Der Helmspezialist MIPS gehört zu den nachhaltigen Gewinnern des Börsenjahres 2021. / Foto: Pixabay

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Das sind die erfolgreichsten nachhaltigen Aktien 2021

294 Prozent – so viel hat die beste von ECOreporter untersuchte grüne Aktie im letzten Jahr an Wert gewonnen. Auch andere nachhaltige Papiere legten 2021 dreistellig zu. Die Redaktion hat sich die zehn größten Kursraketen angesehen und sagt Ihnen, wo sich trotz der hohen Zuwächse weiterhin Kaufgelegenheiten bieten.

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Hier kann sich der Einstieg derzeit lohnen

United Natural Foods (UNF) hat sich neu aufgestellt und von unrentablen Unternehmensteilen getrennt. Mit Erfolg: Der größte Bio-Lebensmittel-Großhändler der USA setzte im Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 knapp 27 Milliarden US-Dollar um und übertraf damit das bereits sehr gute Geschäftsjahr 2020. Weil weniger Umstrukturierungskosten anfielen, erzielte der Konzern 2021 einen Nettogewinn von 149 Millionen Dollar. In den beiden Vorjahren hatte UNF jeweils ein Minus von etwa 280 Millionen Dollar verbuchen müssen.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 setzte sich die positive Entwicklung fort (ECOreporter berichtete hier). Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatzanstieg auf ungefähr 28 Milliarden Dollar und einen Gewinnzuwachs von etwa 4 Prozent.

Im Kalenderjahr 2021 legte die Aktie um 243 Prozent zu (siehe Tabelle unten). Trotzdem ist sie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 weiterhin günstig bewertet. Wer einsteigt, sollte aber einen langen Atem haben und zwischenzeitliche Verluste verkraften können – Aktien von Lebensmittelunternehmen sind traditionell schwankungsanfällig. ECOreporter hatte die UNF-Aktie im Juni 2021 risikofreudigen Anlegerinnen und Anlegern zum Kauf empfohlen. Seitdem ist der Kurs um fast 40 Prozent gestiegen.

Die Wertentwicklung der zehn Aktien (sortiert nach der Jahres-Performance 2021):

UnternehmenBrancheWKNAktueller Kurs in € (11.1.2022)Kursent-wicklung 3 Monate (%)Kursent-wicklung 2021 (%)Kursent-wicklung
5 Jahre (%)
Markkapita-lisierung in Millionen €
Vulcan Energy ResourcesLithiumA2PV3A6,54-12,4293,6*861
United Natural FoodsBio-Lebensmittel90361539,70-1,9243,5-7,42.310
BioNTechPharmaA2PSR2198,55-4,5194,9*48.150
NvidiaHalbleiter918422243,5034,5149,9860,6609
GCL PolySilizium/SolarmoduleA0M61Y0,2936,2125,5204,17.750
MIPSHelmeA2DNT686,856,1120,91.649,52.270**
PVA TePlaMaschinenbau74610037,858,8113,31.548,6823
RenewiAbfall/RecyclingA3CRFF8,662,693,6-26,8671
SteicoBaustoffeA0LR9398,10-8,889,2582,91.380
CentrothermMaschinenbauA1TNMM5,36-7,181,3214,7113

Daten ohne Gewähr; Datenstand: 1.1.2022 bzw. 11.1.2022 *Unternehmen noch keine 5 Jahre an der Börse **Seit dem Börsengang im März 2017

Noch ein zweiter Tipp für Investoren, die kein Problem mit höheren Anlagerisiken haben: Die Aktie des Mainzer Pharma-Unternehmens BioNTech ist mit einem erwarteten KGV von 6 weiterhin niedrig bewertet, obwohl sich der Kurs 2021 fast verdreifacht hat. Der Corona-Impfstoff beschert BioNTech derzeit Milliardengewinne. Die werden sich auf lange Sicht wahrscheinlich nicht halten lassen, doch der Konzern entwickelt bereits weitere mRNA-basierte Präparate, etwa zur Behandlung verschiedener Krebsarten. Ein Investment in die Aktie ist auch eine Wette darauf, dass BioNTech mit diesen Medikamenten Erfolg haben wird. Die Voraussetzungen dafür sind aber gut. Eine detaillierte Analyse der BioNTech-Aktie können Sie hier lesen.

Renewi ist einer der größten europäischen Abfallentsorger und Recycler und hauptsächlich in den Benelux-Ländern aktiv. Über Tochtergesellschaften ist das britische Unternehmen sowohl als kommunaler Entsorger als auch für Industriekunden tätig.

Nach vier Jahren in den roten Zahlen gelang Renewi im Geschäftsjahr 2020//21 (April 2020 bis März 2021) die Rückkehr in die Gewinnzone, weil margenschwache Konzernsparten abgestoßen wurden. Im ersten Halbjahr 2021/22 konnten Umsatz und Gewinn weiter gesteigert werden, und die Nettoverschuldung ging um mehr als 10 Prozent zurück. Im letzten Kalenderjahr hat sich der Börsenkurs fast verdoppelt. Dennoch ist die Aktie mit einem erwarteten KGV von 11 nach wie vor nicht teuer.

Gut, aber nicht günstig


Die Nvidia-Aktie ist 2021 um 150 Prozent gestiegen. / Foto: Nvidia

Nvidia ist einer der erfolgreichsten Entwickler von Grafikkarten für Computer, Server und Spielekonsolen. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley erzielt seit 2017 Nettorenditen von mehr als 20 Prozent und ist in den letzten Jahren stark gewachsen: 2016 setzte Nvidia noch 5 Milliarden Dollar um, im Geschäftsjahr 2021 waren es schon 16,7 Milliarden Dollar. Auch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 (Februar bis Oktober 2021) stieg der Umsatz wieder um 65 Prozent zum Vorjahr, der Nettogewinn legte um 135 Prozent zu.

Allerdings ist der Aktienkurs noch steiler in die Höhe geschossen. Nach einem Wertzuwachs von mehr als 150 Prozent in 2021 und 860 Prozent auf Sicht von fünf Jahren ist die Nvidia-Aktie derzeit mit einem erwarteten KGV von 53 für einen Neueinstieg zu hoch bewertet.

Noch teurer ist die MIPS-Aktie, das erwartete KGV liegt bei 88. Das schwedische Unternehmen hat eine dünne Schutzschicht entwickelt, die von über 100 Firmen in ihren Fahrrad-, Motorrad-, Sport- und Arbeitsschutzhelmen verbaut wird. Bis Anfang 2021 sind mehr als 20 Millionen Helme mit MIPS-Schutzsystem über den Ladentisch gegangen.

MIPS konnte seinen Umsatz in den ersten drei Quartalen 2021 um 81 Prozent auf umgerechnet 40 Millionen Euro steigern. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 17 Millionen Euro – das sind 150 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis 2025 will das Unternehmen seinen Umsatz in etwa verdreifachen. Aber selbst wenn MIPS dieses Ziel erreichen sollte, wäre das KGV beim derzeitigen Kurs wahrscheinlich immer noch sehr hoch. Der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang 2017 von 5 Euro auf knapp 87 Euro vervielfacht.

Für den Maschinenbauer und Solarzulieferer PVA TePla aus dem hessischen Wettenberg war 2021 ein sehr starkes Jahr. Vor allem die hohe Nachfrage von Halbleiterherstellern nach Kristallzuchtanlagen sorgte für volle Auftragsbücher. Nach drei Jahren, in denen sich die Aktie kaum bewegt hatte, stieg sie 2021 um 113 Prozent, seit Anfang 2017 hat sie knapp 1.550 Prozent gewonnen. Damit ist sie derzeit deutlich überbewertet, das erwartete KGV liegt bei 50. Statt Einstiegschancen bietet sich für investierte Anlegerinnen und Anleger hier eher eine Gelegenheit, über Gewinnmitnahmen nachzudenken.

Der Baustoffhersteller Steico aus Feldkirchen bei München hat bereits eine mehrmonatige Phase von Gewinnmitnahmen hinter sich. Seit dem Allzeithoch von 128,40 Euro aus dem August 2021 ist der Kurs um fast 25 Prozent zurückgegangen. Auf fünf Jahre gesehen notiert die Aktie aber weiterhin 583 Prozent im Plus.

Nach den jüngsten Korrekturen liegt das erwartete KGV mit 30 wieder im akzeptablen Bereich. Allerdings profitiert Steico schon seit geraumer Zeit von einer sehr hohen Nachfrage nach seinen ökologischen Dämmstoffen und erzielte in den ersten neun Monaten 2021 Rekordgewinne. Ob sich die konjunkturabhängige Baubranche weiterhin so gut entwickeln wird, ist unklar. Schafft es Steico nicht, seine Rekordergebnisse dauerhaft zu bestätigen, könnte die Aktie weiter an Wert verlieren.

Steico ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Lesen Sie hier auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der Grünen Spezialwerte.

Hier sollten Sie vorsichtig sein


Vulcan Energy will mittels Geothermie Lithium gewinnen - in Deutschland. Die Aktie war 2021 heiß begehrt. / Foto: imago images

Um fast 300 Prozent ist der Aktienkurs von Vulcan Energy Resources im letzten Jahr gestiegen. Das australische Start-up will im Oberrheingraben zwischen Frankfurt und Basel klimaneutral Lithium gewinnen und an Hersteller von Elektroautobatterien verkaufen. Volkswagen, Renault und die Opel-Mutter Stellantis haben bereits verbindliche Bestellungen bei Vulcan Energy aufgegeben. Allerdings steckt das Geschäft des Unternehmens noch in den Kinderschuhen.

Vulcan Energy plant, Lithium aus Thermalwasser herauszufiltern, das Geothermiekraftwerke aus der Erde pumpen. Das Filterverfahren wurde bislang aber nur im Labor angewendet. Funktioniert es auch im industriellen Maßstab? Bislang weiß das noch niemand. Wer in die Aktie einsteigt, geht eine Wette mit schwer einzuschätzenden Erfolgsaussichten ein.

ECOreporter hat Vulcan Energy hier ausführlich vorgestellt.

Die Aktie von GCL-Poly Energy war 2021 sieben Monate vom Handel ausgesetzt, weil der chinesische Hersteller von Solarmodulen und Silizium seinen Jahresbericht 2020 nicht fristgerecht veröffentlicht hatte. Konzerninterne Kontrollsysteme sollen versagt haben, erst nach einem Wechsel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde der Jahresbericht freigegeben. Seit 1. November ist die Aktie wieder handelbar.

GCL-Poly Energy hat es in den letzten Jahren nicht geschafft, stabile Gewinne zu erzielen. Zudem schwankt der Börsenkurs stark und bewegt sich im Cent-Bereich, was die Aktie anfällig für Spekulationsgeschäfte macht. ECOreporter rät von einem Einstieg ab.

Welche Solaraktien derzeit aussichtsreicher sind, können Sie hier lesen.

centrotherm baut im baden-württembergischen Blaubeuren und in China Produktionsanlagen für die Solar- und Halbleiterindustrie. Trotz guter Auftragslage befindet sich das Unternehmen weiterhin in der Verlustzone. Robuste Gewinnmargen sind nicht in Sicht, und nach einem Kursanstieg um 81 Prozent im letzten Jahr ist die Aktie nach Einschätzung von ECOreporter zu hoch bewertet.

Fazit: Bei Renewi sieht die Redaktion solide Perspektiven, die Aktien von BioNTech und United Natural Foods eignen sich für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger. Die übrigen hier vorgestellten Papiere sind derzeit entweder zu teuer oder mit zu großen Unsicherheiten behaftet.

Weitere Aktien-Tipps finden Sie hier: Aussichtsreiche Aktien: Fünf ECOreporter-Tipps für 2022.

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