Wasserstoff-Tankstelle von Linde in Unterschleißheim. Der Konzern arbeitet an Verfahren zum besseren Wasserstoff-Transport. / Foto: Unternehmen

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Linde will Wasserstoff aus Erdgas-Pipeline gewinnen

Der Industriegase-Konzern Linde hat im nordrhein-westfälischen Dormagen die nach eigenen Angaben weltweit erste Pilotanlage zur Abtrennung von Wasserstoff aus Erdgasströmen in Betrieb genommen. Das Verfahren ist demnach eine wichtige Voraussetzung für Szenarien, in denen Wasserstoff mit Erdgas gemischt und über Erdgas-Pipelines transportiert wird.

Für den Transport durch die Rohrleitungen soll das Gasgemisch laut Linde zwischen 5 und 60 Prozent Wasserstoff enthalten können. Am Zielort soll dann mittels einer Membrantechnologie der Wasserstoff aus dem Erdgasstrom gefiltert werden. Dieser Wasserstoff soll eine Konzentration bis zu 90 Prozent haben, nach Weiterverarbeitung von Linde dann eine Reinheit von 99,9 Prozent.

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Membrantechnologien sind für die weltweiten Bemühungen um den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur von entscheidender Bedeutung.  In Europa arbeiten aktuell elf Übertragungsnetzbetreiber am Aufbau eines Wasserstofftransportnetzes, dem sogenannten „European Hydrogen Backbone“ ("Europäisches Wasserstoff-Rückgrat"). Dieses basiert weitgehend auf einer wiederverwendeten Erdgasinfrastruktur.

Aktie mit Einstiegschancen

Membrantechnologie sollen der Schlüssel sein, damit der durch Pipelines transportierte Wasserstoff von Endverbrauchern effektiv genutzt werden kann. Auf dem Energieträger ruhen Hoffnungen als umweltfreundlicher Rohstoff für die Industrie, als Wärme- und Stromquelle und als Kraftstoff für den Schwerlastverkehr.

Die Linde-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 285,10 Euro, mit einem Plus von 0,2 Prozent hat sie sich zum Vortag kaum bewegt (Stand: 21.1.2022, 10:26 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 2,8 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 34 Prozent im Plus.

Linde steht wirtschaftlich hervorragend da, im vergangenen Jahr erhöhte der Konzern dreimal seine Prognose. Auch die weiteren Aussichten sind mehr als solide. Nach einem Allzeithoch am 4. Januar hat die hoch bewertete Aktie wohl vor allem wegen Gewinnmitnahmen zum Jahresstart korrigiert. Im Ergebnis ist die Aktie bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28 wieder moderat bewertet. Anlegerinnen und Anleger können einen Einstieg in Erwägung ziehen. ECOreporter empfiehlt allerdings, zuvor das Dossier Nachhaltig investieren in Krisenzeiten: Das sollten Anlegerinnen und Anleger beachten zu lesen.

Linde investiert verstärkt in Wasserstoff und will hier Weltmarktführer bleiben. Mehr zu börsennotierten Wasserstoffunternehmen erfahren Sie in unserem Überblick Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Linde ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

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