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Europäische Finanzaufsicht warnt vor „abrupter Marktkorrektur“
Die EU-Finanzaufsichtsbehörde ESMA warnt erneut vor Kurseinbrüchen an der Börse – und nennt auch einen Ratschlag für Anlegerinnen und Anleger.
Seit April 2025 sind viele Aktienkurse fast durchgehend gestiegen, obwohl der Irankrieg und die anziehende Inflation die Weltwirtschaft spürbar belasten. „Der Optimismus der Anleger sorgt aktuell weiter für erhöhte Bewertungen – trotz zunehmender geopolitischer Spannungen und eines sich eintrübenden Wirtschaftsausblicks. Je größer diese Diskrepanz wird, desto höher ist das Risiko einer abrupten Marktkorrektur“, sagte ESMA-Chefin Verena Ross Ende letzter Woche.
Hoffnungsträger KI
Haupttreiber der Kurse ist schon seit längerer Zeit das Thema Künstliche Intelligenz. Große Tech-Konzerne bauen immer mehr teure KI-Rechenzentren, was Chip-Herstellern, spezialisierten IT-Firmen und Bauunternehmen Rekordgewinne beschwert. Ob sich mit den Rechenzentren die erhofften Milliardengewinne erzielen lassen, ist aber noch unklar. Bislang wird mit KI-Anwendungen noch vergleichsweise wenig Geld verdient, und günstigere Anbieter aus China könnten die KI-Margen der westlichen Tech-Riesen sehr viel niedriger als erwartet ausfallen lassen.
Die ESMA zeigt sich in ihrem neuen halbjährlichen Risikobericht besorgt, dass vor allem Tech-Aktien zu hoch bewertet sein könnten. Sollten sich die Risiken materialisieren, also im KI-Bereich eine Blase platzen, drohten deutliche Rückschläge an der Börse. Die ESMA rät: „Private und institutionelle Investoren sollten wachsam bleiben und über robuste Liquiditätspuffer verfügen, damit sie heftige Marktkorrekturen verkraften können.“
ECOreporter teilt die Einschätzung der ESMA. Die Risiken im KI-Bereich sind auch deshalb besonders hoch, weil die Zugewinne vieler Aktienindizes vor allem auf die teils enormen Kurszuwächse weniger Tech-Unternehmen zurückzuführen sind und selbst Rekordgeschäftszahlen dieser Konzerne kaum noch für weitere Kurssteigerungen sorgen.
Keine Panik!
Die Redaktion rät weiterhin: Streuen Sie ihre Aktien-Investments breit über zahlreiche Branchen und Regionen, am besten über nachhaltige ETFs und grüne Fonds, und setzen Sie nicht zu stark auf Trendthemen wie KI – hier sind viele Kurse bereits klar überhitzt. Ebenfalls wichtig: Achten Sie darauf, so viel Geld in vergleichsweise sichere Produkte wie Fest- und Tagesgeld oder große Anleihen zu investieren, dass Sie mit dem Gesamtrisiko Ihrer Geldanlagen nachts ruhig schlafen können. Denn erfahrungsgemäß ist nichts schädlicher für die langfristigen Renditen als Panikverkäufe, wenn es an der Börse mal nicht so gut läuft.
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