Alle drei getesteten Fonds investieren in den dänischen Windenergiekonzern Ørsted. / Foto: Unternehmen

17.12.19 Fonds / ETF

Vergleichstest: Wie nachhaltig sind die Aktienfonds von Deka, Union Investment und DWS?

Wer bei Sparkassen, Volksbanken oder der Deutschen Bank nach nachhaltigen Aktienfonds fragt, bekommt oft deren Produkte angeboten. ECOreporter hat drei dieser nachhaltigen Investments in einem ausführlichen Vergleichstest analysiert. Welcher Fonds hat die beste Wertentwicklung? Welcher ist am nachhaltigsten? Warum investieren alle drei Fonds in Ölkonzerne? Anders gefragt: Sind es grüne Geldanlagen?

Deka-Nachhaltigkeit Aktien, UniNachhaltig Aktien Global, DWS Invest ESG Equity Income: Für viele Menschen sind dies die ersten nachhaltigen Finanzprodukte, mit denen sie in Berührung kommen. Aufgelegt haben diese Aktienfonds die Wertpapierhäuser der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie der mehrheitlich der Deutschen Bank gehörende Vermögensverwalter DWS.

Niedrige Kosten, solide Wertentwicklung

Zuerst zu den Finanzen: Die drei Fonds haben sich in den letzten Jahren im Schnitt etwas besser entwickelt als der Weltaktienindex MSCI World, den ECOreporter bei seinen Aktienfondstests als Vergleichsmaßstab heranzieht. Von Ende Oktober 2018 bis Ende Oktober 2019 betrug der Wertzuwachs zwischen 11 Prozent (UniNachhaltig) und 14 Prozent (DWS) – der MSCI World schaffte in diesem Zeitraum ein Plus von 12,5 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren liegt der Deka-Fonds mit einem Wertzuwachs von 43,5 Prozent leicht unter dem MSCI World (44,3 Prozent). Der UniNachhaltig konnte mit einem Plus von 55,2 Prozent den Vergleichsindex deutlich schlagen. Der DWS Invest ist der jüngste der drei nachhaltigen Fonds, er startete erst im August 2017. Seitdem hat er um 18,9 Prozent zugelegt – 0,6 Prozent mehr als der MSCI World.

Die Jahreskosten des UniNachhaltig und des Deka-Fonds sind mit 1,48 bzw. 1,54 Prozent niedrig. Auch der DWS Invest ist mit Gesamtkosten von 1,80 Prozent nicht teuer. Viele andere nachhaltige Aktienfonds kassieren 2 Prozent oder mehr (beispielsweise der BNP Paribas Global Environment und der Pictet – Global Environmental Opportunities) . ETFs wiederum verlangen oft nur 0,3 bis 0,8 Prozent.

Bei den Kursschwankungen unterscheiden sich die drei Fonds deutlich. Der DWS Invest entwickelte sich in den letzten Jahren sehr gleichmäßig. Der UniNachhaltig verzeichnete moderate Schwankungen. Beim Deka-Nachhaltigkeit Aktien fielen die Kursausschläge extremer aus – nach oben wie nach unten.

Grundsätzlich gilt für Aktienfonds: Wer in Zeiten von Kursspitzen Fondsanteile kauft und sie später zu niedrigeren Kursen wieder veräußern muss, dürfte sich ärgern. Aktienfonds sind keine Tagesgeldkonten, sondern eignen sich in erster Linie als langfristige Investments. Daher gehen im ECOfondstest die längerfristigen Wertentwicklungen auch mit deutlich mehr Gewicht in die Testwertung ein als die Ein-Jahres-Ergebnisse. ECOreporter empfiehlt, Aktienfonds mindestens fünf, besser aber sieben Jahre zu halten.

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