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Siemens baut neue Ladesäulen-Fabrik in den USA

Der Münchner Technologiekonzern und ECOreporter-Aktien-Favorit Siemens baut im US-Bundesstaat Texas ein zweites Fertigungszentrum für Ladestationen. Bis Mitte 2023 soll das Werk voll betriebsbereit sein. Es soll 80.000 Quadratmeter umfassen und 100 Arbeitsplätze in der Anlage und in der gesamten regionalen Lieferkette schaffen.

Elektroautos machen mit aktuell nur 2 Prozent noch einen relativ kleinen Teil am US-Automarkt aus. Experten rechnen aber damit, dass die Zahl elektrischer Fahrzeuge innerhalb der nächsten zehn Jahre auch in den Vereinigten Staaten deutlich steigen wird – und damit der Bedarf an Ladestationen. Siemens setzt auf diese Entwicklung und plant, in den nächsten Jahren in den USA eine Million Ladesäulen zu fertigen.

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Siemens hat das neue Werk in Carrollton nach eigenen Angaben so gewählt, dass es sich in der Nähe mehrerer anderer Unternehmen befindet, um eine schnelle Markteinführung zu ermöglichen. Dazu gehören das Fertigungszentrum in Grand Prairie (Texas), wo Siemens Anlagen zur Unterstützung wichtiger Energieinfrastrukturen entwickelt, und das Vertriebszentrum für Ladestationen in Southaven (Mississippi). Das neue Werk in Carrollton wird zum Teil auch von einem bestehenden Fertigungspartner betrieben.

Carrollton ist die jüngste Erweiterung der US-Präsenz von Siemens im Bereich Elektrofahrzeuge. In Wendell, North Carolina, fertigt Siemens Gleichstromladegeräte für Elektrobus- und Lkw-Depots. In Peachtree Corners, Georgia, befindet sich außerdem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektrofahrzeuge mit fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Beteiligung am größten offenen Schnellladenetz der USA

Siemens hat außerdem kürzlich eine Investition von 54 Millionen Dollar in seine Werke in Grand Prairie und Pomona, Kalifornien, bekannt gegeben, in denen Energietechnologien für kritische Infrastrukturen und US-Elektrofahrzeug-Projekte hergestellt werden. Außerdem erweiterte das Unternehmen kürzlich sein Werk in Spartanburg, South Carolina.

Siemens ist der erste externe Investor in "Electrify America", ein Projekt des Wolfsburger Volkswagen-Konzerns und das größte offene Schnellladenetz für Elektrofahrzeuge in Nordamerika. Im Juni gaben Siemens und VW bekannt, dass sie 450 Millionen Dollar für Electrify America aufgebracht haben, um den Aufbau der US-Ladeinfrastruktur zu beschleunigen.

Im Xetra-Handel notiert die Siemens-Aktie aktuell praktisch unbewegt zum Vortag bei 134,88 Euro (Stand: 14.12.2022, 10:45 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 11 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 8,4 Prozent an Wert verloren.

Der Siemens-Konzern befindet sich weiterhin in einer langfristigen Umbauphase mit einer stärkeren Ausrichtung auf digitale Geschäftsfelder, was Unsicherheiten schafft. Nach einer langen Korrekturphase hat die Siemens-Aktie seit Ende September stetig an Wert gewonnen und notiert jetzt auf einem Niveau, das sie das letzte Mal im März diesen Jahres innehatte. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 ist sie moderat bewertet, aber kein Schnäppchen mehr.

An einem Neueinstieg interessierte Anlegerinnen und Anleger sollten sich des Risikos der Umstrukturierung bewusst sein, auch wenn das abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 (Oktober bis September) insgesamt erfolgreich verlief. Wie aussichtsreich und tragfähig die neue Siemens-Strategie tatsächlich ist, wird sich erst auf längere Sicht zeigen. Für zusätzliche Risiken sorgt die geplante Ausweitung des China-Geschäfts.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

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