Nur eine Aktie der Grünen Spezialwerte konnte auf Dreimonatssicht im Kurs überzeugen. / Bild: Pixabay

14.11.18 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

ECOreporter-Favoriten-Aktien Grüne Spezialwerte: Was Anleger jetzt tun sollten, um den nächsten Anstieg nicht zu verpassen

Mehr als 12 Prozent Kurszuwachs innerhalb von drei Monaten: Das ist das Ergebnis der besten ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie “Grüne Spezialwerte“. Die Aktienkurse der anderen Unternehmen dieser Kategorie sind in den letzten drei Monaten gesunken. Seit Jahresbeginn haben drei Unternehmen zugelegt. Wo ergeben die gesunkenen Kurse derzeit die besten Einstiegschancen?

ABO Invest AG: Beste Performance innerhalb von drei Monaten

Von Mitte August bis gestern (13.11.) hat die Aktie der ABO Invest AG um mehr als 12 Prozent im Kurs zugelegt. Seit Jahresanfang 2018 sind es nur 0,6 Prozent Kursgewinn für den Betreiber von Windkraftanlagen mit Sitz in Wiesbaden.

In diesem Gut-Wetter-Jahr wehte der Wind schwach. Um möglichen Einbußen bei den Einnahmen durch schwachen Wind entgegenzuwirken, will ABO Invest sein Geschäftsfeld weiter ausbauen und das Portfolio um Solarprojekte erweitern. Die Stromproduktion aus Solarkraftwerken ist häufig, über das Jahr und die gesamte Laufzeit gesehen, weniger Schwankungen ausgesetzt als die aus Windkraftanlagen.

Der Aktienkurs der ABO Invest AG liegt (Stand gestern, 13.11., 14:30 Uhr) bei 1,58 Euro je Aktie am Handelsplatz Düsseldorf.

Der Gewinn von ABO Invest war 2017 negativ, das Unternehmen schüttete im vergangenen Jahr keine Dividende an die Aktionäre aus.

Encavis mit guter Dividendenrendite

Encavis, Deutschlands größter Solarparkbetreiber mit Sitz in Hamburg, braucht Sonne und Wind, denn das sind die Grundlagen für das Geschäft von Encavis. Zuletzt waren die Einnahmen trotz aller Wetterschwankungen stabil. Solar- und Windenergie beruhen auf einer bereits ausgereiften Technik, Risiken drohen kaum noch, deutsche Atomkraftwerke laufen aus. Zudem formiert sich immer größerer Widerstand gegen klimaschädliche Kohleenergie. Dies sind weitere Argumente für das Encavis-Geschäftsmodell. ECOreporter hatte die Aktie zuletzt im September analysiert.

Die Encavis-Aktie legte in den letzten drei Monaten (13.08. bis 13.11. 2018) um 1,6 Prozent zu, seit Jahresanfang hat sie aber 5,3 Prozent im Kurs verloren. Stand gestern (13.11., 14:30 Uhr) beträgt der Aktienkurs 6,07 Euro am Handelsplatz Xetra. Für Anleger interessant: Wer heute bei Kursen um 6 Euro kauft, kann in wenigen Jahren mit einer Dividendenrendite von knapp 5 Prozent auf seinen Einstiegskurs rechnen, sofern die Planungen von Encavis, neue Kraftwerke zu erwerben, die günstigen grünen Strom produzieren, realisiert werden.

Bei derzeitigen Kursen um 6 Euro je Aktie bieten sich Einstiegschancen, Anleger können eine kleine Position aufbauen. Die Aktie hat in den nächsten Jahren Luft nach oben, das Risiko ist überschaubar.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei etwa 18. Die Dividendenrendite beträgt 3,9 Prozent.

Steico AG bester Wert seit Jahresbeginn

Die Aktie der Steico AG hat in den letzten drei Monaten 1,6 Prozent an Wert gewonnen. Im laufenden Jahr 2018 kommt die Aktie des Spezialisten für ökologische Dämmstoffe und Bauteile sogar auf fast 18 Prozent Kurszuwachs.

Zuletzt meldete das Unternehmen aus Feldkirchen bei München erneut Rekorde bei Umsatz und Ergebnissen. Laut einem Zwischenbericht des Baustoffherstellers liegt der Umsatz auf Sicht von neun Monaten bei 187,7 Millionen Euro und damit 8,3 Prozent über der Vorjahresperiode. Der Gewinn für die ersten neun Monate des laufenden Jahres 2018 kletterte von 10,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 13,5 Millionen Euro - ein Zuwachs von fast 29 Prozent

Steico hat ein KGV von 19,7. Die Dividendenrendite liegt bei 1 Prozent (Stand 13.11.).

Anleger können eine Steico-Position aufbauen. Das Unternehmen bewies zuletzt Jahr für Jahr, dass es sein Geschäft versteht. Das zeigen vor allem die kontinuierlich gesteigerten Gewinne und Umsätze.

Energiekontor-Aktie weiter interessant

Die Energiekontor-Aktie hat in den vergangenen drei Monaten 2,1 Prozent verloren, seit Jahresbeginn 2018 liegt der Verlust bei 3,9 Prozent. Dabei laufen die Geschäfte des Windparkspezialisten gut. Das Unternehmen baut beispielsweise sukzessive Kooperationen aus.

Ende Juni hatte ECOreporter die Energiekontor-Aktie zuletzt ausführlich bewertet. Das Fazit damals: “Weil Wind- und Solarstrom heute zu wettbewerbsfähigen Preisen lieferbar sind, ist ein früheres Risiko der Energiekontor-Aktie deutlich gesunken: Die Abhängigkeit von den staatlich geregelten Einspeisevergütungen geht derzeit immer mehr Richtung null. Daher der Rat für Anleger, die es sich erlauben können, sehr langfristig zu planen: Die Energiekontor-Aktie kaufen und weglegen. Es mag sein, dass die Aktie aufgrund der politischen Risiken in den nächsten Jahren noch einmal unter den Stand heute zurückfällt. Die Chance, dass der Aktienkurs in den nächsten zwei Jahren deutlich zunimmt, ist jedoch wesentlich größer.“ An dieser Einschätzung hält ECOreporter fest.

Für die Energiekontor-Aktie spricht außerdem die im ersten Halbjahr 2018 höheren Gewinne bei gleichzeitig nur leicht gesunkenen Umsätzen. Der Konzern setzt zunehmend auf die Erschließung internationaler Märkte. Dies könnte dem Aktienkurs neuen Auftrieb geben.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei hohen 31,7. Die Dividendenrendite ist attraktiv: Sie beträgt 3,6 Prozent.

aventron AG: Nur seit Jahresanfang mit Kursgewinn

Die Aktie der aventron AG hat in den vergangenen drei Monaten (13.08. bis gestern, 13.11., 14:30 Uhr) 5,3 Prozent an Wert verloren. aventron ist ein Betreiber von Wasser-, Wind- und Solarkraftwerken in der Schweiz und in anderen Ländern Europas. Seit Jahresbeginn 2018 legte die aventron-Aktie leicht um 1,9 Prozent zu.

Zuletzt hat das Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchgeführt und neue Namensaktien ausgegeben (mehr zur Kapitalerhöhung und den ambitionierten Wachstumszielen von aventron erfahren Sie in unserem Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Antoine Millioud).

ECOreporter empfahl die Aktie zuletzt für langfristig orientierte Anleger. Da die aventron-Aktie nur an der Börse Bern gehandelt wird und der Aktienhandel dort für deutsche Anleger mit einer höheren Gebühr verbunden ist, sollten Anleger eine lange Haltedauer im Blick haben. Zudem sollte man die hohe Preisspanne (engl. Spread) zwischen Kauf- und Verkaufskurs von durchschnittlich 3 bis 4 Prozent beachten.

Der gestrige Kurs (13.10., 14:30 Uhr) liegt bei knapp 9 Schweizer Franken (CHF) (umgerechnet knapp 7,90 Euro).

Im ersten Halbjahr 2018 hat die aventron-Gruppe nach Steuern 6,4 Millionen CHF Gewinn erzielt (umgerechnet mehr als 5,6 Millionen Euro). Das sind 0,19 CHF pro Aktie (0,17 Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) lag im ersten Halbjahr 2018 bei 15,6 Millionen CHF (13,7 Millionen Euro).

Beim derzeitigen Aktienkurs ergibt das ein KGV von 33. aventron schüttete für 2017 eine Dividende von 0,23 CHF je Aktie aus (0,20 Euro), das ergäbe beim derzeitigen Kurs eine Dividendenrendite von 2,8 Prozent. Das Unternehmen will in Zukunft die Dividendenausschüttung stabil halten.

Die Chancen auf wieder ansteigende Kurse der aventron-Aktie stehen nicht schlecht, und auch die Risiken sind nach wie vor überschaubar. Einzukalkulieren sind aber die hohen Gebühren beim Kauf der Aktie an der Schweizer Börse Bern sowie der Spread zwischen 3 und 4 Prozent auf den Kaufkurs.

UmweltBank: Kursverluste, aber gute Geschäfte

Um mehr als 7,5  Prozent fielen die Aktien von Deutschlands einziger grüner börsennotierter Bank in den letzten drei Monaten. Seit Jahresanfang liegt der Kursverlust bei über 20 Prozent. Gestern (13.11., 14:30 Uhr) notierte die Aktie bei 8,62 Euro.

Zuletzt hat die Bank gute Halbjahreszahlen für 2018 vorgelegt. Die Anzahl der verkauften Kredite erhöhte sich im ersten Halbjahr um 6,2 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2017. Laut Angaben der UmweltBank konnte das Kreditvolumen vor allem durch mehr Bau- und Projektfinanzierungen zulegen. Das Ergebnis verbesserte sich mit einem Zuwachs von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. Das grüne Kreditinstitut führt den Ergebnisanstieg auf außerplanmäßige Erträge zurück. Das Geschäft läuft, die Wettbewerbsposition ist weiterhin gut. Dass der Kurs gesunken ist, könnte daran liegen, dass sich Altaktionäre von der Aktie getrennt haben. Die UmweltBank-Aktie bleibt aber nach wie vor interessant.

Das KGV ist mit 9,5 günstig, die Dividendenrendite mit 3,4 Prozent attraktiv.

Fazit: Auch wenn in den vergangenen drei Monaten und seit Jahresbeginn 2018 die Aktien der Grünen Spezialwerte eher verloren haben, bieten die Unternehmen langfristig Potenzial. Sie sind in ihrem Gebiet Spezialisten und haben zukunftsträchtige Nischen gefunden, in denen sie wachsen können.

Dennoch sollten Anleger eines nicht vergessen: Kaufen, ins Depot legen und jahrelang nicht hingucken - das funktioniert heute nicht mehr, erst recht nicht bei Spezialwerten. Und man sollte hier nicht den Hauptteil seines Vermögens anlegen. Eher geht es um eine Beimischung, um das richtige Gewürz für Ihr Aktiendepot.

ABO Invest, Encavis, Steico, aventron, Energiekontor und die UmweltBank sind allesamt ECOreporter-Favoriten-Aktien der Reihe Grüne Spezialwerte.

 

 

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