Das Elektroauto Sion sollte eigentlich schon 2019 in Serie gebaut werden. Bislang gibt es aber nur Prototypen. / Foto: Sono Motors

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Sono Motors kündigt Preiserhöhung an und plant Börsengang

Die Sono Group N.V. plant den Börsengang in den USA. Die Tochtergesellschaft Sono Motors GmbH entwickelt das Elektroauto Sion und hat für dieses eine Preiserhöhung angekündigt. Wer muss den höheren Preis zahlen? Und kann sich der Börsengang auf die Gewinnbezugsrechte der Reservierer des Sion auswirken? ECOreporter hat bei Sono Motors nachgefragt.

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Die Sono Group N.V. hat bei der U.S. Securities and Exchange Commission ein Registrierungsformular für den geplanten Börsengang ihrer Stammaktien eingereicht. Die Anzahl der angebotenen Aktien und die Preisspanne für das Angebot sind nach Sono-Angaben noch nicht bestimmt worden. Sono Motors strebt die Notierung seiner Aktien am Nasdaq Global Market unter dem Symbol „SEV“ an.

Produktionsstart inzwischen deutlich verzögert

Sono Motors rechnet nach eigenen Angaben mit einem Produktionsstart für den Sion in der ersten Jahreshälfte 2023. Das Unternehmen plant, in etwa die ersten 14.000 Reservierungen im Jahr 2023 zu produzieren und auszuliefern. Über 8.000 angezahlte Reservierungen für den Sion lagen bereits im Oktober 2018 vor. Zum damaligen Zeitpunkt plante das Unternehmen noch für das vierte Quartal 2019 mit dem Start der Serienproduktion.

ECOreporter hatte bereits 2018 in einem ECOanlagecheck als zentrale Risiken benannt: „Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Sion möglich“ und „Steigender Wettbewerb durch etablierte, kapitalstarke Marktteilnehmer“.

Weiter heißt es in der umfangreichen Analyse von 2018: „Bei Sono Motors kann das Risiko bestehen, dass mögliche Käufer zu einem späteren Zeitpunkt am Sion weniger Interesse haben, weil beispielsweise Wettbewerber ihre neuen Elektroauto-Modelle schneller auf den Markt bringen. (…) Bei den Reservierungen ist aber zu berücksichtigen, dass sie eine Kaufoption darstellen und unverbindlich sind. Die Interessenten haben vor Auslieferungsbeginn erneut die Möglichkeit zu entscheiden, den Kaufvertrag für den Sion zu unterschreiben oder sich ihre Reservierungs-Anzahlung zurückerstatten zu lassen. Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass eine hohe Anzahl der Reservierenden den Kaufvertrag nicht unterschreibt. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn es in der Zwischenzeit negative Meldungen zu Sono Motors/Sion geben sollte oder sich der Elektroauto-Markt deutlich verändert.“

50-Millionen-Euro-Kampagne

Anfang Dezember 2019 bat die Sono Motors GmbH ihre "Community“ um Unterstützung. Das Unternehmen brauchte nach eigenen Angaben Kapital, um in Produktionsanlagen und die Herstellung von Prototypen investieren zu können.

Im Januar 2020 wurde das Kampagnenziel von 50 Millionen Euro erreicht (ECOreporter berichtete hier). Damals wurden nach Angaben von Sono Motors bis zum Produktionsstart noch 205 Millionen Euro benötigt. Die Schritte bis zum Beginn der Serienfertigung sollten nach damaligen Planungen hauptsächlich von der Community finanziert werden.

Gewinnbezugsrechte für Reservierer des Sion

Mit Start der Crowdinvesting-Kampagne im Dezember 2019 hatten die Unternehmensgründer eigenen Angaben zufolge ihre noch verfügbaren Gewinnbeteiligungen in einen Community Pool eingebracht und mögliche zukünftige Gewinne auf die bestehenden Reservierer des Sion übertragen. Die Gründer behielten aber die Stimmrechte im Unternehmen. Im Dezember 2019 hielt das Gründerteam den Angaben nach 74 Prozent der Unternehmensanteile und 64 Prozent der Gewinnbezugsrechte.

Im Dezember 2019 gab es die in den Niederlanden registrierte Sono Group N.V. noch nicht, sodass die Sono Motors GmbH zu dem Zeitpunkt noch keine Muttergesellschaft hatte. Bei einem Börsengang der Sono Group N.V. werden deren zukünftige Aktionäre ein Interesse daran haben, dass das Unternehmen hohe Gewinne erzielt und hohe Dividenden ausschütten kann. Beispielsweise könnte beschlossen werden, dass die Sono Motors GmbH Gewinne an ihre Muttergesellschaft Sono Group N.V. abführen muss.

„Grundsätzlich würde sich nichts ändern“

Könnten daher die Gewinnbezugsrechte („Sono Punkte“), welche die Reservierer des Sion insbesondere im Rahmen der im Dezember 2019 gestarteten Crowdinvesting-Kampagne erhalten haben, bei einem Börsengang der Muttergesellschaft an Wert verlieren? Auf Nachfrage von ECOreporter teilte Sono Motors mit: „Mit dem geplanten Börsengang würde sich grundsätzlich nichts an den Sono Punkten ändern. Die Gewinnbezugsrechte, die die Gründer:innen für die Sono Punkte vorgesehen haben, blieben weiterhin dafür reserviert.“

Sono Punkte gibt es auch noch für neue Reservierer des Sion, allerdings laut Sono Motors-Webseite seit dem 21. Januar 2020 nur noch einen Sono Punkt bei Vollpreis-Anzahlung. Beim Thema Gewinnbezugsrechte ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass es unsicher ist, ob Sono Motors künftig Gewinne erzielen kann.

Der Sion soll teurer werden

Auch der Verkaufspreis des Sion könnte sich für neue Reservierer bald erhöhen. Am Dienstag dieser Woche hat Sono Motors gemeldet, dass ab der 15.000. Reservierung der Preis bei 28.500 Euro liegen wird. Derzeit sind es 25.500 Euro. Die Marke von 14.000 Reservierungen ist nach Angaben von Sono Motors überschritten.

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