Intel steht wirtschaftlich unter Druck. / Foto: Unternehmen

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Intel verkauft Servergeschäft – Kooperation mit Chip-Entwickler Arm

Der US-Chipkonzern Intel will sein Geschäft mit dem Bau von Servern an das taiwanesische Computerunternehmen Mitac verkaufen. Der ECOreporter-Aktien-Favorit bestätigte einen entsprechenden Bericht des Blogs Servethehome. Intel gab zudem eine Kooperation für den Aufbau seines Geschäfts als Auftragsfertiger bekannt.

Intel, größter Halbleiterhersteller der Welt, ist auf dem Servermarkt im Vergleich zu Dell, HP und Inspur nur eine kleine Nummer. Der Verkauf der Sparte gehört zu Intels Strategie, sich von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen zu trennen. Mitac wird demnach künftig das Recht haben, Produkte auf der Grundlage von Intels Designs herzustellen und zu verkaufen.

Wirtschaftlich unter Druck

Intel steht wirtschaftlich erheblich unter Druck. Nach einem Gewinneinbruch 2022 hat der Konzern einen rigorosen Sparkurs angekündigt, zu diesem gehören auch Stellenstreichungen und zwischenzeitliche Gehaltskürzungen. Das Geschäftsjahr 2023 wird Intel voraussichtlich in den roten Zahlen abschließen.

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Intel strich auch einige Investitionen zusammen und sagte geplante Projekte wieder ab. In Deutschland verschob der Konzern den Baustart seiner geplanten Fabrik in Magdeburg, weil er höhere Subventionen möchte als ursprünglich zugesagt. Die Verhandlungen mit der Politik laufen.

Konkurrenten wie AMD stehen auf einem angespannten Markt derzeit besser da, haben technologisch aufgeholt und Intel Marktanteile abgenommen. Der Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor (TSMC) ist den US-Amerikanern bei der Fertigungstechnik deutlich voraus, hier hatte Intel in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme. Die Fabrik in Magdeburg soll eigentlich helfen, den technologischen Rückstand aufzuholen.

Zudem will Intel sich auch als Auftragsfertiger für Chips etablieren. Am Mittwoch gab der Konzern nun eine Vereinbarung mit dem britischen Halbleiter-Entwickler Arm bekannt. Chips mit Architekturen von Arm stecken in praktisch allen Smartphones und Tablets und kommen inzwischen auch stärker etwa in Computern, Autos und Rechenzentren zum Einsatz.

Die Kooperation soll es ermöglichen, Chips auf Basis von Arm-Designs mit Hilfe von Intel-Technologien zu entwickeln und zu produzieren. Die eigenen Versuche des Konzerns, seine Prozessoren in Smartphones zu bringen, scheiterten schon vor Jahren, weil die Anbieter die sparsameren Arm-Chips vorzogen.

Investment mit Risiko

Die Intel-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 29,14 Euro und ist zum Vortag damit 0,3 Prozent im Minus (Stand: 13.4.2023, 10:51 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 8,3 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 32,6 Prozent im Minus.

Die Intel-Aktie ist aktuell ein Investment mit deutlichem Risiko. Für 2024, wenn die Rückkehr in die Gewinnzone nach den hohen Investitionen des laufenden Jahres gelingen soll, liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bei hohen 28. Die erwartete Dividendenrendite  für das laufende Geschäftsjahr beträgt nur noch 1,0 Prozent.

Anlegerinnen und Anleger, die über einen Einstieg in die Intel-Aktie nachdenken, müssen eine lange Haltedauer einplanen und auf die langfristige Strategie des Konzerns vertrauen. Für Intel spricht die politische Rückendeckung, insbesondere durch die US--Regierung. Diese sieht Intel als einen Schlüssel für eine höhere Unabhängigkeit von der Chipfertigung in Asien.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser ausführliches Unternehmensporträt.

Welche Dividendenkönige ECOreporter aktuell empfiehlt, erfahren Sie in unserem Überblick Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten.

Welche Chip-Aktien derzeit aussichtsreich sind, lesen Sie im ECOreporter-Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Wo bieten sich nach den hohen Kursverlusten Kaufgelegenheiten?.

Intel Corp.: 

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