Ein Unternehmen im UmweltBank-Fonds: die Bus- und Bahngesellschaft National Express Group. / Foto: Unternehmen

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Vergleichstest: FairWorldFonds vs. UmweltSpektrum Mix

Zwei tiefgrüne Mischfonds nachhaltiger Banken: der eine seit Jahren etabliert und milliardenschwer, der andere noch jung. Welcher Fonds ist nachhaltiger?

Den FairWorldFonds gibt es seit 2010. Aufgelegt haben ihn die GLS Bank aus Bochum und die Dortmunder KD-Bank. Die Anlagegrundsätze entwickelte Brot für die Welt zusammen mit dem Bonner Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene. Mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Euro (Stand 30.9.2020) gehört der FairWorldFonds zu den größten Nachhaltigkeitsfonds. Dagegen ist der UmweltSpektrum Mix A ein Küken: Ende September 2020 hatte er ein Volumen von 31 Millionen Euro. Da war der Fonds der Nürnberger UmweltBank aber auch erst acht Monate alt.

Beide Fonds sind Mischfonds, das heißt sie legen in Aktien und Anleihen an. Allerdings sehr unterschiedlich gewichtet: Während der UmweltSpektrum 40 Aktien, aber nur zwei Anleihen enthält, investiert der FairWorldFonds zu zwei Dritteln in Anleihen.

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Rendite und Risiko

Der UmweltSpektrum erhält im ECOfondstest keine Finanznote, weil er noch nicht drei Jahre am Markt ist. Seit dem Start Ende Januar 2020 hat der Fonds 6 Prozent an Wert verloren – der Corona-Börsencrash im März hatte vor allem Aktienkurse in den Keller gehen lassen. Auch der FairWorldFonds musste im Frühjahr 2020 Federn lassen, steht mit einem Plus von 13 Prozent auf Sicht von fünf Jahren aber passabel da (Stand 30.9.2020). Der hohe Anleihenanteil hat den Fonds in der Corona-Krise vor größeren Kurseinbrüchen bewahrt. Die Renditeaussichten sind auf lange Sicht aber wie bei allen Mischfonds geringer als bei reinen Aktienfonds. Mit 1,15 Prozent sind die Jahresgesamtkosten des FairWorldFonds sehr niedrig. Der UmweltSpektrum kostet mehr: 2,05 Prozent.

Vorbildliche Nachhaltigkeit

Der FairWorldFonds legt bevorzugt in Unternehmen und Staaten an, die zu nachhaltiger Entwicklung beitragen: europäische Ökostromerzeuger, indische Wasserkonzerne, südafrikanische Krankenhausbetreiber, grüne chilenische Staatsanleihen. Der UmweltSpektrum investiert überwiegend in kerngrüne Unternehmen aus den Industrieländern.

Die Auswahlverfahren beider Fonds sind überdurchschnittlich streng – Kohle, Erdöl, Atomkraft, Waffen, Gentechnik, giftige Chemikalien und viele weitere kontroverse Geschäftsfelder sind komplett ausgeschlossen. Unabhängige Beiräte entwickeln die Nachhaltigkeitskriterien der Fonds weiter und achten darauf, dass die Kriterien eingehalten werden.

Während der UmweltSpektrum sehr transparent ist, veröffentlicht der FairWorldFonds seine Aktien- und Anleihenliste nur in den Jahres- und Halbjahresberichten. Die nachhaltige Wirkung beider Fonds ist hoch: Sie nehmen ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen wahr, beteiligen sich an Erstemissionen von Aktien und Anleihen und sprechen investierte Unternehmen an, wenn sie bei ihnen Nachhaltigkeitsprobleme sehen.

Fazit

Der FairWorldFonds und der UmweltSpektrum gehören zu den nachhaltigsten Fonds. Die Auswahlverfahren sind anspruchsvoll, die nachhaltige Wirkung ist hoch – wer in wirklich kerngrüne Mischfonds investieren möchte, liegt mit beiden Fonds richtig.

Den vollständigen Einzeltest des FairWorldFonds finden Sie hier. Der Test ist als übersichtliches PDF gestaltet, liefert die wichtigsten Analyse-Ergebnisse und Noten für alle getesteten Bereiche.

Den Einzeltest des UmweltSpektrum Mix finden Sie hier.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter können Sie hier lesen.

Alle ECOfondstests finden Sie hier.

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