Die in Schieflage geratenen UDI Festzins-Gesellschaften sind vor allem in Solar- und Biomassekraftwerke investiert. / Foto: UDI

  Anleihen / AIF, Wachhund

UDI bestätigt: Acht Energie Festzins-Gesellschaften haben Insolvenz angemeldet

Es hatte sich abgezeichnet: In den letzten Tagen stellten sieben weitere Unternehmen der Nürnberger UDI-Gruppe Insolvenzanträge. Der Marketingchef von UDI erläutert gegenüber ECOreporter die Hintergründe.

Anfang Mai hatte UDI bekannt gegeben, dass die UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG sich im Insolvenzverfahren befindet (ECOreporter berichtete hier). Im weiteren Monatsverlauf gingen beim Amtsgericht Leipzig Insolvenzanträge der UDI Energie Festzins VIII GmbH & Co. KG und der Biogas Barleben-Ebendorf GmbH & Co. KG ein, einer Betreibergesellschaft von Biogasanlagen, in die Anlegergelder aus mehreren Unternehmen der UDI-Gruppe geflossen waren.

Gegenüber ECOreporter bestätigte UDI-Marketingchef Sven Moormann jetzt, dass auch sechs weitere Anbietergesellschaften von Nachrangdarlehen den Gang in die Insolvenz anstreben. Damit hat UDI mittlerweile für acht Festzins-Gesellschaften Insolvenzanträge gestellt.

Update 14.7.2021: Die UDI-Gruppe hat die Rechtsform von fünf ihrer Unternehmen geändert. Die Hintergründe erfahren Sie hier.

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Für diese acht Festzins-Gesellschaften hat UDI mittlerweile Insolvenzanträge gestellt:

  • UDI Energie Mix Festzins GmbH & Co. KG (Energie Festzins II)
  • UDI Energie Festzins III GmbH & Co. KG
  • UDI Energie Festzins IV GmbH & Co. KG
  • UDI Energie Festzins V GmbH & Co. KG
  • UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG
  • UDI Energie Festzins VII GmbH & Co KG
  • UDI Energie Festzins VIII GmbH & Co. KG
  • UDI Energie Festzins IX GmbH & Co. KG

UDI-Marketingchef Moormann zu den Beweggründen für die Insolvenzanträge: „Nachdem die BaFin Rückabwicklungsanordnungen nach UDI Energie Festzins VI auch für UDI Energie Festzins III und UDI Energie Festzins VII erlassen hat und die oben genannten Nachrangdarlehen weitestgehend gleich lautende Formulierungen in den Emissionsunterlagen und Verträgen haben, und trotz sehr großer Resonanz der Anleger/innen beim Angebot des Schuldenschnitts ergaben die Prüfungen, dass aufgrund der Abwicklungsanordnungen der BaFin für alle oben genannten Produkte ein Insolvenzantrag zu stellen ist. Die jeweiligen Geschäftsführungen haben daher die Insolvenzanträge beim Amtsgericht Leipzig gestellt.“

Die Finanzaufsicht BaFin hatte bei den Festzins-Gesellschaften III, VI und VII Nachrangklauseln in den Nachrangdarlehensverträgen als ungültig bezeichnet und die Unternehmen aufgefordert, die Nachrangdarlehen „unverzüglich“ an die Anlegerinnen und Anleger zurückzuzahlen. Ähnliche Rückabwicklungsanordnungen drohten auch bei den übrigen UDI Festzins-Gesellschaften. Weil die „Emittentinnen die Gelder aber langfristig an Erneuerbare-Energie-Projekte ausgereicht haben, womit die Gelder gebunden sind, gab es für die Emittentinnen nunmehr keine Alternative zur Stellung der Insolvenzanträge“, so Moormann.

Für die Anbietergesellschaften der Nachrangdarlehen Energie Festzins 10 bis 14, bei denen UDI ebenfalls einen Schuldenschnitt angestrebt hat, sind bislang keine Insolvenzanträge gestellt worden. Sven Moormann dazu: „Ab Nummer 10 stellt sich die Situation in wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht etwas anders dar. Hier versucht die jeweilige Geschäftsführung weiterhin, eine Insolvenz zu vermeiden.“ Das Nachrangdarlehen Energie Festzins I ist laut Moormann vollständig zurückgezahlt worden.

Schon vor den Anordnungen der BaFin hatten einige UDI Festzins-Gesellschaften Probleme, weil insbesondere die Biomassekraftwerke, in die sie investiert hatten, nicht die erhofften Renditen abwarfen. Die Gesellschaften hatten über Nachrangdarlehen 129 Millionen Euro bei Privatanlegerinnen und -anlegern eingesammelt. Mehr zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Unternehmen erfahren Sie im ausführlichen Interview, das ECOreporter im Mai mit Sven Moormann geführt hat.

Update 8.6.2021: Durch den Insolvenzantrag der te management GmbH sind die Anlegerrisiken bei fünf weiteren UDI Festzins-Gesellschaften gestiegen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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