Die Solarfirmen Meyer Burger und SMA Solar fordern mehr Unterstützung für Solartechnologie. / Foto: Pixabay

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Meyer Burger und SMA Solar fordern deutsche Solarstrategie

Der Schweizer Maschinenbauer Meyer Burger und der deutsche Wechselrichterhersteller SMA Solar fordern eine nationale und europäische Industriestrategie im Bereich Solarenergie. Die beiden Unternehmen legen dazu eine Reihe von Handlungsempfehlungen für die Politik vor.

Aufgrund von Kostensenkungen und Leistungssteigerung, dezentraler Erzeugung in der Nähe der Verbraucher und der Notwendigkeit des Klimaschutzes werde die Solarenergie weltweit zur zentralen Technologie der Energieversorgung, so die beiden Solarunternehmen in einer Mitteilung. Eine Stärkung der europäischen Produktion durch vorausschauende Industriepolitik könne tausende Arbeitsplätze schaffen.

Konkret schlagen Meyer Burger und SMA Solar vor, die Förderinstrumente nationaler und europäischer Projekt- und Förderbanken neben der solaren Stromerzeugung auch auf die Produktion der Technologie auszuweiten. Nationale und europäische Konjunkturprogramme für den Übergang zur Klimaneutralität sollten die regionale Produktion von Solartechnologie stützen.

Mehr Förderung und Solarpflicht

Der jährliche Ausbau-Zielkorridor der EEG-Novelle solle auf mehr als 10 Gigawatt (GW) angehoben werden. Für den notwendigen massiven Ausbau der Solarenergie brauche es zudem langfristige Flächennutzungskonzepte.

Neue Technologien wie die Agrar-Photovoltaik, bei der landwirtschaftliche Nutzflächen zugleich als Solarstandorte genutzt werden, oder schwimmende Solarmodule auf Seen gewännen an Bedeutung. Zudem plädieren Meyer Burger und SMA Solar für ein nationales 10-Millionen-Dächer-Programm mit einer Solarpflicht für Neubauten in Kombination mit intelligenten Heimspeichern.


Meyer Burger möchte zu einem führenden Hersteller von Solarmodulen werden. / Foto: Unternehmen

Besonders Meyer Burger dürfte ein naheliegendes Interesse an einem stärkeren politischen Fokus auf der Solarproduktion haben: Die Schweizer wollen in Deutschland künftig als ein führender Hersteller von Solarzellen und -modulen tätig sein und nicht mehr als Zulieferer.

Das bisherige Geschäftsmodell rentiert sich für das Unternehmen nicht mehr, Meyer Burger schreibt hohe Verluste. Die Aktie ist auf das Niveau eines Pennystocks abgesunken, einer Aktie, die für weniger als 1 Euro gehandelt wird.

Aktuell steht die Meyer Burger-Aktie am Handelsplatz Lang & Schwarz bei 0,31 Euro und damit kaum verändert zum Vortag (Stand: 3.12.2020, 12:01 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 19,7 Prozent an Wert gewonnen, auf Jahressicht ist sie 16,2 Prozent im Plus.

Unternehmen in der Krise

ECOreporter rät von einem Einstieg in die Meyer Burger-Aktie ab. Die Aktie ist nach Einschätzung der Redaktion ein Spekulationsobjekt. Zudem ist unklar, ob dem Unternehmen die Neuausrichtung gelingen wird und Meyer Burger in Europa überhaupt zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren kann.

Auch der Wechselrichterhersteller SMA Solar hat Schwierigkeiten, allerdings nicht im selben Ausmaß wie Meyer Burger. In diesem Jahr schaffte das Unternehmen aus dem hessischen Niestetal die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Aktie schwankt aber weiter stark.

Aktuell steht die SMA Solar-Aktie im Tradegate-Handel bei 47,24 Euro und damit 1,2 Prozent im Minus zum Vortag (Stand: 3.12.2020, 12:01 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 28,4 Prozent im Plus, Im Jahresvergleich hat sie 56,6 Prozent an Wert gewonnen.

Aus Sicht von ECOreporter ist die SMA Solar-Aktie nur etwas für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger.

Einen aktuellen Überblick zu Aktien der Solarbranche finden Sie hier.

ECOreporter hat auch einen Leitfaden für das nachhaltige Anlegen in Krisenzeiten erarbeitet und die besten Tipps für grünes Investment zusammengestellt.

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