ECOreporter präsentiert fünf Aktien für eine erfolgreiche nachhaltige Geldanlage 2023. / Foto: Pixabay

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Aussichtsreiche nachhaltige Aktien: Fünf ECOreporter-Tipps für 2023

Die Welt wurde 2022 durch Krisen in Atem gehalten: Ukraine-Krieg, Klimawandel, Inflation, steigende Zinsen, blockierte Lieferketten, und auch die Corona-Pandemie ist weiter nicht überwunden. Grüne Investments in Aktien können sich aber nach wie vor lohnen. ECOreporter nennt fünf nachhaltige Aktien, die sich 2023 als gute Geldanlage erweisen können.

Auch an der Börse war das Jahr schwierig, viele Kurse sind 2022 deutlich gesunken. Aktien bleiben aber die lukrativsten langfristigen Geldanlagen, das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt.

Für erfolgreiche Anlagestrategien auch in komplizierten Zeiten hat ECOreporter seinen Ratgeber Nachhaltig investieren in schwierigen Zeiten: Das sollten Anlegerinnen und Anleger beachten zusammengestellt.

Zum Jahreswechsel hat die Redaktion nun fünf Aktien ausgesucht, denen sie im kommenden Jahr eine stabile positive Entwicklung zutraut. Welche Aktien das sind, lesen Sie im Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
So haben sich die Kurse der Aktien entwickelt (sortiert nach der 5-Jahres-Performance):

UnternehmenISINBrancheAktueller Kurs in € (29.12.2022) Kurs-entwicklung 3 Monate (%)Kurs-entwicklung 1 Jahr (%) Kurs-entwicklung 5 Jahre (%) Markt-kapitalisierung in Millionen €
ØrstedDK0060094928Energie84,55-2,8-25,385,235.530
LindeIE00BZ12WP82Industriegase309,2510,31,061,6*152.890
John B. SanfilippoUS8004221078Lebensmittel75,00-1,3-1,346,2676
RocheCH0012032048Pharma300,15-13,3-19,940,2244.320
UmweltBankDE0005570808Bank13,5030,7-32,028,8480

Daten ohne Gewähr; Stand: 29.12.2022, 21:05 Uhr; * Linde plc ist in dieser Form erst seit Oktober 2018 an der Börse, Wertentwicklung daher drei Jahre

ØrstedVorreiter der grünen Transformation

Der dänische Energiekonzern Ørsted ist Weltmarktführer bei auf See erzeugter Windenergie (Offshore-Windkraft). Aufgrund stark gestiegener Strompreise und dem Netzanschluss neuer Windparks verdoppelten sich Umsatz und Nettogewinn der Dänen in den ersten neun Monaten 2022. Höhere Kosten konnte der Konzern durch den Teilverkauf der Offshore-Windparks Hornsea 2 und Borkum Riffgrund 3 ausgleichen.

Vom einstigen fossilen Geschäft des ehemaligen Staatskonzerns sind nur noch einige Gaskraftwerke übrig. Im ersten Halbjahr 2022 erzeugte das Unternehmen 93 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen, vor allem aus Windkraft. Mit Millioneninvestitionen will Ørsted zum größten Ökostromproduzenten der Welt aufsteigen. Weitere Geschäftsbereiche sind grüner Wasserstoff und nachhaltiges Methanol, das als Treibstoff etwa in der Schifffahrt dienen kann. Ab 2025 will Ørsted zudem pro Jahr 400.000 Tonnen CO2 abscheiden und unter der Nordsee lagern.


Ørsted ist Weltmarktführer bei Offshore-Windkraft. / Foto: Unternehmen

Für Unsicherheiten bei Ørsted sorgen Lieferengpässe und der zunehmende Wettbewerb mit großen fossilen Energieunternehmen wie RWE oder BP. Diese drängen verstärkt auf den Erneuerbare-Energien-Markt und insbesondere ins Geschäft mit Offshore-Windanlagen. Bisher aber managt Ørsted die Herausforderungen gut, in mehreren Ausschreibungen setzte sich der Konzern bereits gegen die finanzstarke Konkurrenz durch.

Die lange zu teure Aktie ist nach deutlichen Korrekturen 2022 mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 aktuell nicht zu teuer für einen Einstieg. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei ordentlichen 2,1 Prozent. Die Ørsted-Anleihen schätzt ECOreporter ebenfalls als aussichtsreiche Investments ein. Im Dezember hat der Konzern große Teile einer 6,25-Prozent-Anleihe (ISIN XS0943370543) zurückgekauft.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S: 

UmweltBank: Ein nachhaltiges Geldinstitut an der Börse

Die Nürnberger UmweltBank ist die einzige börsennotierte nachhaltige Bank Deutschlands und eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Für das Geschäftsjahr 2022 geht das Institut von einem Vorsteuergewinn von etwa 40 Millionen Euro aus, das entspräche einem Plus von gut 5 Prozent zum Vorjahr. Das verbesserte Ergebnis beruht auf einem Einmaleffekt aus dem Verkauf eines Windparks.

Auch die Zahl der vergebenen Kredite steigerte die Bank deutlich, im ersten Halbjahr 2022 lag sie gut 1 Prozent über dem gesamten Vorjahr. Die UmweltBank finanziert dabei ausschließlich ökologische und soziale Projekte, etwa in den Bereichen ökologisches Bauen, Erneuerbare Energien oder Bio-Landwirtschaft. Mehr UmweltBank-Kredite bedeuten also mehr Nachhaltigkeit. 

Mit einem erwarteten KGV für 2022 von 21 ist die UmweltBank-Aktie kein Schnäppchen, aber auch noch nicht zu teuer. Die Redaktion sieht weiterhin solide langfristige Aussichten für die Bank. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei guten 2,5 Prozent. Nach hohen Kursgewinnen zwischen 2018 und Ende 2021 befindet sich die UmweltBank-Aktie 2022 in einer Korrekturphase, hat allerdings in den vergangenen Monaten wieder deutlich an Wert gewonnen (siehe Tabelle). Anlegerinnen und Anleger sollten wie bei allen Aktien vergleichsweise kleiner Unternehmen darauf achten, ihre Investments zu stückeln und den Einstieg über mehrere Wochen, besser Monate zu verteilen.

Die UmweltBank hat mittlerweile auch drei eigene, kerngrüne Fonds aufgelegt, darunter den UmweltSpektrum Mix A. Der Mischfonds erhielt 2022 das nach strengen Kriterien vergebene ECOreporter-Siegel für nachhaltige Finanzprodukte. Den ausführlichen Test des Fonds lesen Sie hier.

UmweltBank AG: 

Linde: Weltmarktführer mit Weitsicht

Der Konzern Linde in seiner heutigen Form ging 2018 aus einer Fusion der deutschen Linde AG und ihres US-Konkurrenten Praxair hervor. Der ECOreporter-Aktien-Favorit aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige ist Weltmarktführer bei Industriegasen, wie sie für Anwendungen von der Blutuntersuchung bis zum Füllen von Partyballons benötigt werden.

Die Geschäfte des Konzerns liefen 2022 trotz Belastungen durch den Rückzug aus dem russischen Markt gut. Im aktuellen Geschäftsjahr hob Linde seine Prognose bereits zweimal an. Der Konzern bereitet aktuell den Abschied von der Börse in Frankfurt vor. Seit der Fusion 2018 ist die Linde-Aktie in Frankfurt und New York gelistet, der größte Teil des Handels findet aber in New York statt. Nach Ansicht des Linde-Managements wirken sich europäische Regularien negativ auf den Aktienkurs aus.


Linde ist die aktuell seriöseste Option, auf einen möglichen Wasserstoff-Boom in der Realwirtschaft zu setzen. / Foto: Unternehmen

Linde setzt auch stark auf das Trendthema Wasserstoff und will seine Produktionskapazitäten für Wasserstofftankstellen verdreifachen, im November startete etwa die Produktion in Griechenland. In der Wasserstoffbranche sind die Aussichten weiterhin unsicher, auch weil der Markt erst in der Entstehung begriffen ist. Wenn es allerdings einem Konzern gelingt, langfristig von einem möglichen Geschäft mit grünem Wasserstoff zu profitieren, ist das aller Wahrscheinlichkeit nach Linde.

Linde hat langfristig gute Aussichten. Mit einem KGV von 27 ist die Aktie zwar kein Schnäppchen mehr, aber noch vertretbar bewertet. Die Dividendenrendite ist mit 1,4 Prozent solide. Aus nachhaltiger Sicht kritikwürdig: Trotz stetig steigender Gewinne und Dividenden sowie milliardenschwerer Aktienrückkaufprogramme entlässt Linde regelmäßig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um seine Margen noch weiter zu verbessern.

Linde Plc: 

Roche: Im Kampf gegen den Krebs

Der Schweizer Pharmariese Roche, einer der größten Konzerne Europas, ist Weltmarktführer bei Krebsmitteln, Labordiagnostik und Präparaten für die Transplantationsmedizin. Der Konzern verkauft mittlerweile deutlich weniger Corona-Medikamente und -Tests, dafür laufen die Geschäfte im Pharmabereich, dem Kerngeschäft von Roche, wieder besser. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres und einem leichten Gewinnanstieg.

Zuletzt musste Roche Rückschläge bei einem möglichen Alzheimermedikament hinnehmen: Der Wirkstoffkandidat Gantenerumab verfehlte in einer Studie die gesteckten Ziele. Bereits im Juni hatte ein anderer Wirkstoff die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen können. Außerdem musste Roche ein vorläufig zugelassenes Medikament zur Behandlung von Blasenkrebs wieder zurückziehen. Andererseits brachte der Konzern einen neuartigen Test für Alzheimer auf den Markt – das passt zu den Plänen des Unternehmens, seine Diagnosesparte zu stärken.

Roche ist kein kerngrünes Unternehmen, zeigt aber ernsthafte Anstrengungen und Erfolge etwa bei der Reduktion von Emissionen und beim Wasserverbrauch. Spätestens 2025 will der Konzern nur noch Ökostrom verwenden. Mehr erfahren Sie im ECOreporter-Unternehmensporträt. Roche ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige.


Roche will seine Diagnosesparte stärken. / Foto: Unternehmen

In den letzten Jahren ist Roche stetig gewachsen und erzielt konstant hohe Gewinne und Cashflows. Der Konzern ist solide finanziert, die Verschuldung liegt im moderaten Bereich. Unsicherheiten schafft das anstehende Stühlerücken in der Chefetage. Nachdem der bisherige Leiter der Diagnostiksparte, Thomas Schinecker, den langjährigen CEO Severin Schwan beerbt, hat auch Pharmachef Bill Anderson seinen Abschied zum Ende des Jahres erklärt. Schwan wiederum soll an die Spitze des Verwaltungsrats gewählt werden.

Wer in Roche investieren möchte, tut dies im Regelfall über die mehr als 700 Millionen Genussscheine des Konzerns. Diese werden wie Vorzugsaktien gehandelt und bieten die gleichen Dividendenansprüche wie die schwieriger zugänglichen Roche-Inhaberaktien. Der Kurs des Genussscheins ist in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen. Das erwartete KGV liegt derzeit bei 16 – ein akzeptables Einstiegsniveau. Die erwartete Dividendenrendite beträgt attraktive 3,3 Prozent.

Wichtig für Investoren aus EU-Ländern: Wie bei allen Schweizer Wertpapieren ist auch der Kauf und Verkauf von Roche-Genussscheinen seit Sommer 2019 umständlicher und unter Umständen teurer. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Roche Holding AG Genussschein: ISIN CH0012032048 / WKN 855167

John B. Sanfilippo: Nachhaltige Snacks

Trotz eines schwierigen Geschäftsumfelds hat der Nussproduzent John B. Sanfilippo & Son im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2022/23 (Juli bis September) seinen Umsatz um 11,6 Prozent zum Vorjahr gesteigert. Das US-Unternehmen profitierte von Preiserhöhungen und einer höheren Absatzmenge. Sanfilippo ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Weil die Kosten für Rohstoffe, Arbeitskräfte und Energie deutlich gestiegen sind, sank im letzten Quartal der Nettogewinn. Im Vorjahr hatte Sanfilippo mit 61,8 Millionen Dollar beim Nettogewinn einen neuen Bestwert erzielt. Konzernchef Jeffrey T. Sanfilippo ist für die weitere Geschäftsentwicklung zuversichtlich, gibt aber keine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 ab. 

ECOreporter schätzt die Perspektiven für Sanfilippo auf lange Sicht unverändert als gut ein. So baut das Unternehmen etwa stetig seine Marktposition aus, derzeit übernimmt Sanfilippo vom ebenfalls in den USA ansässigen Käsehersteller Specialty Cheese Company dessen Produktfamilie Just the Cheese.

Sanfilippo ist zudem solide finanziert: Ende September standen Vermögenswerten von 441 Millionen Dollar Verbindlichkeiten in Höhe von 172 Millionen Dollar gegenüber. Aufgrund der angehobenen Verkaufspreise stieg auch der Wert der Lagerbestände um 26 Prozent auf 39,5 Millionen Dollar. Wegen der robusten Gewinnsituation hat Sanfilippo im Dezember eine Sonderdividende von 1 Dollar je Aktie ausgeschüttet.

Die Sanfilippo-Aktie ist mit einem erwarteten KGV von 15 für das laufende Geschäftsjahr moderat bis günstig. Ein weiteres Argument für einen Einstieg: Die Dividendenrendite liegt derzeit bei attraktiven 2,7 Prozent. 

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Vegane Aktien: 15 tierfreie nachhaltige Investments.

John B. Sanfilippo & Son, Inc.:  ISIN US8004221078 / WKN 883172

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