Siemens kommt ordentlich durch die Krise – doch die Energiesparte macht Sorgen. / Foto: imago images, Sven Simon

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Siemens zeigt sich krisenfester als erwartet – Energiesparte tief in der Verlustzone

Der Industrieriese Siemens kommt besser durch die Corona-Krise als erwartet, die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 fallen ordentlich aus. Allerdings belastet die Energiesparte das Ergebnis.

Der Siemens-Umsatz sank in den drei Monaten von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich um 5 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Der Auftragseingang ging um 7 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro zurück. Dabei erwies sich die breite Aufstellung des Konzerns als Vorteil.

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So liefen vor allem in der Zugsparte und bei Software zur Industrie-Automatisierung die Geschäfte gut. Der Bereich Mobility (Bahn) steigerte seinen Umsatz leicht auf 2,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank um 31 Prozent auf 153 Millionen Euro, Siemens begründet dies mit einer ungünstigen Zusammensetzung der Geschäfte. Auch die Vorzeigesparte Digitale Industrien lief vergleichsweise gut. Zwar sank hier der Umsatz um 5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich auch aufgrund eines Sondereffekts aber deutlich auf 899 Millionen Euro.

Das Industriegeschäft im Gesamtkonzern legte sogar um 8 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit deutlich stärkeren Umsatz- und Auftragseinbrüchen gerechnet.

Der vor dem Abschied stehende Siemens-Chef Joe Kaeser zeigte sich zufrieden und betonte, Siemens habe trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie „im dritten Quartal eine überzeugende operative Performance“ abgeliefert.

Siemens Gamesa tief in den roten Zahlen

Zu dem verbesserten Ergebnis trugen auch Kurzarbeit und um 70 Prozent gesunkene Reisekosten bei. Siemens profitierte außerdem von einer Zuschreibung von mehr als 200 Millionen Euro auf die Beteiligung am Softwareunternehmen Bentley Systems.

Unter dem Strich halbierte sich der Konzerngewinn allerdings auf 535 Millionen Euro. Dafür verantwortlich waren neben höheren Steuern vor allem die Verluste bei der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Sie soll als Teil der Energietechnik-Sparte Siemens Energy am 28. September an die Börse gebracht werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Während der Rest des Konzerns leicht positive Ergebnisse ablieferte, dürfte die Energiesparte damit tief in der Verlustzone stecken. Mit der Abspaltung gibt Siemens die Mehrheit der Siemens Energy-Anteile ab, 55 Prozent bekommen die Siemens-Aktionäre ins Depot gebucht. Die Kosten der Abspaltung dürften den Gewinn im Gesamtjahr „wesentlich belasten“, warnte Siemens.

Der Konzern gibt daher weiter keine Gewinnprognose ab. Der Umsatz werde wegen der Corona-Pandemie "moderat", also um 3 bis 5 Prozent unter Vorjahr liegen. Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/2020 steht ein Minus von 2 Prozent zu Buche.

Das Sparprogramm für das Kerngeschäft soll nun beschleunigt werden: Die Automatisierungssparte Digital Industries soll die geplanten 320 Millionen Euro schon 2021 eingespart haben, zwei Jahre früher als gedacht. In der Gebäude- und Infrastrukturtechnik will Siemens bis 2023 nun 340 Millionen Euro einsparen, 40 Millionen mehr als ursprünglich geplant.

An der Börse wurden die Siemens-Zahlen positiv aufgenommen. Die Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 4,5 Prozent stärker zum Vortag bei 116,18 Euro (Stand: 6.8.2020, 9:09 Uhr). Im Monatsvergleich liegt die Akte 4,4 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 23,7 Prozent gewonnen.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Der Konzern steht allerdings unter Beobachtung durch die ECOreporter-Redaktion. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610

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