Unibail-Rodamco-Westfield betreibt unter anderem das Einkaufszentrum Minto in Mönchengladbach. / Foto: Unternehmen

22.02.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Bis zu 7,5% Dividendenrendite: Welche nachhaltigen Immobilienaktien lohnen sich? (Teil 2)

ECOreporter hat sechs nachhaltige Immobilienunternehmen analysiert. Drei wurden gestern vorgestellt, die anderen drei folgen heute. Bei welchen Aktien bieten sich Einstiegschancen, und wo sind die Risiken zu hoch?

In den letzten zwölf Monaten verloren die Aktien vieler börsennotierter Immobilienkonzerne zweistellig an Wert. Sie schnitten damit deutlich schlechter ab als der Referenzindex MSCI World, der im gleichen Zeitraum 3 Prozent einbüßte.

Aufgrund der Kursrückgänge sind einige nachhaltige Branchenaktien derzeit günstig zu haben, bei Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten kann sich der Einstieg lohnen. Ein weiteres Plus: Viele Immobilienkonzerne bieten hohe Dividendenrenditen.

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Unibail-Rodamco-Westfield: 7,5% Dividendenrendite

Der französische Gewerbeimmobilienkonzern Unibail-Rodamco-Westfield (URW) hat zuletzt gute Geschäftszahlen veröffentlicht. Dennoch liegt der Aktienkurs immer noch 25 Prozent unter dem letztjährigen Höchstwert von 190,30 Euro. Die Integration des übernommenen australischen Konkurrenten Westfield ist noch nicht abgeschlossen, zudem senkte URW seine Gewinnprognose für 2019 wegen Verzögerungen bei neuen Bauprojekten.

Der Konzern zählt laut der nachhaltigen Ratingagentur ISS-oekom zu den Nachhaltigkeitsvorreitern der Immobilienbranche. Viele URW-Immobilien seien energieeffizienter als der Durchschnitt, so ISS-oekom. Als schwach bewertet die Agentur hingegen die Nachhaltigkeitsleistung während der Bauphasen von URW-Projekten.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 ist die Aktie von URW momentan günstig bewertet und bietet darüber hinaus eine hohe Dividendenrendite von 7,5 Prozent. ECOreporter empfiehlt Anlegern, eine kleine Position aufzubauen.

Unibail-Rodamco-Westfield ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe der nachhaltigen Dividendenkönige. Lesen Sie auch unser ausführliches Unternehmensporträt.

JM: Langfristige Nachhaltigkeitsziele

Der schwedische Konzern JM errichtet seit 70 Jahren Wohn- und Gewerbeimmobilien. Der Schwerpunkt liegt auf Mehrfamilienhäusern in Ballungsgebieten und Universitätsstädten in Schweden, Norwegen und Finnland.

Das Unternehmen, das 2.500 Mitarbeiter beschäftigt, lässt seit 2018 als erster skandinavischer Baukonzern alle seine Wohngebäude nach dem nachhaltigen Nordic Swan Ecolabel zertifizieren und installiert auf größeren Gebäudekomplexen serienmäßig Solaranlagen. JM versucht, möglichst viele Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu verwenden und Abfälle weitestgehend zu vermeiden beziehungsweise zu recyceln.

Das Unternehmen hat sich langfristige Nachhaltigkeitsziele gesetzt, die sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen orientieren. In seinen Nachhaltigkeitsreports berichtet JM regelmäßig über seine ökologischen und sozialen Aktivitäten.

Der gestiegene Konkurrenzdruck auf dem Immobilienmarkt im Großraum Stockholm hat den JM-Aktienkurs zwischen Mai 2017 und Juli 2018 um mehr als die Hälfte einbrechen lassen. Die Geschäfte laufen für den Konzern aber nach wie vor gut, 2018 erwirtschaftete JM bei einem Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro einen Gewinn von etwa 140 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2018 hat die Unternehmensführung eine Erhöhung der Dividende um 0,11 Euro auf 1,15 Euro je Aktie vorgeschlagen.

Die JM-Aktie ist günstig bewertet (KGV 10) und bietet eine attraktive Dividendenrendite von 6,7 Prozent. Anleger können eine kleine Position in ihr Depot aufnehmen.

Fresenius: Ein Konzern im Umbruch

Fresenius ist ein breit aufgestellter Gesundheitskonzern. Das im DAX 30 gelistete Bad Homburger Unternehmen bietet nicht nur Infusionstherapien, Dialysegeräte und ambulante Gesundheitsversorgung an, sondern baut und betreibt auch Krankenhäuser. Mit seinen 87 Helios-Kliniken zählt Fresenius zu den größten Krankenhausbetreibern Deutschlands. Dem Konzern gehört auch die spanische Klinikkette Quironsalud.

Neben dem umkämpften US-Medikamentenmarkt bereitet Fresenius derzeit vor allem die Krankenhaussparte Sorgen. Die Vergütungssätze für Klinikbehandlungen sind in Deutschland gesunken, und es bleiben mehr Betten leer als geplant.

2018 veröffentlichte Fresenius zwei Gewinnwarnungen. Die Aktie verlor fast 40 Prozent an Wert und erreichte im Dezember mit 38,99 Euro ihren tiefsten Stand seit 2014. Seitdem geht es wieder aufwärts, aktuell notiert die Aktie bei fast 50 Euro.

Die Geschäftszahlen für  2018 sind solide, Umsatz und Gewinn konnten im niedrigen einstelligen Bereich gesteigert werden (ECOreporter berichtete hier). ECOreporter rät dazu, die Aktie zu halten, aber abzusichern. Wie das geht, lesen Sie hier.

Fresenius ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Ein ausführliches Unternehmensporträt finden Sie hier.

Die Analyse der anderen drei von ECOreporter ausgewählten Immobilienaktien können Sie hier lesen.

Unibail-Rodamco-Westfield NV: ISIN FR0000124711 / WKN 863733

JM AB: ISIN SE0000806994 / WKN 890459

Fresenius SE: ISIN DE0005785604 / WKN 578560

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