Windrad von Senvion: Dem deutsch-luxemburgischen Windradbauer droht die Zerschlagung - die Aktie notiert derzeit auf ihrem Allzeittief. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

Stürmische Zeiten für Windaktien – wo lohnt sich der Einstieg?

Die Windenergie ist weltweit auf dem Vormarsch – aber nicht jede Wind-Aktie ist an der Börse ein Gewinner. ECOreporter liefert heute einen Überblick über die Gewinner und Verlierer der Windkraftbranche.

Die Windanlagenhersteller wie Siemens Gamesa, Vestas, Nordex haben derzeit niedrigere Gewinnmargen als früher; auch Strafzölle und hohe Rohstoffpreise machen ihnen zu schaffen.

Bei Windpark-Projektierern und Windparkbetreibern sieht es anders aus: Durch den weltweit zunehmenden Windkraftausbau und die steigende Nachfrage nach grünem Strom ist dieses Segment der Windkraftbranche an der Börse weiter im Aufwind. Windkraft-Projektierer und Windstromerzeuger sind kaum anfällig für Strafzölle oder steigende Rohstoffpreise. Aber auch bei Aktien von Windanlagen-Projektierern und -betreibern gilt: Anleger sollten Risiken nicht ausblenden.Was bedeutet das für die einzelnen Aktien?

Windanlagenhersteller

Siemens Gamesa verbuchte in diesem Jahr ein Rekord-Auftragsvolumen. Trotzdem sinkt der Aktienkurs. Der deutsch-spanische Windanlagenbauer legte für das Quartal von März bis Ende Juni durchwachsene Zahlen vor. ECOreporter berichtete hier.

Aktuell steht die Siemens Gamesa-Aktie bei 12,36 Euro (3.9., 17:30 Uhr). Auf Sicht von zwölf Monaten ist sie 3,76 Prozent im Minus. ECOreporter rät Neueinsteigern, abzuwarten, bis die Abwärtstendenz der Aktie stoppt. Langfristig sind die Wachstumsaussichten für den deutsch-spanischen Windkraftkonzern gut.

Vestas: Mitarbeiter werden entlassen – Aktie gibt Kursgewinne ab

Für Vestas verdüstert sich gerade die Stimmung. Am 15. August hatte der dänische Windanlagenbauer die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorgestellt. Vestas hatte demnach im Vergleich zum Vorjahr zwar mehr Aufträge erhalten, Umsatz und Gewinn gingen aber deutlich zurück. Höhere Rohstoffpreise, gestiegene Transportkosten und die Einführung von Strafzöllen haben auch bei Vestas zu einem Kostenanstieg geführt.

Hinzu kommt: Vestas leidet wie die gesamte Windbranche aktuell unter einer schwächelnden Nachfrage aus Europa. Aus diesem Grund hat das dänische Unternehmen 90 Mitarbeiter seines Turbinenwerks im dänischen Ringkobing entlassen.

Die Vestas-Aktie markierte im April ihr 52-Wochen-Hoch bei 82,26 Euro. Seit Veröffentlichung der letzten Zahlen hat die Aktie mehr als 23 Prozent verloren.

Die Vestas-Aktie steht an der Börse Xetra aktuell bei 66,50 Euro. Auf Jahressicht ist die Aktie 11 Prozent im Plus, aber weit unter dem April-Höchstkurs von 82,26 Euro . Die Aktie könnte ihre Talfahrt noch weiter  fortsetzten. Neueinsteiger sollten die Aktie beobachten, bis sie einen Boden ausgebildet hat. Bereits investierte Anleger bleiben dabei.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Nordex: Aktie legt Rückwärtsgang ein

Nordex beendete das erste Halbjahr 2019 mit einem Nettoverlust von 55,4 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug das Minus 40,3 Millionen Euro. Der Umsatz stieg zwar von 957 auf 991 Millionen Euro. Aber höhere Material- und Personalkosten schmälerten bei dem Hamburger Unternehmen das Ergebnis.

Die Unternehmensleitung geht von einer Steigerung der Erlöse in der zweiten Jahreshälfte aus und rechnet weiterhin mit einem Konzernumsatz von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro im Gesamtjahr. Der Auftragsbestand ist Nordex zufolge von Ende Juni 2018 bis Ende Juni 2019 von 3,2 auf 7,6 Milliarden Euro angewachsen. Für einen Jahresgewinn wird es allerdings nicht mehr reichen.

Anfang April kletterte die Nordex-Aktie aufgrund der guten Auftragslage auf ihr Zweijahres-Hoch von 15,68 Euro. Aktuell steht die Aktie des Windkraftspezialisten bei 8,84 Euro und hat damit seit ihrem Zweijahres-Höchststand mehr als 40 Prozent an Kurswert eingebüßt.

ECOreporter favorisiert als Langfristanlage die Konkurrenten Vestas und Siemens Gamesa – beide Unternehmen sind deutlich größer als Nordex. Sie haben langfristig bessere Wachstumsaussichten.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Senvion: Unternehmen wird zerschlagen – Aktie weiter im Sinkflug

Der Windanlagenhersteller Senvion ist im April in die Insolvenz geschlittert. Das Management hatte seitdem nach einem Investor gesucht, der den Konzern als Ganzes übernehmen und sanieren sollte. Wie Senvion Ende August mitteilte, gibt es nur für den Service-Teil  des Unternehmens Interessenten. Dem deutsch-luxemburgischen Konzern droht damit die Zerschlagung. Der Gläubigerausschuss von Senvion will am 10. September über die Angebote der Interessenten beraten.

Die Senvion-Aktie notiert an der Börse Xetra aktuell bei 0,07 Euro – einem neuen Allzeittief. Alleine in den letzten vier Wochen hat die Aktie mehr als 80 Prozent an Wert verloren. ECOreporter hatte Anlegern mehrfach  geraten, die Finger von der Senvion-Aktie zu lassen. Dieser Ratschlag hat sich als richtig erwiesen. Auch aktuell gibt es keinen Grund, bei Senvion einzusteigen.

Wie sind die Aussichten der Windstromerzeuger?

Die Aktie des dänischen Energiekonzerns Ørsted liegt auf Jahressicht mit 64,49 Prozent im Plus. Das Unternehmen entwickelt zahlreiche Windpark-Projekte. Ein ausführliches Porträt finden Sie hier.

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte Ørsted weniger Umsatz und Gewinn als im Vorjahr. Das Management verkündet dennoch, dass die Jahresziele des Unternehmens erreicht würden.

An der Börse Stuttgart steht die Ørsted-Aktie aktuell bei 89,12 Euro – sie notiert damit leicht unter ihrem Allzeithoch von 90,30 Euro. Mit einem erwarteten KGV für 2019 von fast 41 ist die Aktie hoch bewertet.

Die Ørsted-Aktie eignet sich für Anleger mit langem Atem. Unser Ratschlag: Aufgrund der hohen Bewertung auf die Watchlist setzen. Kurskorrekturen können Einstiegsgelegenheiten sein.

Abo Invest AG: Aktie im Aufwind

Der Wiesbadener Windparkbetreiber ABO Invest legte für das Geschäftsjahr 2018 solide Zahlen vor (lesen Sie hier mehr). Auf der letzten Hauptversammlung gab es Überraschungen: Entgegen den ursprünglichen Plänen der Unternehmensleitung stimmten die Aktionäre für eine Dividendenausschüttung für 2018 in Höhe von 1 Eurocent pro Aktie. Zudem kam es zu einer Neuzusammensetzung des Aufsichtsrats. Die ABO Invest-Aktie steht an der Börse Düsseldorf derzeit bei 1,74 Euro. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 23,4 Prozent im Plus.

ABO Invest ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. ECOreporter hat die Aktie von ABO Invest hier ausführlich analysiert.

Encavis: Erhöhung der Prognose für 2019

Encavis meldete sehr gute Zahlen für das erste Halbjahr 2019. Das Unternehmen erhöhte daraufhin die Umsatz- und Gewinnprognose – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr (ECOreporter berichtete hier).

Die Encavis-Aktie steht derzeit bei 8,30 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten ist die Aktie 35,39 Prozent im Plus.

ECOreporter hat die Encavis-Aktie hier ausführlich analysiert.

Encavis ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte.

Können Windparkprojektierer vom Windkraftboom profitieren?

Energiekontor, der Bremer Projektierer und Betreiber von Wind- und Solarparks, hatte 2018 mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang zu kämpfen. In diesem Jahr läuft es bislang besser: Von Januar bis Juni erwirtschaftete Energiekontor einen Umsatz von 36,3 Millionen Euro – ein Plus von 11,2 Prozent zum Vorjahr. Energiekontor nennt als Hauptgrund für die Umsatzsteigerung die Aufnahme neuer Wind- und Solarparks in den Eigenbestand. Der Gewinn pro Aktie betrug 0,23 Euro und blieb damit auf Vorjahresniveau.

Für das Geschäftsjahr 2019 geht das Unternehmen von einer moderaten Gewinnsteigerung  zum Vorjahr aus. Ab 2020 rechnet Energiekontor mit deutlichen Verbesserungen beim Gewinn.

Die Energiekontor-Aktie notiert aktuell bei 17,30 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten ist sie 18,5 Prozent im Plus. Die Analysehäuser First Berlin und Metzler Capital Markets haben im März Kursziele von 23,00 bzw. 22,20 Euro für die Energiekontor-Aktie ausgegeben.

ECOreporter hatte im Mai bei Energiekontor zum Einstieg geraten. Da stand die Aktie bei 15,50 Euro. Seitdem hat sie 11 Prozent im Kurs zugelegt. Auch zum aktuellen Kurs ist die Aktie noch nicht zu teuer – der Einstieg sollte sich langfristig lohnen.

Energiekontor ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie. Ein Porträt von Energiekontor finden Sie hier.

PNE: Übernahmegerüchte beflügeln Aktie

Der Aktie des Windparkprojektierers PNE gaben zuletzt Übernahmegerüchte Aufwind. Die US-Bank Morgan Stanley hat Interesse an dem Cuxhavener Unternehmen angemeldet und bietet nach Angaben von PNE zwischen 3,50 und 3,80 pro Aktie. Ob der Infrastrukturfonds der US-Bank das Unternehmen übernimmt und von der Börse nimmt, ist allerdings noch nicht sicher.

Die PNE-Aktie steht an der Börse Stuttgart bei 3,58 Euro. Seit Bekanntwerden der Übernahmegerüchte ist die Aktie 17 Prozent im Plus. Auf Jahressicht liegt das Kursplus bei 23,44 Prozent.

ECOreporter hatte die PNE-Aktie im letzten Windkraft-Überblick hier empfohlen. Anleger, die auf eine Übernahme durch Morgan Stanley spekulieren wollen, können sich auch jetzt noch PNE-Aktien ins Depot legen. Aber Vorsicht: Sollte die US-Bank einen Rückzieher machen, könnte der Aktienkurs sinken.

Eine ausführliche Einschätzung der PNE-Aktie finden Sie hier.

ABO Wind AG: Prognose gekappt

Anfang Juni hatte ABO Wind durchwachsene Geschäftszahlen für 2018 gemeldet und die Prognose für das laufende Jahr gesenkt (ECOreporter berichtete hier). Zuletzt meldete der Wiesbadener Projektentwickler den Verkauf von Wind- und Solarparks in Spanien mit einer Leistung von 450 Megawatt. Außerdem hat das Unternehmen eigene Solarparks mit einer Leistung von 6,2 MW in Ungarn ans Netz gebracht.

Die ABO Wind-Aktie notiert derzeit an der Börse Hamburg bei 15,00 Euro. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 6,4 Prozent im Plus. Langfristig rechnet das Unternehmen damit, die Umsätze und Gewinne weiter zu steigern. Aufgrund der Prognosesenkung sollten Anleger die Aktie vorerst beobachten.

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