Offshore-Windkraftanlage von Vestas: Das dänische Unternehmen hat derzeit mit unterbrochenen Lieferketten zu kämpfen. / Foto: MHI Vestas

14.05.20 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Windaktien in der Corona-Krise - von minus 75 % bis plus 4 %

Auch der Windsektor leidet unter der Corona-Pandemie. Aber nicht jedes Unternehmen ist gleichermaßen betroffen. Welche Aktien sind derzeit aussichtsreich, welche riskant?

Unterbrochene Lieferketten und nationale Einschränkungen bremsen aktuell den Windsektor genaus aus wie viele andere Industrien. Der Branchenverband World Wind Energy Association (WWEA) erwartet, dass sich 2020 der Windkraftausbau aufgrund der Corona-Krise gegenüber dem Vorjahr deutlich verlangsamen wird.

Das Coronavirus macht vor allem Windanlagenbauern aufgrund von Lieferverzögerungen zu schaffen – ihnen fehlen wichtige Bauteile und Rohstoffe. Windparkprojektierer oder Windparkbetreiber sind hingegen nur geringfügig von der Corona-Pandemie  betroffen.

Windanlagenbauer

Vestas ist mit 16 Prozent Marktanteil in 2019 der weltgrößte Hersteller von Windkraftanlagen. Das dänische Unternehmen setzte im ersten Quartal 2020 2,2 Milliarden Euro um – ein Anstieg um 29 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis (EBIT) ging allerdings von 97 Millionen Euro auf minus 54 Millionen Euro zurück. Als Grund für den Verlust nennt der Konzernvorstand Corona-bedingte Lieferengpässe  sowie gesunkene Margen.

Aufgrund der Ungewissheit infolge der Corona-Pandemie hat Vestas seine Prognose für 2020 ausgesetzt. Das Vestas-Management hält es aber weiterhin für möglich, die ursprüngliche Prognose für 2020 zu erfüllen. Vor Beginn der Corona-Krise hatte Vestas für 2020 14 bis 15 Milliarden Euro Umsatz und eine EBIT-Marge zwischen 7 und 9 Prozent erwartet.

Für ECOreporter ist die Vestas-Aktie nach wie vor ein solides Langfristinvestment. Das Unternehmen dürfte zwar kurzfristig unter Einbußen infolge der Corona-Krise leiden. Auf mittlere bis lange Sicht sollte sich die Situation aber wieder normalisieren.

Investierte Anleger sollten dabei bleiben, Neueinsteiger sollten die Aktie beobachten. Falls Vestas im weiteren Verlauf des Jahres schlechte Zahlen veröffentlicht, könnten sich Einstiegschancen ergeben.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Siemens Gamesa schlittert in Verlustzone

Siemens Gamesa meldete für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2019/20 (Januar bis März) einen Verlust von 165 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Quartalsgewinn noch bei 49 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hat der deutsch-spanische Windanlagenbauer damit bereits 339 Millionen Euro Verlust verbucht.

Das Management des Konzerns hat Anfang Mai wegen Projektverzögerungen und des anhaltenden Preisdrucks auf dem Windanlagenmarkt die Gewinnprognose für das aktuelle Geschäftsjahr gesenkt - bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate.

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

11.05.20
Nachhaltige Geldanlage: Vegane Aktien in Zeiten von Corona – bis 60 % Plus
 >
08.05.20
Solaraktien: Bis zu 68 % Plus in einem Monat
 >
29.04.20
Nachhaltige Immobilienaktien: Ist Beton-Gold doch (nicht) Corona-sicher?
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x