Windräder von Siemens Gamesa. / Foto: Unternehmen

19.06.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Windaktien: Bis zu 20 % Plus seit einem Monat

Manche Windaktien schossen zuletzt in die Höhe, andere gaben nach. Wo lohnt sich noch der Einstieg? Erfahren Sie mehr in unserem Windaktien-Überblick.

Aktien von Windanlagenbauern wie Vestas, Siemens Gamesa und Nordex unterlagen Kurskorrekturen, Windstromerzeuger und -projektierer kletterten steil. Welche Aktie bietet noch Chancen?

Vestas: Gute Aussichten – aber hohe Bewertung

Der dänische Windanlagenbauer Vestas hat im zweiten Quartal Aufträge für die Auslieferung von Windkraftanlagen mit einem Gesamtvolumen von 2,8 Gigawatt (GW) erhalten. Für das Auftaktquartal des Jahres meldete das Unternehmen Aufträge für 3 GW.

Das Vestas-Management erwartet für 2019 einen Umsatz von 10,75 bis 12,25 Milliarden Euro. Laut Analysten-Schätzungen soll der Umsatz von 2019 auf 2020 um 5 Prozent und der Gewinn um 19 Prozent anwachsen. Die Analysten gehen für 2019 im Schnitt von einem Gewinn von ungefähr 785 Millionen Euro aus.

Aktuell steht die Vestas-Aktie an der Börse Xetra bei 76,54 Euro (17.6., 14:28 Uhr). In den letzten sechs Monaten hat sie ein Kursplus von 10 Prozent erzielt. Auf Sicht von einem Jahr ist sie 37 Prozent im Plus.

Die Vestas-Aktie hat beim aktuellen Kurs ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2019 von 20,6. Angesichts der relativ hohen Bewertung sollten Neueinsteiger die Aktie beobachten. Investierte Anleger bleiben  dabei. ECOreporter bleibt bei der Einschätzung: Die Aktie ist gut, aber nicht mehr günstig. 

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

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Siemens Gamesa: Gute Aussichten, moderate Bewertung

Siemens Gamesa punktete in den letzten Wochen mit zahlreichen neuen Aufträgen. Die Siemens-Tochter konnte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2018/19 um 6 Prozent und ihren Gewinn um fast 50 Prozent zum Vorjahr steigern.

Wie in der Windkraftbranche üblich, rechnet das deutsch-spanische Unternehmen vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres mit einer Belebung des Geschäfts. In den kommenden Jahren rechnen Experten mit starken Steigerungen beim Umsatz und Gewinn – vor allem aufgrund der starken Offshore-Sparte des Unternehmens.

Die Siemens Gamesa-Aktie steht im Handel an der Börse Frankfurt aktuell bei 15,27 Euro (18.6., 17:30 Uhr). Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2019 von 21 ist die Aktie angesichts der Wachstumserwartungen fair, aber nicht mehr günstig bewertet. Investierte Anleger sollten ihre Anteile halten. Neueinsteiger können mit kleinen Positionen einsteigen.

Nordex: 20 Prozent Verlust seit April

Anfang April kletterte die Nordex-Aktie aufgrund zahlreicher Aufträge auf ein Zweijahres-Hoch von 15,68 Euro. Die Ernüchterung folgte nach Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen Mitte Mai, die wenig spektakulär ausfielen (ECOreporter berichtete hier). Seitdem hat die Aktie eine Verschnaufpause eingelegt. Aktuell steht die Nordex-Aktie bei 12,32 Euro (18.6., 17:30 Uhr) und notiert damit fast 20 Prozent unter ihrem Zweijahres-Höchststand.

Die Auftragslage bei Nordex ist gut. Zuletzt meldete das im SDax notierte Unternehmen einen Auftrag aus den USA mit einem Volumen von 300 MW. Aber in die Gewinnzone wird der Windkraftkonzern erst im kommenden Jahr zurückkehren. Investierte Anleger sollten ihre Anteile halten. Neueinsteiger sollten abwarten.

Senvion: Risiko überwiegt

Senvion ist aufgrund von Projektverschiebungen und einer zu teuren Auslandsexpansion in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Ein 100-Millionen-Euro-Kredit sichert dem Unternehmen aktuell den Fortbestand des Geschäftsbetriebs.

Mehrere Medien vermuten, dass entweder Siemens Gamesa oder Toshiba den strauchelnden Windradbauer übernehmen könnte. Siemens Gamesa-Chef Markus Tacke prophezeite bereits im letzten Jahr, dass sich in naher Zukunft einige wenige Hersteller den Markt für Windkraftanlagen untereinander aufteilen werden.

Zuletzt konnte der deutsch-luxemburgische Windradbauer einem Medienbericht zufolge eine Anleihe nicht bedienen. Erfreulich war jedoch der Abschluss eines Vertrags für die Lieferung von Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 200 Megawatt (MW) Ende Mai.

Die Senvion-Aktie notiert an der Börse Xetra aktuell bei 0,78 Euro (18.6., 17:30 Uhr) und damit 13 Prozent unter dem Kurs seit dem letzten ECOreporter-Windkraftaktien-Überblick. Ob das Unternehmen wieder die Kurve kriegt, ist ungewiss. ECOreporter bleibt bei der Einschätzung: Anleger sollten die Aktie aus der Distanz beobachten.

Orsted: Hohe Bewertung, gute Aussichten

Der dänische Energiekonzern Ørsted meldete für das Auftaktquartal des laufenden Jahres rückläufige Umsätze und Gewinne (ECOreporter berichtete hier). Sie verdankten sich jedoch Einmaleffekten und sprechen nicht gegen die zukünftigen Aussichten des dänischen Versorgers. Ein ausführliches Porträt des Unternehmens finden Sie hier.

An der Börse Stuttgart steht die Ørsted-Aktie aktuell bei 75,60 Euro (18.6., 17:30 Uhr) – nur knapp unter ihrem Allzeithoch. Mit einem erwarteten KGV für 2019 von 34,21 ist Aktie hoch bewertet. Die Wachstumsaussichten sind allerdings auch sehr gut.

Aufgrund der zahlreichen Windpark-Projekte, die sich bei den Dänen in der Pipeline befinden, ist die Ørsted-Aktie etwas für Anleger mit langem Atem. Unser Ratschlag: Aufgrund der hohen Bewertung sollten Anleger die Aktie auf die Watchlist packen. Kurskorrekturen sind Einstiegsgelegenheiten.

Energiekontor: Aktie zieht an

Der Bremer Projektierer und Betreiber von Wind- und Solarparks Energiekontor hatte 2018 mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang zu kämpfen. Mit 0,40 Euro fiel die Dividende des Unternehmens für 2018 um rund 33 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2019 geht das Unternehmen von einer moderaten Gewinnsteigerung  zum Vorjahr aus. Ab 2020 rechnet Energiekontor mit deutlichen Verbesserungen beim Gewinn.

Die Energiekontor-Aktie notiert aktuell bei 18,65 Euro (18.6., 17:30 Uhr). In den letzten sechs Monaten ist die Aktie um 43 Prozent gestiegen, auf Sicht von zwölf Monaten ist sie 22,7 Prozent im Plus. Die Analysehäuser First Berlin und Metzler Capital Markets haben im März Kursziele von 23,00 bzw. 22,20 Euro für die Energiekontor-Aktie ausgegeben.

ECOreporter hatte beim letzten Windkraftaktienüberblick eine Einstiegsempfehlung gegeben. Da stand die Aktie bei 15,50 Euro. Seitdem hat die Aktie 20 Prozent im Kurs zugelegt. Energiekontor ist wie Vestas eine ECOreporter-Favoriten-Aktie. Ein Porträt von Energiekontor finden Sie hier.

PNE: Neuausrichtung im Gang

Der Cuxhavener Windparkprojektierer PNE präsentierte zuletzt gute Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres. PNE setzte im Auftaktquartal 28 Millionen Euro um, ein Plus von mehr als 80 Prozent zum Vorjahr. Die Gesamtleistung des Unternehmens belief sich auf 44,4 Millionen Euro (2018: 15,7 Millionen Euro).

Die Neuausrichtung des Unternehmens gewinnt an Fahrt. PNE möchte sich zu einem Anbieter von Lösungen für saubere Energie über alle Technologien hinweg weiterentwickeln. Das Unternehmen baut außerdem derzeit ein Windparkportfolio von 200 MW auf. Ein PNE-Windpark in Niedersachsen ist gerade ans Netz gegangen. Weitere Projekte sind im Bau.

Die PNE-Aktie steht an der Börse Stuttgart bei 2,52 Euro (18.6., 17:30 Uhr). Auf Jahressicht ist die Aktie des Cuxhavener Unternehmens 4,77 Prozent im Plus. Analysten rechnen mit einer starken Steigerung von Umsatz und Gewinn in den kommenden Jahren. Eine ausführliche Einschätzung der PNE-Aktie finden Sie hier.

Abo Invest: Aktie in leichtem Aufwind

Der Wiesbadener Windparkbetreiber ABO Invest legte für das Geschäftsjahr 2018 solide Zahlen vor. ECOreporter berichtete hier.  

Die ABO Invest-Aktie steht an der Börse Düsseldorf derzeit bei 1,65 Euro (18.6., 17:30 Uhr). Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 9,5 Prozent im Plus. ABO Invest ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. ECOreporter hat die Aktie von ABO Invest hier ausführlich analysiert.  

 

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