Ein Alzheimer-Medikament von Roche und einem deutschen Partner könnte eine vorläufige US-Zulassung erhalten. / Foto: Pixabay

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Roche: Alzheimer-Mittel vor möglicher US-Zulassung

Der Schweizer Pharmakonzern Roche und sein deutscher Partner MorphoSys können sich Hoffnung auf eine baldige Zulassung eines Alzheimer-Medikamentenkandidaten in den USA machen. Das Mittel namens Gantenerumab habe von der US-Arzneimittelbehörde FDA den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten, wie Roche am Freitagabend mitteilte.

Gantenerumab ist ein in Entwicklung befindlicher Antikörper des Biotechunternehmens MorphoSys aus Planegg in der Nähe von München. Der Antikörper soll laut MorphoSys bestimmte Ablagerungen im Gehirn entfernen, die ein Merkmal der Alzheimer-Erkrankung sind. Sollte Roche das Mittel auf den Markt bringen können, wird das deutsche Unternehmen am Verkaufserfolg beteiligt.

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Im Rahmen der Lizenzvereinbarung ist Roche laut MorphoSys vollständig für die klinische Entwicklung und mögliche Vermarktung von Gantenerumab verantwortlich. MorphoSys habe einen Anspruch auf gestaffelte Tantiemen zwischen 5,5 und 7,0 Prozent der Nettoumsätze mit Gantenerumab sowie auf potenzielle erfolgsabhängige, regulatorische Meilensteinzahlungen. Dabei behalte MorphoSys 40 Prozent der zukünftigen Tantiemen auf Gantenerumab ein, wie in der Finanzierungspartnerschaft zwischen MorphoSys und Royalty Pharma geregelt sei.

Die sogenannte "Breakthrough Therapy Designation" der FDA soll die Entwicklung und den Zulassungsprozess von Medikamenten für schwere Erkrankungen beschleunigen, bei denen vorläufige Daten darauf hindeuten, dass sie eine wesentliche Verbesserung gegenüber bestehenden Therapien darstellen könnten. Die Statuserteilung für Gantenerumab beruhe auf bereits publizierten Studiendaten, hatte Roche am Freitagabend mitgeteilt. Die Ergebnisse von zwei zulassungsrelevanten Studien würden nun voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 abgeschlossen.

Vorläufige Zulassung umstritten

Alzheimer ist eine fortschreitende, tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns, die durch eine Abnahme des Gedächtnisses, der Sprache und anderer Denkfähigkeiten sowie durch Veränderungen der Stimmung und des Verhaltens gekennzeichnet ist. Die FDA hatte Anfang Juni mit dem Mittel Aducanumab des US-Konzerns Biogen erstmals seit fast 20 Jahren ein neues Medikament gegen Alzheimer zugelassen. Die FDA setzte sich damit über Warnungen von unabhängigen Beratern hinweg – ähnliche Wirkstoffe anderer Pharmafirmen hatten sich in der Vergangenheit als wirkungslos erwiesen.

Die Roche-Aktie kostet am Handelsplatz Lang & Schwarz aktuell 336,80 Euro und damit zum Freitag mit einem Minus von 0,2 Prozent nahezu unbewegt (Stand: 11.10.2021, 10:35 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 7,5 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 12,6 Prozent an Wert gewonnen.

Roche hatte im Juli gute Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2021 vorgelegt (ECOreporter berichtete hier). Die Redaktion schätzt die Aussichten des Konzerns weiterhin als gut ein. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2021 von 17 ist die Aktie (die eigentlich ein Genussschein ist) nach wie vor günstig bewertet. Anlegerinnen und Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen, sollten dabei aber beachten, dass Schweizer Wertpapiere in der EU nur eingeschränkt handelbar sind (mehr dazu erfahren Sie hier).

Roche ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Ein aktuelles Unternehmens-Porträt finden Sie hier.

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Roche Holding AG Genussschein: ISIN CH0012032048 / WKN 855167

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