Tempel in Taiwan. Die meisten Menschen in dem Land möchten auch künftig unabhängig von China bleiben. / Foto: Pixabay

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Was bedeutet die Taiwan-Wahl für nachhaltige Geldanlagen?

In Taiwan hat die chinakritische Demokratische Fortschrittspartei (DPP) die Präsidentschaftswahl gewonnen. Die chinesische Regierung droht weiterhin mit der „unausweichlichen Wiedervereinigung“ der beiden Länder. Was nachhaltige Anlegerinnen und Anleger jetzt beachten sollten.

Die DPP befürwortet die Unabhängigkeit Taiwans. China hingegen sieht das Nachbarland als abtrünnige Provinz an. Der Konflikt reicht bis ins Jahr 1949 zurück: Damals riefen Mao Zedongs Kommunisten nach dem chinesischen Bürgerkrieg die Volksrepublik China aus. Die unterlegenen Nationalisten flohen auf die Insel Taiwan und erklärten sie zur Republik China. Nach vier Jahrzehnten der Einparteienherrschaft begann Ende der 1980er Jahre die schrittweise Demokratisierung.

Taiwan wird bis heute nur von wenigen Ländern als eigenständiger Staat anerkannt. Auch Deutschland bezeichnet Taiwan lediglich als „Wertepartner“ und unterhält keine diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Taipeh.

Taiwan soll de facto unabhängig bleiben

Der chinesische Staatschef Xi drängt stärker als seine Vorgänger darauf, Taiwan in die Volksrepublik einzugliedern. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl hatte China mit Luft- und Seemanövern, Fake News-Kampagnen und offenen Drohungen versucht, die taiwanesische Bevölkerung zu verunsichern und der chinafreundlichen Oppositionspartei KMT zum Sieg zu verhelfen. Dennoch gewann die DPP die Wahl. Der designierte neue Präsident Lai Ching-te möchte am Status quo festhalten. Heißt: Taiwan will sich weiterhin als unabhängig bezeichnen, ohne dies jedoch formell zu bestätigen.

Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses erklärte die chinesische Regierung, sie werde keine „separatistischen Aktivitäten“ in Taiwan dulden. „Ausländische Einmischung“ in den Konflikt lehne man strikt ab. Dazu zählten auch Glückwünsche an die DPP zur gewonnenen Wahl.

Ostasienexperten sehen weiter die Gefahr, dass China versuchen wird, Taiwan durch eine Truppeninvasion unter seine Kontrolle zu bringen. Denkbar sei auch eine Seeblockade, die Taiwans exportorientierte Wirtschaft zum Erliegen bringen und das Land zur Kapitulation zwingen könnte.

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