Dividendenkönige sind Aktiengesellschaften, die kontinuierlich ihre Dividenden erhöhen. Aufgrund der Corona-Krise zahlen allerdings auch einige Dividendenkönige aktuell keine Dividende. / Foto: Pixabay

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Nachhaltige Dividendenkönige: Bis 19 % Plus trotz Corona

Auch die 15 nachhaltigen ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorie Dividendenkönige sind nicht immun gegen das Coronavirus. Aber einige erweisen sich in der aktuellen Krise als sehr robust. Bei welchen Aktien lohnt sich derzeit der Einstieg – und welche sollten Sie links liegen lassen?

Die ECOreporter-Dividendenkönige tragen ihren Namen, weil sie seit vielen Jahren Dividenden zahlen und ihre Ausschüttungen regelmäßig erhöhen. Darauf können sich Anleger momentan allerdings nicht mehr verlassen: Denn auch bei einigen ECOreporter-Dividendenkönigen ist derzeit wegen der Corona-Krise ungewiss, ob Anleger eine Dividendenzahlung erhalten. Immerhin: Das Pleiterisiko ist bei allen 15 Unternehmen aktuell vergleichsweise gering. ECOreporter hat sich die Verschuldungssituation seiner Dividendenkönige angesehen und keine gravierenden Probleme in der Kapitalstruktur festgestellt (mehr dazu können Sie hier lesen).

Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg lohnen

SAP: Geringe Einbußen durch Corona

Die Aktie von SAP hat auf Sicht von einem Monat 11 Prozent an Wert gewonnen (Stand 5.5.2020, 17:30 Uhr). Für das erste Quartal 2020 meldete der Walldorfer Softwarekonzern gute Zahlen. SAP erwartet bislang nur moderate Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftsentwicklung. Die Prognose für 2020 hat das Unternehmen leicht gesenkt. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Umsatzrückgang von ungefähr 1 Milliarde Euro. Der Gewinn soll um 500 Millionen Euro geringer ausfallen als ursprünglich erwartet.

Wirtschaftlich steht SAP nach wie vor glänzend da. Der Konzern gehört zu den Weltmarktführern für Unternehmens-Software, und das Geschäft mit Cloud-Angeboten wächst rasant. Für das Geschäftsjahr 2020 liegt das erwartete KGV bei 19,5. Damit ist die Aktie nach wie vor nicht zu hoch bewertet. Analysten raten mehrheitlich zum Kauf. Sie sehen bei der Aktie auf Jahressicht im Schnitt ein Aufwärtspotenzial von ungefähr 18 Prozent. 

Fresenius: Krisenresistentes Geschäftsmodell

Die wirtschaftliche Situation des Gesundheitskonzerns Fresenius ist eigenen Angaben zufolge trotz der Corona-Krise gut. Die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens aus Bad Homburg würden in der Krise gebraucht, teilte Fresenius Ende März mit. Der Konzern hält trotz der Corona-Pandemie an seinen Zielen für 2020 fest. Der Umsatz soll im laufenden Jahr währungsbereinigt um bis zu 7 Prozent steigen. Beim Gewinn erwartet Fresenius eine Verbesserung um bis zu 5 Prozent.

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Fresenius hatte für 2019 solide Zahlen veröffentlicht (mehr erfahren Sie hier). Über die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2020 will Fresenius am 6. Mai berichten.

Die Fresenius-Aktie ist auf Sicht von einem Monat 9,2 Prozent im Plus. Aktuell ist die Aktie mit einem erwarteten KGV für 2020 von 11 günstig bewertet. ECOreporter bleibt bei seiner Einschätzung: Bei der Aktie kann sich ein Einstieg auf lange Sicht lohnen.

Linde: Weltmarktführer für Industriegase

Linde hat seinen Umsatz 2019 gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 28,2 Milliarden US-Dollar gesteigert. Der Nettogewinn wuchs sogar um 21 Prozent auf 4 Milliarden US-Dollar. Vor allem Preiserhöhungen in Europa und Asien sowie Kostensenkungen aufgrund der Fusion mit dem US-Konzern Praxair hätten den Gewinnanstieg ermöglicht, so Linde. Die letzte Quartalsdividende hat Linde um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Branchenexperten vermuten, dass Linde unter dem stark gefallenen Ölpreis und der zurückgegangenen Industrienachfrage leiden könnte. Bislang hat das Unternehmen aber keine Gewinnwarnung abgegeben. Die nächsten Quartalszahlen will Linde am 7. Mai veröffentlichen.

Die Linde-Aktie ist auf Sicht von einem Monat 11,2 Prozent im Plus. Sie ist derzeit mit einem KGV von 23 nicht günstig bewertet. Aber die langfristigen Aussichten des Unternehmens überzeugen. Neueinsteiger sollten mit einem Einstieg jedoch bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen warten. Fallen die Zahlen schlechter aus als erwartet, könnte der Kurs etwas fallen.

Colgate-Palmolive, Procter & Gamble: Langfristig gute Aussichten

Die US-Konsumgüterkonzerne Colgate-Palmolive und Procter & Gamble haben ein Corona-resistentes Geschäftsmodell. Seife, Zahnpasta und Reinigungsmittel werden auch in Krisenzeiten gebraucht. Beide Unternehmen haben im ersten Quartal 2020 ihre Umsätze und Gewinne gesteigert – auch wegen Corona-bedingter Hamsterkäufe (mehr erfahren Sie hier und hier).

Beide Aktien sind aussichtsreich, mit einem aktuellen KGV von jeweils 24 aber hoch bewertet. Wer einsteigen möchte, sollte einen langen Anlagehorizont mitbringen oder auf Kursrücksetzer warten.

Bei diesen Aktien rät ECOreporter zur Vorsicht

SEB: Corona drückt auf die Gewinne

Die schwedische Großbank SEB bekam bereits im ersten Quartal 2020 die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Der Umsatz brach um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf umgerechnet 940 Millionen Euro ein. Der Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und lag bei 220 Millionen Euro.

Ob die Bank Anlegern für 2019 eine Dividende auszahlen wird, ist derzeit noch ungewiss. Bereits Ende März kündigte die SEB an, sie werde überprüfen, ob sie eine Dividende ausschütten werde. Die schwedische Regierung und die oberste Finanzaufsichtsbehörde des Landes hatten die schwedischen Banken dazu aufgefordert, ihre Dividendenzahlungen auszusetzen.

Auf Monatssicht ist die SEB-Aktie 19 Prozent im Plus. Auf Jahressicht liegt sie 20 Prozent im Minus. Analysten sehen bei der Aktie nicht mehr viel Luft nach oben – obwohl das erwartete KGV für 2020 von ungefähr 10 günstig erscheint. ECOreporter rät Anlegern, die SEB-Aktie vorerst zu beobachten. 

Henkel: Schlechtere Aussichten als die Konkurrenz

Aufgrund des unklaren Verlaufs der Corona-Pandemie hat das Henkel-Management Anfang April seine Geschäftsprognose für 2020 zurückgezogen. Henkel hatte ursprünglich ein Umsatzwachstum zwischen 0 und 2 Prozent und einen Rückgang der EBIT-Marge von 16 auf 15 Prozent erwartet. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern hatte also bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie Schwierigkeiten. Das Klebstoffgeschäft des Unternehmens leidet derzeit unter einer schwachen Industrienachfrage. Und im Kosmetiksegment sind einige Konkurrenten besser aufgestellt.

Aktuell notiert die Henkel-Vorzugsaktie bei 78,90 Euro (5.5.2020, 17:30 Uhr). Auf Sicht von einem Monat ist sie zwar fast 10 Prozent im Plus. Auf Drei-Jahres-Sicht liegt sie aber 39 Prozent im Minus. Wann sich die Lage bei Henkel bessern wird, ist derzeit ungewiss. ECOreporter rät deshalb von einem Neueinstieg in die Aktie ab.

Unibail-Rodamco-Westfield: Einstieg riskant

Der französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco-Westfield (URW) hat in der Corona-Krise stark gelitten – der Kurs ist auf Sicht von zwölf Monaten um 67 Prozent gefallen. URW hat für das erste Quartal 2020 solide Zahlen präsentiert. Für das zweite Quartal geht das Unternehmen allerdings von einem starken Umsatz- und Gewinnrückgang aus (mehr erfahren Sie hier).

Die Dividende hat das Unternehmen mittlerweile halbiert (mehr können Sie hier lesen). Auch bei URW rät ECOreporter aktuell von einem Neueinstieg ab.

Siemens: Corona-bedingte Auftragsflaute

Der Münchener Technologiekonzern Siemens befindet sich im Umbruch, will sich stärker auf das digitale Geschäft konzentrieren. Das kostet erst einmal viel Geld. Im letzten Quartal 2019 ist der Gewinn eingebrochen – wegen der Auftragsflaute im wichtigen Automobil- und Maschinenbausektor, die sich jetzt durch das Coronavirus noch verschärfen dürfte. Am 8. Mai wird Siemens über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2020 berichten.

Auf Sicht von fünf Jahren liegt die Siemens-Aktie gut 17 Prozent im Minus. ECOreporter rät bis auf Weiteres davon ab, Siemens-Aktien zu kaufen.

Eine Übersicht über alle ECOreporter-Dividendenkönige sowie Porträts aller Unternehmen finden Sie hier.

Hier erfahren Sie, ob Aktien derzeit (schon wieder) zu teuer sind.

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