bei diesen Aktien bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten.

Siemens AG:  ISIN DE0007236101 / WKN 723610 

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