Laut einer Umfrage setzen institutionelle Anleger zunehmend auf grünere Investments. / Foto: Pixabay

03.07.20 Nachhaltige Aktien , Institutionelle / Anlageprofis

Institutionelle Investoren setzen auf höhere Rendite mit Nachhaltigkeit

Die Mehrheit der institutionellen Anleger (51 Prozent) rechnet mit langfristig höheren Immobilienrenditen, wenn bei Investitionsentscheidungen ESG-Kriterien berücksichtigt werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Warburg-HIH Invest Real Estate unter rund 100 Teilnehmern durchgeführt hat.

ESG-Kriterien sind Standards in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Diese sind allerdings nicht verbindlich definiert. Das Maß, in dem ein „Anlegen nach ESG-Kriterien“ tatsächlich ernsthaftes nachhaltiges Investieren bedeutet, schwankt daher bisweilen deutlich.

11 Prozent der von Warburg-HIH Invest Befragten würden sogar eine um 0,2 Prozentpunkte geringere Rendite in Kauf nehmen, um ESG-Kriterien zu erfüllen. Rund 70 Prozent halten ESG-Kriterien bei Investmentscheidungen für relevant bzw. wollen diese zeitnah einführen.

Ein Großteil der institutionellen Anleger befindet sich hier allerdings noch in der Implementierungsphase. Rund 55 Prozent planen, erst mittelfristig diese Kriterien einzuführen. Dagegen wollen 13 Prozent keine Nachhaltigkeitskriterien einführen.

„Institutionelle Anleger beschäftigen sich intensiv mit dem Thema ESG. Die Umfrage bestätigt unsere Wahrnehmung aus vielen Gesprächen mit unseren Kunden. Grundsätzlich stehen die meisten Investoren dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber: Sie suchen nach Partnern, die ESG-Kriterien langfristig in Investmentstrategien implementieren und sie auch professionell beraten können. Das bestätigt auch, dass die Mehrheit der Umfrageteilnehmer langfristig mit höheren Renditen aufgrund der ESG-Kriterien rechnet“, sagt Alexander Eggert, Geschäftsführer der Warburg-HIH Invest.

Befragte wünschen sich mehr Beratung

Derzeit nutzen nur knapp 20 Prozent der Befragten bereits durch ihr Unternehmen definierte ESG-Kriterien bei Investmententscheidungen. Ein weiteres Viertel der befragten Investoren ist gerade dabei, diese intern zu erarbeiten. Rund 55 Prozent nutzen externe Ratings, um die Nachhaltigkeit von Investments zu bewerten.

Knapp 70 Prozent der Befragten wünschen sich Beratung zum Thema ESG. Institutionelle Investoren benötigen laut eigener Angabe vor allem beim Reporting von ESG-Kriterien (25 Prozent) und der Messung der Nachhaltigkeit von Portfolien/Fonds (23 Prozent) Unterstützung von externer Seite.

Der Beratungsbedarf wird sich nach Einschätzung von Warburg HH Invest aufgrund der zunehmenden Regulierungsdichte noch weiter erhöhen, unter anderem durch die geplante Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union. Rund 53 Prozent der Umfrageteilnehmer bereiten sich anhand der verfügbaren Informationen auf die geplante Taxonomie-Verordnung vor. Knapp ein Drittel möchte dagegen erst das Ende des Gesetzgebungsprozesses abwarten.

Die Umfrage wurde unter 101 institutionellen Anlegern durchgeführt. 25 Prozent der Umfrageteilnehmer verwalten ein Immobilienvermögen von über 1 Milliarde Euro.

Verwandte Artikel

03.07.20
ETF-Test: UBS ETF MSCI World Socially Responsible ETF
 >
04.06.20
Studie: ESG-Ratings sind häufig unzureichend
 >
05.03.20
Wie nachhaltig ist der DAX 50 ESG Index?
 >
17.12.19
Fondstest: Ist der Aktienfonds DWS Invest ESG Equity Income der Deutschen Bank ein nachhaltiges Investment?
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x