Der deutsche Finanzsektor will mehr für den Klimaschutz tun und CO2-Emissionen reduzieren. / Foto: styleuneed - Fotolia.com

30.06.20 Meldungen , Finanzdienstleister

Deutsche Banken geben Klima-Selbstverpflichtung ab

Banken für mehr Klimaschutz: 16 Akteure des deutschen Finanzsektors haben eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, ihre Kredit- und Investmentportfolios im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten.

Die Geldhäuser verfügen nach eigenen Angaben insgesamt über Aktiva von mehr als 5,5 Billionen Euro und über 46 Millionen Kundenverbindungen in Deutschland.

Vereinbart werden Messung, Veröffentlichung und eine Zielsetzung zur Reduzierung der mit den Kredit- und Investmentportfolios verbundenen Emissionen. Der Impuls für die Selbstverpflichtung erfolgte aus einer von der Triodos Bank initiierten Gruppe von Finanzinstituten und zeitgleich über eine Banken-Arbeitsgruppe des WWF. Diese beiden Bankengruppen haben seit März die vorher parallelen Diskussionen zur jetzt vorliegenden Selbstverpflichtung zusammengeführt.

Groß- und Spezialbanken als Unterzeichner

Unterzeichner sind deutsche Schwergewichte wie die Deutsche Bank, die Commerzbank oder die Hypo Vereinsbank und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Institute, etwa die Evangelische Bank, die GLS Bank, die Steyler Ethik Bank, die Bank für Kirche und Diakonie und die UmweltBank. Zu den aus dem Ausland stammenden Unterzeichnern gehören die französische BNP Paribas, die niederländische Ing und die britische Standard Chartered.

Ziel der Selbstverpflichtung ist laut Pressemitteilung „die Finanzierung der Transformation hin zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und das 1,5-Grad-Ziel anzustreben.“

Bis 2022 soll deshalb jeder Unterzeichner gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen seiner Kredit- und Investmentportfolios entwickeln und einführen. Die Vereinbarung gilt allerdings nur für Investmentportfolios, die nicht Gegenstand des Fonds- oder Mandatsgeschäfts sind. Das Fonds- und Mandatsgeschäft soll schrittweise ohne feste zeitliche Vorgaben berücksichtigt werden.

Geplant ist, dass die Banken sich bei der Entwicklung von Methoden zur Emissionsmessung und zur Steuerung ihres Bankgeschäfts gegenseitig unterstützen. Über den individuellen Fortschritt soll jedes Jahr Bericht erstattet werden.

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