Windpark in den USA mit Windrädern von Vestas. / Foto: Unternehmen

04.02.20 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Welche Chancen haben Windaktien?

2019 war ein gutes Jahr für Windaktien – die beste von ECOreporter beobachtete Windaktie machte auf Jahressicht ein Plus von fast 90 Prozent. Setzt sich das Kursfeuerwerk in diesem Jahr fort? Welche Windaktien sind derzeit aussichtsreich, welche Papiere sollten Anleger meiden?

Obwohl hierzulande der Windkraftausbau stockt, werden weltweit immer mehr neue Windräder errichtet – sowohl an Land als auch auf hoher See. Führend im Windkraftausbau ist aktuell Asien vor Europa.

Das Investorennetzwerk Principles for Responsible Investment (PRI) sieht bei Windaktien großes Potenzial. In einer Ende 2019 veröffentlichten Studie geht PRI davon aus, dass Aktien aus der Windkraftbranche bis 2025 ein Kurspotenzial von gut 170 Prozent besitzen. Insbesondere zunehmende staatliche Regulierungen für mehr Klimaschutz sollen Windaktien – wie auch Aktien aus der Solarbranche - Auftrieb geben.

Welche Unternehmen können vom weltweiten Ausbau der Windkraft profitieren? Die Windanlagenhersteller wie Vestas, Siemens Gamesa und Nordex haben derzeit niedrigere Gewinnmargen als früher; vor allem Strafzölle und hohe Rohstoffpreise machen ihnen zu schaffen. Dennoch sind ihre Aktien 2019 aufgrund der guten Zukunftsaussichten stark gestiegen.

Windparkprojektierer und Windparkbetreiber profitieren ebenfalls: Durch den weltweit zunehmenden Ausbau der Windkraft und die sinkenden Kosten für Windparks ist dieses Segment der Branche auch an der Börse im Aufwind.

Windanlagenbauer

Vestas ist derzeit - nach Marktanteil - der größte Hersteller von Windkraftanlagen. Als der Konkurrent Siemens Gamesa Ende Januar schwache Zahlen für das vierte Quartal 2019 veröffentlichte, ging es auch mit der Vestas-Aktie kurzzeitig bergab. Mittlerweile hat sich die Aktie wieder erholt. Sie notiert an der Börse Xetra aktuell bei 89,72 Euro (3.2., 18:00 Uhr).

Am 5. Februar will Vestas die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr präsentieren. Die Analysten-Einschätzungen zum Potenzial der Aktie sind gemischt. Die US-Bank JPMorgan rät, Vestas-Aktien zu verkaufen. Das Kursziel der Aktie liegt laut Analyst Akash Gupta bei etwa 61,60 Euro und damit mehr als 30 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Die Deutsche Bank ist optimistischer und empfiehlt bei Vestas den Einstieg. 2020 dürfte für den Windkraftkonzern ein sehr starkes Jahr werden, schreibt Analyst Vivek Midha in einer aktuellen Studie. Der Experte der Deutschen Bank sieht die Vestas-Aktie auf Sicht von zwölf Monaten bei 93,67 Euro, 4,4 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Die Vestas-Aktie ist in den letzten zwölf Monaten sehr stark gestiegen. Für ECOreporter bleibt die Aktie ein solides Langfristinvestment. Investierte Anleger sollten dabeibleiben, Neueinsteiger die Veröffentlichung der Geschäftszahlen am 5. Februar abwarten. Wenn Vestas schlechtere Zahlen präsentiert als erwartet, könnte sich eine Einstiegsgelegenheit ergeben.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Siemens Gamesa schlittert in Verlustzone

Siemens Gamesa ist im letzten Quartal 2019 in die Verlustzone gerutscht. Das Management des deutsch-spanischen Windkraftkonzerns senkte wegen Projektverzögerungen und des anhaltenden Preisdrucks auf dem Windanlagenmarkt die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2019/20 (Oktober 2019 bis September 2020) - bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate.

Im laufenden Geschäftsjahr 2019/20 rechnet Siemens Gamesa nur noch mit einer operativen Gewinnmarge (EBIT-Marge) von 4,5 bis 6 Prozent. Zuvor war der Konzern von 5,5 bis 7 Prozent ausgegangen.

Anfang November bezeichnete Siemens Gamesa-Chef Markus Tacke das Geschäftsjahr 2019/20 als ein "Übergangsjahr", was den Gewinn betrifft. Aber: Der Auftragsbestand von Siemens Gamesa ist mit 28,1 Milliarden Euro (Stand: Ende 2019) hoch, und der Konzern hat bereits Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht.

Aktuell notiert die Siemens Gamesa-Aktie an der Frankfurter Börse bei 15,26 Euro. Sie ist auf Sicht von einem Jahr 17 Prozent im Plus.

Branchenexperten rechnen für das Geschäftsjahr 2019/20 bei Siemens Gamesa mit einem leichten Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr – pro Aktie soll ein Gewinn von 18 Eurocent erwirtschaftet werden nach 21 Eurocent im Vorjahr. 2020/21 soll sich der Gewinn deutlich verbessern.

ECOreporter sieht Potenzial bei Siemens Gamesa. Insbesondere die Offshore-Sparte verspricht starkes Wachstum. Im Vergleich zu den Konkurrenten ist die Aktie allerdings hoch bewertet (KGV für 2019/20 über 24). Deshalb rät ECOreporter Neueinsteigern, die Siemens Gamesa-Aktie zu beobachten. Bereits investierte Anleger sollten ihre Anteile halten.

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