Intel muss sparen – und streicht weltweit Bauprojekte. / Foto: Unternehmen

  Aktien-Favoriten

Intel in Israel: Parkplatz statt Entwicklungszentrum

Der US-Chiphersteller Intel hat seine Pläne für den Bau eines 200 Millionen Dollar teuren Entwicklungszentrums im israelischen Haifa aufgegeben. Statt der angedachten Standorterweiterung im Matam-Industriepark soll nun ein Mitarbeiter-Parkplatz entstehen.

Intel-Chef Pat Gelsinger hatte die Pläne für den Ausbau des Standorts in Haifa 2021 in einer Veranstaltung vor Ort noch selbst angekündigt. Entstehen sollte demnach eigentlich eine große Anlage mit Labors und einem Auditorium, aber auch Sport- und Grünflächen, Pop-up-Restaurants, Cafés mit Arbeitsplätzen und einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Besucherzentrum. Der Bau hätte 2023 fertiggestellt werden sollen.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Jetzt sind alle Pläne gestrichen, wie Intel mitteilte. Statt des Entwicklungszentrums soll auf dem Gelände ein Parkplatz für die Intel-Beschäftigten gebaut werden. An dem Standort arbeiten aktuell etwa 5.000 Menschen.

Weltweit hat es zuletzt Absagen und Verzögerungen bei Intel-Projekten gegeben. So wird sich etwa der Bau der geplanten Fabriken in Magdeburg verzögern, wie das Unternehmen vor wenigen Tagen bestätigte. Wegen gestiegener Kosten verhandelt Intel noch für höhere Fördergelder. Ursprünglich war der Baustart für das erste Quartal 2023 vorgesehen.

Weitere Projekte gestoppt

Andere Bauprojekte in Oregon und in Indien wurden ebenfalls aufgegeben. Die Pläne zur Fertigstellung einer neuen Intel-Fabrik im israelischen Kiryat Gat, die im nächsten Jahr eingeweiht werden soll, bleiben hingegen nach aktuellem Stand unverändert.

Grund für die Aufgabe von Projekten wie in Israel ist das Sparprogramm von Intel. Der Konzern hat beschlossen, sein globales Rationalisierungsprogramm mit der Streichung kleinerer Projekte, der Reduzierung des Umfangs von Verträgen mit Auftragnehmern und Beratern und dem Verkauf von Immobilien zu beginnen, um weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 27,79 Euro (Stand: 17.1.2023, 9:21 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 10,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 43,1 Prozent an Wert eingebüßt.

ECOreporter sieht Intel schon seit längerer Zeit als Investment mit Risiko. Zwar plant der Konzern noch immer, seine Produktionskapazitäten deutlich auszubauen, die neuen Chip-Werke werden aber erst in einigen Jahren fertiggestellt sein. Zudem ist die Nachfrage nach Intel-Halbleitern zuletzt gesunken.

Anlegerinnen und Anleger brauchen daher einen langen Atem und einiges Vertrauen in die langfristige Strategie von Intel, wenn sie aktuell in die Aktie einsteigen möchten. Diese ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Geschäftsjahr 2022 von 13 angesichts der erhöhten Unsicherheiten auch nur noch moderat bewertet. Die erwartete Dividendenrendite ist hingegen mit hohen 5,5 Prozent weiter attraktiv.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser ausführliches Unternehmensporträt.

Welche Dividendenkönige ECOreporter aktuell empfiehlt, erfahren Sie in unserem Überblick Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten.

Welche Chip-Aktien derzeit aussichtsreich sind, lesen Sie im ECOreporter-Dossier Von Intel bis Taiwan Semiconductor - die 20 besten nachhaltigen Halbleiter-Aktien.

Intel Corp.:  

Verwandte Artikel

09.01.23
 >
02.12.22
 >
01.12.23
 >
30.08.23
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x