Vom FF 91 existieren weiterhin nur Prototypen. / Foto: Faraday Future

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

Faraday Future: Akute Geldprobleme, Aktie verliert 26 %

Beim US-Elektroautobauer Faraday Future steht der Produktionsstart des ersten Serienmodells auf der Kippe. Die Aktie notiert mittlerweile auf Jahressicht 93 Prozent im Minus.

Das Unternehmen teilte am Freitag mit, es werde möglicherweise nur dann wie geplant im März mit der Serienfertigung des FF 91 beginnen können, wenn Investoren bis dahin 150 bis 170 Millionen US-Dollar frisches Kapital bereitstellen sollten. Verhandlungen laufen, der Ausgang ist offenbar ungewiss.

Die Aktie von Faraday Future sackte am Freitag weitere 26 Prozent ab und ging mit einem Kurs von 0,35 Dollar aus dem Nasdaq-Handel. In den letzten drei Monaten hat das Unternehmen 64 Prozent an Börsenwert verloren. Shortseller wetten bereits seit längerer Zeit darauf, dass die Aktie an Wert verliert. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Immer fehlte es an Geld

Faraday Future versucht schon seit Jahren vergeblich, sein erstes elektrisches Serienmodell, die Luxuslimousine FF 91, auf den Markt zu bringen. Bereits 2016 sollte für die Massenfertigung eine Fabrik errichtet werden, auch damals gab es bereits Finanzierungsprobleme.

In diesem Jahr warnte das Unternehmen bereits mehrfach vor Zahlungsschwierigkeiten (ECOreporter berichtete hier). Ende September verfügte Faraday Future über liquide Mittel in Höhe von 31,8 Millionen Dollar. Drei Monate zuvor waren es noch 121 Millionen Dollar. Im letzten Quartal lag der Nettoverlust bei 103 Millionen Dollar. Die Unternehmensleitung äußerte „erhebliche Zweifel“, dass die Firma in ihrer jetzigen Form weitergeführt werden kann. CEO Carsten Breitfeld musste deshalb Ende November seinen Posten räumen (mehr dazu lesen Sie hier).

Faraday Future hat neben dem Geld- auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das Unternehmen hatte mit 14.000 verbindlichen Reservierungen für den FF 91 geworben, tatsächlich angezahlt sind Stand Ende September aber nur 369. Der Aufsichtsratsvorsitzende Brian Krolicki verlor deswegen seinen Job.

ECOreporter hat wiederholt von einem Einstieg in die Faraday-Aktie abgeraten, unter anderem hier.

Lesen Sie auch unser Dossier Junge Elektroauto-Aktien: Mit Karacho vor die Wand?

Faraday Future Intelligent Electric Inc.: ISIN US3073591097 / WKN A3CVWG

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