In Oslo scheint der erste bestätigte Omikron-Fall mit einer Weihnachtsfeier von Scatec in Verbindung zu stehen. / Foto: Unternehmen

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Scatec: Weihnachtfeier verantwortlich für Corona-Ausbruch in Oslo?

Eine Weihnachtsfeier des norwegischen Photovoltaik-Entwicklers Scatec vor zehn Tagen wird von den Behörden für den Ausbruch der Omikron-Corona-Variante in Oslo verantwortlich gemacht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

In der Meldung hieß es, mindestens ein Teilnehmer der Veranstaltung, die am 26. November stattgefunden haben soll, sei „gerade aus Südafrika zurückgekehrt“. Die Omikron-Variante von Covid-19 ist dort erstmals sequenziert und der Weltgesundheitsorganisation WHO gemeldet worden. Reuters erklärte, dass alle Teilnehmer der Veranstaltung vollständig geimpft und vor dem Treffen negativ auf Covid-19 getestet worden seien, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

„Die Gesundheitsbehörden haben nach einem Ausbruch von Omikron in Oslo weitere zwölf Fälle bestätigt – mehr Fälle werden erwartet“, zitiert die Nachrichtenagentur die Kommunalregierung Oslo. Keiner der damit insgesamt 13 bestätigten Fälle habe zu einem Krankenhausaufenthalt geführt, die Betroffenen hätten nur unter leichten Symptomen gelitten.

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„Dies ist angesichts des jungen Alters der Teilnehmer nicht unerwartet“, sagte Preben Aavitsland, ein leitender Arzt am norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit, gegenüber Reuters. Er beschrieb das Scatec-Treffen als „Super-Spreader-Event“ und sagte, eine Arbeitshypothese sei, dass „mindestens die Hälfte der 120 Teilnehmer während der Party mit der Omikron-Variante infiziert wurde“.

Weihnachtsfeier ein „Super-Spreader-Event“

Scatec verwies auf Anfrage des Solar-Fachmagazings "pv-magazine" zur aktuellen Patientenzahl auf einen Nachrichtenartikel der norwegischen Online-Wirtschaftsseite „E24“ vom Sonntag. Demanach beträgt die Zahl der bestätigten Fälle der Omikron-Variante immer noch 13, und alle Patienten zeigen weiterhin nur leichte Symptome.

„Scatec kann sich dazu äußern, dass sich [Covid-19] in begrenztem Umfang auf unseren Betrieb ausgewirkt hat. Unsere Niederlassungen außerhalb Norwegens sind von dem Ausbruch nicht betroffen. Unsere Hauptgeschäftsstelle hat langjährige Erfahrung mit der Arbeit von zu Hause aus, und der Ausbruch wird daher nur begrenzte Auswirkungen haben“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens weiter.

Der norwegische öffentlich-rechtliche Sender NRK berichtete laut pv-magazine hingegen am Sonntag, dass die Zahl der Corona-Infizierten nach der Weihnachtsfeier auf 120 gestiegen sei. Den Berichten zufolge hätten 70 der Infizierten an der Weihnachtsfeier teilgenommen. Rund 45 bis 50 weitere Infizierte befanden sich zum selben Zeitpunkt in dem Gebäude, in dem Scatec die Weihnachtsfeier veranstaltete. Die Ergebnisse der Omikron-Sequenzierung stünden aus.

Die Scatec-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2,2 Prozent zum Vortag im Plus und notiert bei 14,80 Euro (Stand: 7.12.2021, 9:21 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 14 Prozent an Wert verloren, auf Jahressicht ist sie 43,3 Prozent im Minus.

Scatec ist besonders in Schwellenländern aktiv, die drei größten Märkte in diesem Jahr sind bislang Indien, Ägypten und die Philippinen. Das Unternehmen schrieb 2020 aufgrund ungünstiger Wechselkurseffekte und gestiegener Finanzierungskosten rote Zahlen, ECOreporter berichtete hier.

Vor allem die politischen und wirtschaftlichen Standortrisiken bei Scatec sind nach Ansicht der Redaktion erheblich. Die operativen Gewinne müssen zudem weiter deutlich steigen, um die Kosten der kreditfinanzierten Wachstumsstrategie aufzufangen. Die Aktie bleibt daher ein Investment mit hohem Risiko.

Ein ECOreporter-Porträt von Scatec finden Sie hier.

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Scatec ASA:  ISIN NO0010715139 / WKN A12C5D

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