Vestas hat ein schwieriges erstes Quartal hinter sich – ist allerdings optimistischer als die Konkurrenz. / Foto: Unternehmen

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Windanlagenbauer mit schwierigem erstem Quartal – Vestas in Verlustzone

Der dänische Windanlagenbauer Vestas hat schwache Zahlen für sein erstes Quartal 2021 bekannt gegeben. Neben einem Umsatzeinbruch rutschte das Unternehmen auch in die Verlustzone. Bereits am gestrigen Dienstag hatte der schwache Ausblick des deutsch-spanischen Turbinenherstellers Siemens Gamesa sich negativ auf die Windkraftbranche ausgewirkt.

Im ersten Quartal 2021 erwirtschaftete Vestas einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro - ein Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Beim operativen Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen erhöhte sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr um 17 Millionen Euro auf 71 Millionen Euro.

Auch der Auftragseingang im Berichtzeitraum gab zum Vorjahr nach und lag bei 2 Gigawatt (GW) nach 3,3 GW in 2020. Der Wert des Auftragsbestands für Windenergieanlagen betrug zum 31. März 2021 insgesamt 19,4 Milliarden Euro.

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Zusätzlich zum Auftragsbestand für Windenergieanlagen verfügte Vestas Ende März 2021 über Servicevereinbarungen mit erwarteten zukünftigen vertraglichen Umsätzen in Höhe von 25,3 Milliarden Euro. Der Wert des kombinierten Auftragsbestands für Windenergieanlagen und Serviceverträge belief sich somit auf 44,7 Milliarden Euro - ein Anstieg um 10,6 Milliarden Euro zum Vorjahreszeitraum.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr 2021 hält Vestas fest: Der Umsatz soll zwischen 16 und 17 Milliarden Euro liegen, inklusive der Serviceerlöse, die um ca. 15 Prozent wachsen sollen. Vestas erwartet eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 6 bis 8 Prozent, mit einer Service-EBIT-Marge von ca. 24 Prozent.

Pessimistischer Ausblick trifft die Branche

Die Vestas-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 33,25 Euro im Plus und ist damit 5,2 Prozent zum Vortag  (Stand: 5.5.2021, 11:10 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 107,6 Prozent an Wert gewonnen.

Wer auf einschlägigen deutschen Börsenportalen den Aktienkurs sieht kann sich erschrecken: Es scheint, als wäre die Vestas-Aktie am 27. April dramatisch abgestürzt. Das allerdings ist nicht der Fall: Vestas am 27. April einen Aktiensplit im Verhältnis 1:5 durchgeführt, der Kurs wird seitdem nur neu berechnet.

Auch sollten Anlegerinnen und Anleger sich von dem nach nach dem Aktiensplit deutlich niedrigeren Börsenkurs nicht täuschen lassen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40 für 2021 ist die Aktie weiterhin hoch bewertet. Denn der Unternehmensgewinn verteilt sich jetzt auf deutlich mehr Aktien.

Indem Vestas seine Jahresprognose bestätigt, zeigt der Windanlagenbauer sich optimistischer als sein Konkurrent Siemens Gamesa. Das deutsch-spanische Unternehmen hatte am gestrigen Dienstag zwar leicht bessere Quartalszahlen als erwartet veröffentlicht, gleichzeitig aber die Jahresprognose kassiert.

Dies bekam die gesamte Branche zu spüren: Auch Vestas schloss gestern mehr als 5 Prozent im Minus. Der deutlich kleinere Hamburger Wettbewerber Nordex verlor rund 6 Prozent.

Der Nordex-Kurs ist nun binnen einer Woche um 19 Prozent abgestürzt. ECOreporter hatte von einem Einstieg in die Nordex-Aktie mehrfach abgeraten, mehr zum Warum erfahren Sie hier.

Lesen Sie auch: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Vestas Wind Systems A/S: 

Siemens Gamesa Renewable Energy S.A:   ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8

Nordex SE:   ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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