Es gibt sie: Richtig grüne Aktienfonds ohne faule Kompromisse. / Foto: Pixabay

  Fonds / ETF

Nachhaltige Aktienfonds: Drei ECOreporter-Redakteure stellen ihre persönlichen Favoriten vor

Drei Redakteure, drei Aktienfonds-Tipps: Die persönlichen ECOreporter-Favoriten investieren unter anderem in Solarunternehmen, vegane Lebensmittelhersteller und Wasserversorger. Kohle, Öl, Rüstung? Nicht mal am Horizont zu sehen. Diese sehr nachhaltigen Fonds sind um ein Vielfaches grüner als alle ETFs, die derzeit als der letzte Schrei in der Nachhaltigen Geldanlage angepriesen werden.

Premium-Leserinnen und -Leser finden im Folgenden die drei Tipps der Redakteure. Mit Links zu den jeweiligen ECOreporter-Fondstests. Übrigens: Laut ECOreporter-Redaktionsrichtlinie hat keiner der drei Redakteure einen dieser Fonds selbst gezeichnet – das wäre nicht zulässig. Schade eigentlich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Pictet Water: Und Wasser fließt doch nach oben, stellt Jörg Weber fest

Mitte 2018 bei einem Kurs von 290 Euro getestet, heute ein Kurs von 364 Euro: Das Ergebnis kann sich für einen Fonds sehen lassen. Eine ordentliche Rendite für gut zwei Jahre. Auch wenn der Kurs Mitte Februar 2020 die 400-Euro-Schallmauer durchbrochen hatte und dann deutlich absackte. Wegen der Corona-Krise. Ein Fonds also, der nicht immun ist gegenüber dem allgemeinen Geschehen, aber langfristig gesehen ruhig seine Bahnen zieht. Ein Wasserfonds: der Pictet Water.

Darin finden sich Wasseraktien, die nicht deshalb Wasseraktie heißen, weil der Fondsmanager regelmäßig Mineralwasser trinkt oder weil es andere fadenscheinige Gründe dafür gibt, dass eine Aktie irgendetwas mit Wasser zu tun hat. Vielmehr hält der Fonds Aktien von Gesellschaften, die zu mindestens 20 Prozent ihren Umsatz mit Wasserversorgung, Wassertechnologie oder Umweltdienstleistungen erzielen. Nicht im Fonds sind aber Luxuswasser-Hersteller, die Wasser in Flaschen über Tausende Kilometer transportieren. Ebensowenig Wasserversorger, die Frischwasserquellen in Schwellenländern abriegeln und der Bevölkerung den kostenlosen Zugang sperren.

Der Fonds ist vom Volumen her ein echtes Dickschiff, er ist lange am Markt – und sein Kurs treibt nach oben. Da schwimme ich gerne mit.

Einen ECOreporter-Test des Pictet Water finden Sie hier.

Pictet Water: ISIN LU0104884860 / WKN 933349

Triodos Pioneer Impact: Ein Fonds, der etwas bewegt, findet Michael Rensen

Der Triodos Pioneer Impact Fund gehört zu den nachhaltigsten Aktienfonds, die ECOreporter bislang getestet hat. Die Auswahlkriterien sind streng: Kohlekonzerne, Ölmultis und Luftfahrtunternehmen sucht man hier vergeblich. Stattdessen finden sich im Aktienbestand viele tiefgrüne Unternehmen wie die Erneuerbare-Energien-Firmen Vestas, First Solar und SolarEdge. Oder die Öko-Lebensmittelunternehmen Sprouts Farmers Market und Hain Celestial.

Auch die nachhaltige Wirkung des Triodos Pioneer Impact Fund ist vorbildlich: Die grüne niederländische Triodos Bank, die den Fonds aufgelegt hat, kontaktiert die investierten Unternehmen, wenn es Probleme mit der Nachhaltigkeit gibt. Wird eine Aktie wegen mangelnder Nachhaltigkeit verkauft, informiert Triodos die Anleger darüber.

Die hohe Nachhaltigkeit des Fonds ist finanziell kein Nachteil: Der Triodos Pioneer Impact hat auf Sicht von drei Jahren fast 30 Prozent an Wert gewonnen (Stand 14.8.2020). Ein gutes Ergebnis für einen Fonds, der nicht auf finanziell sehr gut gelaufene (aber aus Nachhaltigkeitssicht eher schwache) Aktien von US-Großkonzernen setzt.

ECOreporter hat den Fonds hier getestet.

Triodos Pioneer Impact Fund: ISIN LU0278272843 / WKN A0RJ3B

Wirkungstreffer: überzeugend grün. Das kann doch nichts bringen, rein finanziell. Oder?, fragt Lucas Fuhr.

Was soll schon dabei herauskommen, wenn Umweltschützer über Aktien entscheiden dürfen? Nichts Gutes für die Rendite, steht zu befürchten. Oder? Genau: Oder. 82,5 Prozent Plus in fünf Jahren. 45 Plus Prozent in zwölf Monaten. Also: Dieser Fonds ist sehr erfolgreich, finanziell.

Und die Umweltschützer? Der Fonds hat einen fünfköpfigen Umweltbeirat mit externen Experten. Der Umweltbeirat entscheidet, welche Unternehmen in das Anlageuniversum aufgenommen werden. Bei diesen Entscheidungen hat der Beiratsvertreter der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) ein Vetorecht. Am Rande bemerkt: So ein Vetorecht eines Umweltschützers würde vielen anderen Fonds auch gut zu Gesicht stehen, selbst für den finanziellen Bereich. Dann wären falsche Fünfziger wie Wirecard wohl nicht in so viele Fonds gekommen. Zurück zu meinem Favoriten: Der Fonds hat natürlich strenge Kriterien. Bei deren Formulierung war wiederum der WWF mit dabei.

Erste (WWF) Stock Environment heißt der Fonds. Die zur österreichischen Sparkassengruppe gehörende Fondsgesellschaft Erste Asset Management hat ihn aufgelegt. Etwa ein Drittel der Unternehmen im Fonds kommt aus dem Bereich Erneuerbare Energien. Öl, Kohle, Atomenergie, Luftfahrt und zahlreiche weitere kontroverse Branchen sind komplett tabu. Und im Gegensatz zu manch anderem grünen Aktienfonds überzeugt der Erste (WFF) Stock Environment auch mit einer vorbildlichen Transparenz. Von daher: Mein Favorit!

ECOreporter hat den Fonds hier ausführlich unter die Lupe genommen.

Erste Stock Environment: ISIN AT0000A2BYE6 / WKN A2PZJ4

Eine Übersicht über alle ECOfondstests finden Sie hier.

Verwandte Artikel

22.04.20
 >
30.10.20
 >
02.04.20
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x