Siemens-Chef Joe Kaeser will bis Anfang 2021 offiziell Vorstandsvorsitzender des Konzerns bleiben. / Foto: Unternehmen

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Siemens: Kaeser bleibt bis Februar – Belegschaft protestiert gegen Abspaltung von Siemens Energy

Siemens-Chef Joe Kaeser will bis Februar 2021 Chef des Industriekonzerns bleiben – bislang war davon ausgegangen worden, dass Kaeser seinen Posten mit Ende des Geschäftsjahres im September räumt. Unterdessen gibt es internen Widerstand gegen den größten Konzernumbau der Firmengeschichte.

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„Die Verabredung ist, dass das Mandat mit dem Abschluss der Hauptversammlung im Februar endet. Dabei bleibt es auch“, sagte Kaeser im Interview mit dem Handelsblatt. Allerdings werde sein heutiger Vize und Nachfolger Roland Busch „de facto ab dem 1. Oktober das Unternehmen führen“.

In dem Interview zeigte sich Kaeser auch selbstkritisch und räumte Fehler ein, etwa den Kauf des US-Kompressorenherstellers Dresser-Rand für rund 6 Milliarden Euro. Bei einem anderen Punkt ist er sich allerdings „ganz sicher“: Die Aufspaltung des Konzerns sei der richtige Weg.

Das sehen Teile der Belegschaft allerdings anders. Siemens will am 9. Juli auf seiner Hauptversammlung die Abspaltung des Energiegeschäfts beschließen – der Verein der Belegschaftsaktionäre wird dem Schritt jedoch nach Medieninformationen nicht zustimmen.

Der Verein, der 1,5 Millionen Stimmen vertritt, räumte demnach zwar bereits ein, dass er die Abspaltung von Siemens Energy nicht werde verhindern können. Er wolle auf diesem Weg aber Kritik äußern.

Die Aufspaltung wird Siemens nach eigenen Angaben einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten. Die Belegschaftsaktionäre fordern, dieses Geld besser in Forschung und Entwicklung zu stecken.

Siemens will die renditeschwache Tochter Siemens Energy, zu der auch der Windanlagenbauer Siemens Gamesa gehört, Ende September an die Frankfurter Börse bringen. Die Aktien werden dabei mehrheitlich an die Siemens-Aktionäre verteilt: Jeder Anteilseigner wird für je zwei seiner Siemens-Papiere eine zusätzliche Siemens Energy-Aktie ins Depot gebucht bekommen. Siemens wird zunächst 45 Prozent der Energy-Aktien behalten.

Die Siemens-Aktie liegt im Xetra-Handel am Montagmorgen mit 1,56 Prozent im Minus bei 102,20 Euro (22.6.2020, 09:04 Uhr). Auf Monatssicht liegt die Aktie 11,82 Prozent im Plus, im Jahresvergleich notiert sie 2,31 Prozent im Minus.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Der Konzern steht allerdings unter Beobachtung durch die ECOreporter-Redaktion – nicht zuletzt wegen des Vorstandsvorsitzenden Kaeser. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Siemens AG:  ISIN DE0007236101 / WKN 723610  

Siemens Gamesa Renewable Energy S.A: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8

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