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Aktien auf Pump kaufen – eine Gefahr für den Finanzmarkt
Vor allem in den USA investieren derzeit so viele Anlegerinnen und Anleger wie noch nie mit geliehenem Geld in Aktien. Dadurch steigt das Crash-Risiko.
Laut der US-Aufsichtsbehörde Finra sind US-Anleger aktuell mit etwa 1,3 Billionen geliehenen Dollar in Aktien investiert – ein Allzeitrekord. Weil es an der Börse in den letzten Jahren trotz der globalen Krisen fast durchgehend aufwärts gegangen ist, versuchen Investoren, möglichst viel Geld am Aktienmarkt zu verdienen, und kaufen deshalb Papiere auf Pump, wenn die eigene Liquidität ausgereizt ist.
Solange die Kurse steigen, ist das kein Problem. Kommt es jedoch zu Rücksetzern, etwa weil der KI-Hype abebbt oder die Krise im Nahen Osten länger andauert als erwartet, wird es für einige Anleger brenzlig: Sie müssen dann nämlich Aktien mit Verlust verkaufen, um ihre Wertpapierkredite zurückzahlen oder höhere Sicherheiten für ihre Darlehen hinterlegen zu können, und verstärken damit noch die Abwärtsspirale an der Börse.
Dass diese Gefahr nicht zu unterschätzen ist, belegen Recherchen des „Handelsblatts“. Danach wurden vor den drei größeren Einbrüchen an den US-Börsen in den letzten 30 Jahren – dem Platzen der Dotcom-Blase 2000, dem Beginn der Finanzkrise 2008 und dem Coronacrash 2021 – immer sehr viele Aktien auf Kredit gekauft. Heißt: Sollten etwa im heiß gelaufenen Tech-Sektor Markterwartungen nicht erfüllt werden und deshalb Kurse spürbar nachgeben, könnten die Verluste wegen der hohen Kreditquote besonders drastisch ausfallen.
Finger weg von kreditfinanzierten Aktiendeals!
Aktienkauf auf Pump ist vor allem ein Thema für Profiinvestoren. ECOreporter rät privaten Anlegerinnen und Anlegern grundsätzlich davon ab, sich Geld zu leihen, um es zu investieren. Die Risiken stehen in keinem Verhältnis zu den Chancen, im schlimmsten Fall droht die Privatinsolvenz.
Auch die EU-Finanzaufsichtsbehörde ESMA warnt derzeit vor Gefahren am Aktienmarkt, vor allem wegen der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs bei gleichzeitig weiterhin hohen Aktienbewertungen (ECOreporter berichtete hier).
ECOreporter empfiehlt: Streuen Sie ihre Aktien-Investments breit über zahlreiche Branchen und Regionen, am besten über nachhaltige ETFs und grüne Fonds, und setzen Sie nicht zu stark auf Trendthemen wie KI – hier sind viele Aktien bereits klar zu teuer. Ebenfalls wichtig: Achten Sie darauf, so viel Geld in vergleichsweise sichere Produkte wie Fest- und Tagesgeld oder große Anleihen zu investieren, dass Sie mit dem Gesamtrisiko Ihrer Geldanlagen nachts ruhig schlafen können. Denn erfahrungsgemäß ist nichts schädlicher für die langfristigen Renditen als Panikverkäufe, wenn es an der Börse mal nicht so gut läuft.
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