Die Aktie der SEB ist weiterhin vergleichsweise niedrig bewertet. / Foto: SEB

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SEB verschärft Klimaziele, gründet unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat

Die Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) will ihre Geschäfte mit fossilen Energieunternehmen weiter reduzieren und hat deshalb strengere Nachhaltigkeitsgrundsätze verabschiedet.

Die wichtigsten Punkte der nachgeschärften Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Die SEB will die Vergabe von Krediten mit Bezug zu fossilen Energien (vor allem Stromerzeugung und Vertrieb von Energie aus Kohle, Öl und Erdgas) bis 2030 um 45 bis 60 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren. Bereits heute finanziert die schwedische Bank keine neuen Kohleminen und Kohlekraftwerke sowie Infrastrukturprojekte für die Kohleindustrie mehr und investiert auch nicht in entsprechende Projekte. Ab 2025 möchte die SEB nicht mehr mit Firmen zusammenarbeiten, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit Kohleabbau erzielen. Ab 2030 sind Finanzierungen und Investments in Unternehmen tabu, deren Umsatzanteil aus Kohleverstromung über 5 Prozent liegt.
  • 2030 will die SEB sechs bis acht Mal so viele Investments, Kredite und Beratungen mit klarem Nachhaltigkeitsbezug (beispielsweise Artikel 9-Fonds) realisieren wie 2021.
  • Bis 2022 soll das komplette Kreditportfolio nach seiner Übereinstimmung mit den Pariser Klimazielen bewertet werden. Die Bank plant, ihren Kunden dann entsprechende Beratungen zur klimafreundlicheren Gestaltung ihrer Investments und Geschäftstätigkeiten anzubieten.
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Um ihre Nachhaltigkeitsbemühungen weiter voranzutreiben, hat die SEB zudem einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat mit externen Experten gegründet. In dem vierköpfigen Gremium sitzen unter anderem drei Finanz- und Umweltprofessoren aus Stockholm und Stanford.

81 Prozent mehr Gewinn

Wirtschaftlich läuft es für die SEB weiterhin gut. In den ersten drei Quartalen 2021 stieg der Umsatz um 11 Prozent zum Vorjahr auf 40,7 Milliarden Schwedische Kronen (4 Milliarden Euro). Das verwaltete Vermögen erhöhte sich von 236,1 auf 238,2 Milliarden Euro, das Kreditvolumen wuchs von 174 auf 179 Milliarden Euro.

Weil deutlich weniger Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite gebildet werden mussten, stieg der Nettogewinn um 81 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro und liegt damit bereits nach drei Quartalen höher als im Gesamtjahr 2020 (1,5 Milliarden Euro). Die Eigenkapitalrendite ist von Jahresanfang bis Ende September von 8,8 auf 14,2 Prozent gestiegen. Langfristig will die SEB eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent erzielen.

Aktie auf Jahressicht deutlich im Plus

Für die nächsten Monate rechnet die Bank mit weniger pandemiebedingten Kreditverlusten als bisher erwartet und plant ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 250 Millionen Euro. Zudem hat die Generalversammlung Mitte November eine weitere Dividendenzahlung von 4,10 Kronen (0,4 Euro) je Aktie beschlossen.

Die SEB-Aktie notiert an der Börse Frankfurt derzeit bei 13,42 Euro (Stand 24.11.2021, 8:04 Uhr). Auf Monatssicht ist der Kurs um 2 Prozent gesunken, im Jahresvergleich hat er 53 Prozent zugelegt.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2021 von 12 ist die SEB-Aktie weiterhin günstig bewertet, und die erwartete Dividendenrendite liegt bei hohen 7 Prozent. Nach Einschätzung von ECOreporter stehen die Chancen gut, dass sich Bank und Aktie auf lange Sicht weiterhin positiv entwickeln werden.

Die SEB ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie in der Kategorie Dividendenkönige. Ein ausführliches Porträt der Bank finden Sie hier.

Lesen Sie auch unser Spezial Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.

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