Weil sich die Produktion des FF 91 immer weiter verzögert hat, fehlt es Faraday Future mittlerweile an Liquidität. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

Faraday Future setzt Chef ab, Aktie gewinnt 17 %

Der Deutsche Carsten Breitfeld führt nicht länger die Geschicke des krisengeplagten US-Elektroautobauers Faraday Future. Für einige Investoren ein positives Signal.

Man habe Breitfeld „nach einer umfassenden Bewertung der Leistung des Unternehmens seit dem Börsengang im Juli 2021“ abberufen, teilte der Verwaltungsrat von Faraday Future am gestrigen Mittwoch mit. Breitfeld gehöre noch dem Unternehmen an, ihm sei aber nahegelegt worden, auch seinen Posten im Verwaltungsrat aufzugeben. Neuer Konzernchef wird Xuefeng Chen, der zuletzt das China-Geschäft von Faraday Future leitete.

Faraday Future hat es nach wie vor nicht geschafft, sein erstes elektrisches Serienmodell, die Luxuslimousine FF 91, auf den Markt zu bringen. Bereits 2016 sollte für die Massenfertigung eine Fabrik errichtet werden, mittlerweile ist der Produktionsstart auf 2023 verschoben.

Hat Faraday Future eine Zukunft?

Und das Geld wird bei Faraday Future immer knapper. Vor wenigen Tagen warnte das Unternehmen zum wiederholten Mal vor Zahlungsschwierigkeiten (ECOreporter berichtete hier). Ende September verfügte Faraday Future über liquide Mittel in Höhe von 31,8 Millionen Dollar. Drei Monate zuvor waren es noch 121 Millionen Dollar. Im letzten Quartal lag der Nettoverlust bei 103 Millionen Dollar. Carsten Breitfeld und sein Managementteam äußerten „erhebliche Zweifel“, dass das Unternehmen in seiner jetzigen Form weitergeführt werden kann. Momentan versucht Faraday, sich von Investoren frisches Kapital zu besorgen.

Die Faraday Future-Aktie erreichte am Montag dieser Woche an der Heimatbörse Nasdaq mit 0,30 Dollar ein neues Allzeittief. Im Jahresvergleich ist der Kurs um 94 Prozent eingebrochen. Shortseller wetten bereits seit längerer Zeit darauf, dass die Aktie an Wert verliert. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Faraday Future hat neben dem Geld- auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das Unternehmen hatte mit 14.000 verbindlichen Reservierungen für den FF 91 geworben, tatsächlich angezahlt sind Stand Ende September aber nur 369. Der Aufsichtsratsvorsitzende Brian Krolicki musste wegen des Skandals seinen Posten räumen, CEO Breitfeld und Firmenmitgründer Jia Yueting erhielten 25 Prozent weniger Gehalt.

ECOreporter hat wiederholt von einem Einstieg in die Faraday-Aktie abgeraten, unter anderem hier.

Lesen Sie auch unser Dossier Junge Elektroauto-Aktien: Mit Karacho vor die Wand?

Faraday Future Intelligent Electric Inc.: ISIN US3073591097 / WKN A3CVWG

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