Produktion bei Intel. In Vietnam steht eine Fabrik des Konzerns fast komplett still. / Foto: Intel

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Industriepark in Vietnam unter Corona-Quarantäne – Lieferengpässe bei Intel?

Im "Saigon Hi-Tech Park", einem Fabrikkomplex in Vietnam, betreiben zahlreiche Konzerne Fabriken, etwa der US-amerikanische IT-Riese Intel und der koreanische Elektronikkonzern Samsung. Nun steht der Industriepark unter Quarantäne, nachdem mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet wurden. Die Auswirkungen sind noch unklar, die Regierung nimmt die Konzerne in die Verantwortung.

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In dem Industriepark musste die Arbeit eingestellt werden, die Angestellten wohnen vorerst auf dem Gelände. Das vietnamesische Gesundheitsministerium verlangt von den betroffenen Unternehmen, dass sie einen Plan vorstellen, um negativ getestete Arbeiterinnen und Arbeiter unterzubringen und dafür zu sorgen, dass diese sicher an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können.

Intel betreibt auf dem Gelände eine Chip-Montage und eine Testanlage. Der Konzern hat nach eigener Aussage bereits Vorkehrungen für die Unterbringung von Mitarbeitern getroffen und setzt den reduzierten Betrieb fort.

Unternehmen helfen bei Impfkampagne

Ob die Schließungen und reduzierten Kapazitätsvolumen zu Engpässen oder Verzögerungen bei der Auslieferung von Produkten führen werden, ist noch unklar. Nach Ansicht von Experten haben sie aber eindeutig das Potenzial, die Lieferketten zu unterbrechen.

Intel könnte dabei vergleichsweise glimpflich davonkommen, weit heftiger könnten die Auswirkungen für Samsung sein: Das Unternehmen stellt mehr als die Hälfte seiner Smartphones in Vietnam her, hat drei seiner 16 Fabriken aber bereits wegen Coronafällen geschlossen und seine verfügbare Belegschaft von 7000 auf 3000 Personen reduziert. Mit der Abriegelung des Hi-Tech Park ist nun eine vierte Fabrik dicht.

Technologieexporte sind ein wesentlicher Faktor der vietnamesischen Wirtschaft, die Regierung hat der Impfung von Fabrikarbeitern daher Vorrang eingeräumt. Auch hier sind Unternehmen wie Intel und Samsung angehalten zu helfen. Intel habe bereits mehr als 70 Prozent seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vietnam geimpft, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei Asia" am Dienstag.

Die Intel-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 47,72 Euro und ist zum Vortag damit praktisch unbewegt (Stand: 15.7.2021, 11:28 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 0,5 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 7,8 Prozent an Wert verloren.

Intel arbeitet aktuell daran, seine Fertigungskapazitäten deutlich auszubauen, und will künftig auch als Auftragsfertiger aktiv sein. Der Konzern hat in der jüngeren Vergangenheit allerdings viel Konkurrenzdruck zu spüren bekommen. In den letzten Monaten hat Intel zudem seine Großkunden Apple und Microsoft verloren. Im ersten Quartal 2021 ging bei stabilem Umsatz der Gewinn um 6 Prozent zurück, weil die Margen im Geschäft mit PC-Chips gesunken sind. Auch bleibt die Intel-Aktie schwankungsanfällig. Sie ist damit aktuell eher ein Fall für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 ist die Aktie immerhin eher günstig bewertet.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser ausführliches Unternehmensporträt.

Welche Dividendenkönige ECOreporter aktuell empfiehlt, lesen Sie in unserem Überblick Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten.

Intel Corp.:   ISIN US4581401001 / WKN 855681

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