Intel leidet derzeit unter der deutlich zurückgegangenen Nachfrage nach PCs. / Foto: Intel

  Aktien-Favoriten

Intel kürzt Dividende um zwei Drittel

Der US-Chipkonzern Intel reagiert auf seine schwache Geschäftsentwicklung. Erstmals seit dem Jahrtausendwechsel senkt der ECOreporter-Aktien-Favorit seine Dividende. Auch bei Gehältern will Intel sparen.

Die Quartalsdividende sinkt von 36,5 auf 12,5 US-Dollar-Cent (0,118 Euro) je Aktie. Das entspricht beim aktuellen Börsenkurs von 24,34 Euro (23.2.2023, 9:18 Uhr, Börse Frankfurt) einer immer noch soliden Jahresdividendenrendite von 1,9 Prozent.

Wegen des schwächelnden PC-Marktes und technischer Probleme bei der Entwicklung neuer Chips für Rechenzentren war Intels Gewinn im letzten Jahr eingebrochen, im vierten Quartal rutschte der Konzern sogar in die roten Zahlen. Jetzt soll gespart werden, neben der Dividende auch bei den Personalkosten. Die Gehälter würden aber nur vorübergehend gekürzt, betont Intel. Wie hoch die Kürzungen ausfallen werden, hat das Management bislang nicht mitgeteilt.

Zudem versucht Intel derzeit, durch möglichst hohe Subventionen für neue Fabriken seine Kosten zu senken. Das könnte zu Verzögerungen beim Bau der beiden Werke in Magdeburg führen (ECOreporter berichtete hier).

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Am Finanzmarkt war die Dividendenkürzung erwartet worden. Auf Wochensicht notiert die Intel-Aktie 11 Prozent im Minus. Heute ist sie mit einem Plus von 1,8 Prozent in den Handel an der Frankfurter Börse gestartet. Die langfristige Kursentwicklung ist schwach: Im Jahresvergleich hat die Aktie 39 Prozent verloren, auf drei Jahre gesehen beträgt der Wertverlust 60 Prozent.

ECOreporter sieht Intel schon seit längerer Zeit als Investment mit Risiko. In den beiden wichtigsten Sparten läuft es für den Konzern nicht gut: Der weltweite PC-Markt ist nach dem Corona-Boom eingebrochen, alleine im vierten Quartal 2022 um 28 Prozent. Und im Geschäft mit Halbleitern für Rechenzentren haben Konkurrenten wie AMD viel Boden gutgemacht.

Intel will als Reaktion darauf vermehrt Chips für Drittfirmen herstellen und plant, seine Produktionskapazitäten deutlich auszubauen. Die neuen Chip-Werke werden aber erst in einigen Jahren fertiggestellt sein. Zudem strich der Konzern einige Investitionen bereits wieder zusammen und sagte Projekte ab.

In diesem Jahr drohen Verluste

Anlegerinnen und Anleger brauchen einen langen Atem und einiges Vertrauen in die langfristige Strategie von Intel, wenn sie aktuell in die Aktie einsteigen möchten. Diese ist zudem mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Geschäftsjahr 2024 von 25 nicht günstig bewertet. Für 2023 rechnen Marktbeobachter derzeit mit einem Nettoverlust. Was bis auf Weiteres für Intel spricht: Der Konzern kann sich auf die Unterstützung der US-Regierung verlassen, die die heimische Chip-Industrie im Wirtschaftskrieg mit China mit hohen Subventionen zu stärken versucht.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser ausführliches Unternehmensporträt.

Welche Dividendenkönige ECOreporter aktuell empfiehlt, erfahren Sie in unserem Überblick Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten.

Welche Chip-Aktien derzeit aussichtsreich sind, lesen Sie im ECOreporter-Dossier Von Intel bis Taiwan Semiconductor - die 20 besten nachhaltigen Halbleiter-Aktien.

Intel Corp.: 

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