Bisher nur im Hintergrund, aber mit enormem Potenzial: Die Unternehmen im ECOreporter-Schattenkabinett. / Bild: Pixabay

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Wer hat das Potenzial zur ECOreporter-Favoriten-Aktie?

Sie stehen bisher nur im Hintergrund und werden von der Redaktion beobachtet: die Unternehmen im ECOreporter-Schattenkabinett. Es sind Werte, die zur Favoriten-Aktie werden könnten – wenn alle Kriterien stimmen. Mehr als 46 Prozent Kurszuwachs innerhalb eines Jahres zeigte die beste Schattenkabinett-Aktie. Hier die Übersicht zu den Ersatzbank-Werten in den Kategorien Dividendenkönige, Mittelklasse-Aktien und Grüne Spezialwerte.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Tomra Systems: Zwischen 38 und 46 Prozent Kurszuwachs

Tomra Systems, Sortiermaschinen- und Rücknahmeautomaten-Hersteller aus dem norwegischen Asker, hat den höchsten Kurszuwachs auf Sicht von einem Jahr und seit Jahresanfang 2019 hingelegt. Auf Sicht von zwölf Monaten (August 2018 bis heute) liegt das Kursplus bei 46,5 Prozent, seit Januar 2019 bei 38,6 Prozent.

Tomra Systems meldete Mitte Juli starke Zahlen zum zweiten Quartal 2019: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) betrug im zweiten Quartal umgerechnet 36,6 Millionen Euro und erhöhte sich um 15 Prozent zum Vorjahr. Insbesondere in Nordamerika und außerhalb Europas konnte Tomra die Umsätze steigern. In Europa ging das Geschäft leicht zurück.

Und die Chancen auf weiter steigende Kurse stehen gut: Ab 2025 sollen in der EU 90 Prozent aller Plastikflaschen mit System gesammelt werden. Davon sollte Tomra Systems dank seiner Automaten stark profitieren.

Die Tomra-Aktie notiert aktuell (22.8., 16:15 Uhr) am Handelsplatz Tradegate bei umgerechnet 26,92 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 47. Das ist hoch, zumal das von der EU angeregte Plastikflaschen-Rücknahmegesetz bisher noch nicht verabschiedet wurde. Die Dividendenrendite von Tomra Systems beträgt aktuell 1,1 Prozent.

Anleger sollten derzeit mit einem Einstieg in die Aktie noch warten. Bereits investierte Anleger können den starken Kursanstieg nutzen und bisher erzielte Kursgewinne mitnehmen. Beispielsweise können sie die Hälfte ihrer Anteile mit Gewinn verkaufen. Neu-Einsteiger warten mit einem Engagement auf günstigere Kurse.

Tomra Systems ist ein Kandidat für die ECOreporter-Mittelklasse-Aktien.

Rückversicherer aus Hannover auf Platz zwei

Fast 29 Prozent Kurszuwachs innerhalb eines Jahres, knapp 27 Prozent Plus seit Jahresbeginn 2019: Die Aktie des Versicherungskonzerns Hannover Rück kann sich behaupten. Ende Mai haben wir Hannover Rück bei den Mittelklasse-Aktien gegen den norwegischen Versicherer Storebrand ausgetauscht. Der Grund: Der Rückversicherer zieht sich zu langsam und inkonsequent aus der Kohleversicherung zurück. Deshalb musste das Unternehmen seinen Platz in der ECOreporter-Favoriten-Rubrik Mittelklasse-Aktien für Storebrand räumen (ein aktuelles Porträt von Storebrand finden Sie hier).

Nachdem einige Konkurrenten längst ihren Ausstieg aus dem Geschäft mit Kohlefirmen bekannt gegeben hatten, zog Hannover Rück erst im April dieses Jahres nach. Allerdings nur halbherzig: Der Ausstieg zieht sich bis 2038 hin. Das reicht nicht, um weiterhin als ECOreporter-Favoriten-Aktie geführt zu werden.

ECOreporter behält sich jedoch vor, Hannover Rück wieder in die Riege der Mittelklasse-Aktien-Favoriten aufzunehmen. Vorausgesetzt, der Ausstieg aus der Kohleversicherung geht zügig voran und die Unternehmenskennzahlen stimmen. So erzielte der Konzern im ersten Quartal 2019 mehr Gewinn – trotz zahlreicher Naturkatastrophen. Das zur Talanx-Gruppe gehörende Unternehmen ist der viertgrößte Rückversicherer der Welt. Hannover Rück startete stark ins Jahr 2019 und erzielte mit 287 Millionen Euro 7,4 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr.

Die Hannover Rück-Aktie notiert derzeit an der Xetra-Börse bei 147,70 Euro. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie fast 29 Prozent im Plus. Das KGV liegt bei 17, die Dividendenrendite beträgt 3,9 Prozent.

Hannover Rück ist ein Wiederaufnahme-Kandidat für die ECOreporter-Mittelklasse-Aktien.

PNE Wind AG mit attraktiven Kurszuwächsen


Windanlagen von PNE Wind. / Foto: Unternehmen

23 Prozent in zwölf Monaten: Die Aktie der PNE Wind AG ist stark gestiegen. In einer zweiteiligen Serie haben wir das Geschäftsmodell des Erneuerbare-Energien-Unternehmens ausführlich vorgestellt (hier - Teil 1 - und hier - Teil 2 - gelangen Sie zum Unternehmensporträt).

Der Wind- und Solarparkprojektierer mit Hauptsitz Cuxhaven steigerte im ersten Quartal 2019 Umsatz und Gewinn. Auch die Neuausrichtung des Unternehmens geht voran. Den Gewinn konnte PNE zum Vorjahr deutlich steigern. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug im Auftaktquartal 4,3 Millionen Euro (2018: -0,2 Millionen Euro). Der unverwässerte Gewinn belief sich pro Aktie auf 0,02 Euro (2018: -0,02 Euro). Zudem befindet sich ein Windparkportfolio mit 200 MW Leistung im Aufbau (mehr dazu erfahren Sie in diesem Beitrag).

Unter Berücksichtigung des zu erwartenden Ergebnisses für das Gesamtgeschäftsjahr 2019 liegt das KGV bei 29. Das ist hoch. Die zu erwartende Dividende für 2019 soll wieder auf dem Niveau des Vorjahres liegen und 0,04 Euro je Aktie betragen. Beim aktuellen Kurs von 3,09 Euro je Aktie entspricht das einer Dividendenrendite von 1,4 Prozent.  

ECOreporter hat in einem Beitrag Ende 2018 langfristig orientierten Anlegern empfohlen, einen näheren Blick auf die PNE-Aktie zu werfen.

Das damalige Fazit: Auf Sicht von drei Jahren seien höhere Kurse und verlässliche Dividendenausschüttungen zu erwarten, trotz möglicher Kursschwankungen. Daran hält die Redaktion nach wie vor fest, für Anleger ist die PNE Wind-Aktie weiterhin interessant.

Die Aktie der PNE Wind AG ist ein Kandidat für die Grünen Spezialwerte.

Essity AB erwartet Anstieg von Umsatz und Gewinn

Essity AB aus Schweden ist Weltmarktführer bei Hygieneartikeln. Das Unternehmen mit Sitz in Stockholm hat bekannte Marken wie Tempo, Zewa und Leukoplast im Programm. In den letzten zwölf Monaten ist der Aktiekurs um mehr als 22 Prozent gestiegen (seit Jahresanfang sogar um mehr als 30 Prozent).

Essity entstand Anfang 2017 aus einer Produktsparte des schwedischen Forstbetreibers und Holzverarbeiters Svenska Cellulosa AB (SCA). Seit Sommer 2017 ist die Essity-Aktie an der Börse notiert.

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von umgerechnet 11 Milliarden Euro (2017: 11,3 Milliarden Euro). Der um Zinsen, Steuern und Abschreibungen bereinigte Gewinn betrug 2018 fast 1,2 Milliarden Euro (2017: mehr als 1,3 Milliarden Euro). Den Gewinn je Aktie für 2018 gibt Essity mit 1,04 Euro an (2017: 1,12 Euro je Aktie). Bis 2020 rechnet das Unternehmen wieder mit jährlichen Umsatzzuwächsen im einstelligen Prozentbereich. Auch die Gewinne sollen bis 2020 jedes Jahr wieder ansteigen.

Essity steht auf einer Stufe mit dem österreichischen Karton- und Verpackungshersteller Mayr-Melnhof: Das Geschäftsmodell ist langweilig, aber lukrativ, dazu berechenbar und krisensicher. Und auch die Essity-Aktie ist mit einem KGV von 20 noch nicht zu hoch bewertet, sofern Essity es tatsächlich schafft, seine Gewinne bis 2020 jedes Jahr zu steigern.

Der Essity-Aktienkurs liegt derzeit bei umgerechnet 27,37 Euro, die Dividendenrendite beträgt 2,2 Prozent. Anleger sollten einen Blick auf die Aktie werfen und können einen Einstieg in Erwägung ziehen, der Kurs ist noch nicht zu hoch.

Essity AB ist ein Kandidat für die ECOreporter-Mittelklasse-Aktien.

Auf den hinteren Rängen: IBM und Evonik Industries

Mit Kursverlusten in den letzten zwölf Monaten bleiben auf Platz fünf und sechs des ECOreporter-Schattenkabinetts der US-amerikanische IT-Dienstleister IBM (Kursverlust auf Sicht von einem Jahr: 4 Prozent; seit Januar 2019 21,6 Prozent Kurszuwachs) und der Spezialchemie-Konzern Evonik Industries aus Essen (Kursverlust auf Sicht von einem Jahr: 30 Prozent; seit Januar 2019 2,2 Prozent Kurszuwachs)

IBM war eine Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige (hier gelangen Sie zum ausführlichen Unternehmensporträt). Das Unternehmen zahlt seit 1916 jedes Quartal eine Dividende. IBM steigerte zudem in den letzten 24 Jahren Jahr für Jahr seine Ausschüttung.

Dennoch flog das Unternehmen aus der Riege der ECOreporter-Dividendenkönige. Was war passiert? IBM schaffte es nicht, seinen Aktienkurs langfristig zu steigern. Für ECOreporter damals ein Anlass, die Aktie neu zu bewerten, sie letztendlich aus der Liste der Dividendenkönige zu entfernen und ins Schattenkabinett aufzunehmen.

Unter Berücksichtigung des aktuellen Aktienkurses von umgerechnet 121,85 Euro liegt das KGV bei günstigen 10 und die Dividendenrendite bei mehr als 4 Prozent. Sofern Anleger den bereits gut gelaufenen US-Aktienmarkt nicht scheuen, können sie eine kleine Position IBM-Aktien aufbauen. Die Story stimmt, und der IBM-Aktienkurs sollte in drei Jahren höher stehen als heute. In der Zwischenzeit erhalten Aktionäre eine quartalsweise ausgeschüttete Dividende, die seit 24 Jahren ansteigt.

IBM könnte wieder in die Liste der ECOreporter-Dividendenkönige aufgenommen werden.

Evonik Industries neu im Schattenkabinett

Der Spezialchemie-Konzern Evonik Industries (ISIN: DE000EVNK013 / WKN: EVNK01) ist neu in der Liste des Schattenkabinetts. Seit Jahresbeginn 2019 steht die Aktie mit 2,2 Prozent leicht im Plus. Innerhalb der letzten zwölf Monate verlor die Aktie aber mehr als 30 Prozent an Wert.

Die ECOreporter-Redaktion muss das Unternehmen und die Aktie noch einer genauen Prüfung unterziehen und schauen, in welche Kategorie der Aktien-Favoriten (Dividendenkönige oder Mittelklasse-Aktien) Evonik Industries gehört. Bis dahin können Anleger schon mal einen Blick auf die Aktie werfen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Zu einem Einstieg rät ECOreporter derzeit noch nicht.

Aktien dienen Depotbeimischung

Anleger sollten beachten: Kaufen, ins Depot legen und nicht hingucken, das funktioniert an der Börse nicht mehr. Und in Aktien sollte man nicht den Hauptteil seines Vermögens anlegen. Eher geht es um eine Beimischung.

Wenn ECOreporter eine der beschriebenen Aktien in den Kreis der Favoriten-Aktien aufnimmt, melden wir das.

Entspricht eine Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige, Mittelklasse-Aktien oder Grüne Spezialwerte nicht mehr den strengen Auswahlkriterien der ECOreporter-Redaktion, kann sie durch eine Aktie aus dem Schattenkabinett ersetzt werden. Es sind Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und Ländern: zum Beispiel Tomra Systems, Rücknahmeautomaten- und Sortiermaschinenhersteller aus Norwegen, oder die ehemalige Favoriten-Aktie IBM aus den USA. Auch Evonik Industries, Spezialchemie-Konzern mit Stammsitz Essen, ist im Schattenkabinett vertreten.

Verwandte Artikel

19.08.19
 >
19.07.19
 >
07.05.19
 >
26.09.18
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x