Windkraftanlagen von Nordex: Zuletzt legte die Aktie des Hamburger Unternehmens stark zu - trotzdem ist Nordex keine ECOreporter-Mittelklasse-Favoriten-Aktie mehr. / Foto: Unternehmen

20.02.19 Aktientipps , Aktien-Favoriten

Nachhaltige Mittelklasse-Aktien: Bis zu 32% Plus - seit Jahresbeginn

Sie sind keine Riesen und grüne Spezialwerte, sie sind eben mittelgroß, die ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorie Mittelklasse. Aber sie haben den Anlegern in den letzten zwölf Monaten Freude bereitet - mit einer Ausnahme. Lesen Sie in diesem Bericht, welche Werte am besten liefen, wo ECOreporter zur Vorsicht rät und wer verloren hat.

Aktien des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex haben seit Anfang 2019 fast 32 Prozent zugelegt. Bei dem Hamburger Windanlagenbauer beginnt die im Oktober 2018 vereinbarte strategische Partnerschaft mit der RWE-Tochter innogy erste Früchte zu tragen. Nordex geht davon aus, in den nächsten Monaten von innogy Aufträge über bis zu 400 Megawatt (MW) zu erhalten. Unternehmensangaben zufolge arbeiten Nordex und innogy an gemeinsamen Projekten mit einem Volumen von 1,7 Gigawatt (GW) (mehr dazu erfahren Sie auch in diesem Beitrag: ECOreporter-Favoriten-Aktie Nordex: Aufträge legen um 73 Prozent zu).

Dennoch hat ECOreporter nun die Aktie des dänischen Windkraft-Spezialisten Vestas für Nordex in das Mittelklasse-Favoriten-Depot aufgenommen. Näheres erfahren Sie hier: Favoriten-Aktien-Tausch - Vestas löst Nordex ab.

Die Nordex-Aktie notierte gestern nach Börsenschluss (19.2., 17:30 Uhr) bei 10,01 Euro.

Deutsche Pfandbriefbank: Hohe Dividendenrendite

Die Deutsche Pfandbriefbank (kurz: pbb) mit Sitz in Unterschleißheim bei München hat im ersten Halbjahr 2018 vor Steuern einen Gewinn von 122 Millionen Euro erzielt, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Neugeschäft sank hingegen auf 3,8 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten. Im ersten Halbjahr 2017 waren es noch knapp 5 Milliarden Euro. Grund für den Rückgang sei der starke Wettbewerb gewesen, so das Kreditinstitut.

Mitte November vergangenen Jahres hatte die pbb ihre Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2018 erneut angehoben, bleibt jedoch mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung vorsichtig. Nach Börsenschluss (19.2., 17:30 Uhr) notierte die pbb-Aktie im Xetra-Handel bei 10,20 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 10,2, die Dividendenrendite bei sehr hohen 8,3 Prozent.

Anleger sollten an der Aktie festhalten. Aufgrund der hohen Dividendenrendite bietet sich für Neueinsteiger trotz der gestiegenen Kurse noch eine Kaufgelegenheit. Allerdings sind Dividendenkürzungen wegen des starken Wettbewerbsdrucks möglich.

Wessanen: mit Bio-Lebensmitteln zurück in die Gewinnzone

Die Wessanen-Aktie hat 2019 fast 11 Prozent gewonnen. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam ist auf den Handel mit Bio-Lebensmitteln spezialisiert.

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Wessanen hatte einen Kursrückgang von mehr als 50 Prozent innerhalb des vergangenen Jahres zu verzeichnen. Seit Jahresbeginn 2019 steigt der Kurs wieder. Zuletzt hatte das Unternehmen schwache Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2018 veröffentlicht. Von Juli bis September erwirtschaftete Wessanen einen Umsatz von 144,2 Millionen Euro und damit 2 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn ging um 18,3 Prozent auf 10,4 Millionen Euro zurück.

Wessanen hat 2018 einige Unternehmen gekauft. Im Bereich Bio-Lebensmittel ist das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam Marktführer. Aktionäre mit einem langfristigen Anlagehorizont sollten an der Wessanen-Aktie festhalten, Neueinsteiger können eine Position zum aktuell noch günstigen Kurs aufbauen.

Gestern nach Börsenschluss (19.2., 17:30 Uhr) notierte die Wessanen-Aktie an der Frankfurter Börse bei 8,86 Euro. Das KGV liegt bei 19,2, die Dividendenrendite bei 1,6 Prozent.

Nur ein Verlierer bei den Favoriten der Mittelklasse-Aktien

Nur eine Aktie schnitt in 2019 bisher schlecht ab: Church & Dwight mit minus 1,6 Prozent. Der Konsumgüterkonzern, 1846 gegründet, ist führend in der Herstellung von Produkten auf Basis von Natriumbicarbonat - das ist vor allem Backpulver. Ein natürliches Produkt, das reinigt, Duftstoffe verdeckt und fermentiert. Church & Dwight vertreibt seine Produkte in den USA unter der Hauptmarke Arm & Hammer.

Church & Dwight hat die Analysten-Erwartungen minimal verfehlt (mehr dazu erfahren Sie hier). Im vierten Quartal 2018 steigerte der US-Konzern die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 1,07 Milliarden US-Dollar (circa 946 Millionen Euro). Der Gewinn wuchs um 9,6 Prozent auf 0,57 US-Dollar (fast 51 Eurocent) pro Aktie. Im Gesamtjahr 2018 steigerte Church & Dwight den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent. Insgesamt verkaufte das US-Unternehmen Haushaltswaren und Kosmetikprodukte für 4,14 Milliarden US-Dollar (3,66 Milliarden Euro).

Der Gewinn pro Aktie beläuft sich auf 2,27 US-Dollar (2 Euro), 17 Prozent mehr als 2017. Der Vorstand plant, für 2018 die Dividende um 5 Prozent zu erhöhen. Insgesamt sollen Church & Dwight-Aktionäre pro Aktie eine Jahresdividende von 0,91 US-Dollar (mehr als 80 Eurocent) erhalten. Die Dividendenrendite beträgt 1,4 Prozent.

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Das Church & Dwight-Management geht davon aus, dass der Umsatz 2019 um 3,5 Prozent steigen wird. Insbesondere neue Produkte und eine deutliche Erhöhung der Preise sollen den Umsatz antreiben.

Die Church & Dwight-Aktie notierte gestern Abend nach Börsenschluss (19.2., 22:00 Uhr) bei 64,69 US-Dollar (knapp 56,90 Euro) am Handelsplatz New York. Das KGV liegt bei 26,3. Anleger können in Schwächephasen eine kleine Position Church & Dwight-Aktien aufbauen.

Wird Osram Licht verkauft?

2018 hat die Osram Licht-Aktie mehr als 50 Prozent an Wert verloren (Performance Anfang Januar 2019 bis heute: 6,7 Prozent). Der Beleuchtungshersteller mit Sitz in München will nach seinem großen Konzernumbau in den vergangenen Jahren sparen. Die Kosten sollen drastisch gesenkt werden, hieß es nach Konzernangaben. Zudem will Osram Licht nicht mehr rentable Sparten verkaufen. Trotz des zuletzt deutlichen Kursrutsches ist das KGV mit knapp über 30 immer noch sehr hoch. Die Dividendenrendite liegt bei ordentlichen 2,7 Prozent.

Zuletzt machten Gerüchte die Runde, Osram werde von dem US-Finanzinvestor Carlyle übernommen. Der Kaufpreis beträgt gerüchteweise 4 Milliarden Euro (aktuelle Marktkapitalisierung: fast 3,5 Milliarden Euro).

AGT Food and Ingredients: Abgang von der Börse?

Der kanadische Hülsenfrüchtespezialist AGT Food and Ingredients wird wahrscheinlich im zweiten Quartal 2019 von der Börse genommen. Nach monatelangen Verhandlungen hat das Unternehmen Anfang Dezember das Übernahmeangebot eines Konsortiums um AGT-Geschäftsführer Murad Al-Katib angenommen. Die Investoren bieten AGT-Aktionären 18 Kanadische Dollar pro Aktie – ein Aufschlag von fast 7 Prozent zum derzeitigen Aktienkurs.

Spätestens wenn die letzten noch ausstehenden Genehmigungen für die Übernahme vorliegen, wird ECOreporter AGT in der Favoriten-Rubrik nachhaltige Mittelklasse durch ein anderes Unternehmen ersetzen.

Wodurch sich die ECOreporter-Favoriten-Aktien in nachhaltiger Hinsicht auszeichnen, lesen Sie hier. Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Nachhaltigkeit, K.O.-Kriterien wie Kinderarbeit, Gentechnik usw. sowie allgemeine strategische Grundlagen für die nachhaltigen Mittelklasse-Aktien, die nachhaltigen Dividendenkönige und die Grünen Spezialwerte.

Alle genannten Unternehmen gehören zu den ECOreporter-Favoriten-Aktien aus der Reihe der Mittelklasse-Aktien. Zu den ausführlichen Unternehmensporträts gelangen Sie hier.

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