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Im Test: GLS Alternative Investments (AI) - Mikrofinanzfonds
Der GLS Alternative Investments (AI) – Mikrofinanzfonds will Menschen dabei helfen, sich aus ihrer Armut herauszuarbeiten. Mit Mikrokrediten, aber auch mit Bildungsangeboten. ECOreporter hat den Fonds eingehend geprüft.
Mikrofinanzfonds gelten als Finanzprodukte mit besonders hoher sozialer Wirkung. Als echte Impact-Fonds. Denn für viele Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern sind sie die einzige Möglichkeit, einen Kredit zu erhalten und sich eine eigene Existenz aufzubauen.
Den GLS AI – Mikrofinanzfonds gibt es seit 2015, das AI steht für Alternative Investments. Initiatorin des Fonds ist die GLS Investments, die Fondstochter der nachhaltigen GLS Bank aus Bochum.
Der GLS-Fonds verleiht sein Geld nach strengen Kriterien bevorzugt an kleinere, sehr nachhaltige Mikrofinanzinstitute, vor allem in Asien und Osteuropa. Er finanziert unter anderem kleinbäuerliche Landwirtschaft, Erneuerbare Energien, Bildung sowie Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit.
Und der Fonds verleiht nicht nur Geld, er will auch finanzielle Kompetenzen vermitteln. In den Partnerländern finden etwa Seminare statt, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Mikrofinanzinstitute zu Themen wie Risikomanagement oder Digitalisierung geschult werden. Außerdem gibt es Veranstaltungen, in denen Kreditnehmerinnen und -nehmer beispielsweise etwas über den Umgang mit Pestiziden erfahren.
Finanziell hat sich der Fonds solide entwickelt: In den letzten fünf Jahren ist sein Wert um 9 Prozent gestiegen.
Ein ECOreporter-Siegelfonds

Der GLS AI – Mikrofinanzfonds erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,3. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der GLS-Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).
Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.
ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.
Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.
ECOfondstest
07/2026
Einzeltest
Mikrofinanzfonds
GLS Alternative Investments (AI) – Mikrofinanzfonds
Finanzen: Seit dem Start 2015 hat der Fonds pro Jahr im Schnitt 1,44 % an Wert gewonnen. Auf Jahressicht ein Plus von 3,1 %, auf 5 Jahre plus 9 % (Stand 30.6.2026). Die Jahresgesamtkosten betragen 2,09 %.
Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Der Fonds vergibt Darlehen an Mikrofinanzinstitute, die das Kapital für Mikrokredite einsetzen. Deren Kreditnehmer zahlen fast ohne Ausnahme das geliehene Geld zurück. Denn sie erhalten nur neue Kredite, wenn sie alte zurückgezahlt haben. Breite Verteilung der Darlehen auf 61 Mikrofinanzinstitute in 30 Ländern, mit Schwerpunkt Asien (57 %) und Europa (38 %).


Nachhaltigkeit: Der Fonds investiert vorwiegend in Mikrofinanzinstitute aus Regionen mit wenig Zugang zu Mikrokrediten. Die Mikrofinanzinstitute müssen nachweisen, wie sie eine Überschuldung von Kunden verhindern. Der Fonds bewertet es positiv, wenn Institute auch Sparkonten und Versicherungen (z.B. gegen Ernteausfälle) anbieten. Tabu sind Kredite, mit denen ausbeuterische Kinderarbeit oder das Abholzen von Regenwäldern unterstützt wird. Der Fonds finanziert bevorzugt etwa grüne Finanzdienstleistungen, Beratungs- und Bildungsangebote und die Förderung von Frauen. Ob ein Mikrofinanzinstitut die Anforderungen erfüllt, überprüfen lokale Mitarbeitende der Frankfurt School Impact Finance, die den Fonds auch managt. Ein Anlagebeirat mit GLS-Mitarbeitenden und unabhängigen Experten berät regelmäßig zur nachhaltigen Ausrichtung des Fonds.
Transparenz: Monatliche Berichte informieren online über die größten Investitionen und stellen einzelne Mikrofinanzinstitute vor. In den halbjährlichen Berichten finden sich alle Investments. Vorbildliche Darstellung des Fondskonzepts. Ein jährlich erscheinender Wirkbericht erläutert den Nachhaltigkeitsansatz des Fonds und stellt dar, wie die GLS Investments mit ihren Investitionen sozial-ökologische Wirkung erzielt. Der Fonds hat das LuxFLAG-Label.
Nachhaltige Wirkung: Der Fonds ermöglicht Mikrokredite an etwa 62.000 Menschen, 77 % davon Frauen. Die GLS Investments gibt Studien zur Wirkung von Mikrofinanz in Auftrag und stellt sie online zur Verfügung.
Besonderheiten: Der Einstieg in den Fonds ist monatlich möglich, der Ausstieg nur alle sechs Monate.
Gesamtnote:
1
2
3
4
5
6
Fazit: Kerngrüner Mikrofinanzfonds mit sehr hoher sozialer Wirkung.
Nachhaltigkeitsnote:
1
2
3
4
5
6
Auswahlprinzip:
1,3
Nachhaltigkeits-Management:
1,7
Transparenz:
1,3
Nachhaltige Wirkung:
1,0
Finanznote:
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
2,3
Sicherheit/Risiko:
3,0
Kosten:
2,7

Stärken
- Strenges Auswahlprinzip
- Sehr hohe soziale Wirkung
- Hohe Transparenz
Schwächen
- Verkauf nur zweimal im Jahr möglich
Empfohlene Anlagedauer: Ab 5, besser 7 Jahre.
Fondsname:
GLS Alternative Investments (AI) – Mikrofinanzfonds AK A
Start:
2015
Fondsinitiatorin:
GLS Investments
ISIN:
LU1309710678
Internet:
Volumen 30. Juni 2026:
207 Millionen Euro
Jahresgesamtkosten (TER):
2,09%
Das schließt der Fonds aus:
- International verbotene Geschäfte (u.a. mit Medikamenten und Pestiziden)
- Waffen und Munition
- Harte Alkoholika
- Tabak
- Glücksspiel
- Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten
- Radioaktives Material (außer zu medizinischen Zwecken)
- Ungebundene Asbestfasern
- Treibnetzfischerei
- Abholzung von Tropenwäldern
- Zwangsarbeit/schädliche Kinderarbeit
- Gefährliche Chemikalien (u.a. Benzin und andere Erdölprodukte)
- Landraub
- Verwendung von Mikrofinanzanlagen des Fonds für Finanzdienstleistungen außerhalb des Mikrofinanzsektors
- Mangelndes Engagement der Partnerinstitute für Kundenschutz
- Verletzungen von international anerkannten Menschenrechtsstandards
- Investitionen in übersättigten Märkten
